Unter dem Motto „Es reicht!“ Demonstrationen vor UN-Mission in Dschanzur sowie in Misrata und Tripolis: Drohung, die Ölförderung einzustellen / 484 Opfer von Landminen seit 2020 / Berufung des Muslimbruders Ali as-Salabi zum Berater für Versöhnungsangelegenheiten löst Proteststurm aus / Untersuchungsbericht: Flugzeug mit al-Haddad kollidierte mit Berg / Khaled al-Mischri bringt sich wieder gegen Dabaiba in Stellung / Hafenübernahme in Misrata durch katarisch-italienisches Konsortium umstritten / Dreißig Prozent der Libyer leben nun unterhalb der Armutsgrenze / Importe übersteigen bei Weitem den Verbrauch – und gehen als Schmuggelware ins Ausland: Verlust von über 20 Milliarden US-Dollar jährlich / Öleinnahmen gehen weiter zurück / Dollarkurs steigt weiter an / Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Rohöl-gegen-Kraftstoff-Modell / Sandsturm sucht östliches und zentrales Libyen heim: schwere Zerstörungen und umgeknickte Strommasten
Demonstrationen/Proteste
+ Am 16. Januar fand eine Massendemonstration vor dem Hauptgebäude der UN-Mission in Dschanzur statt. Gefordert wurden Präsidentschafts- und Parlamentswahlen sowie die Beendigung der Spaltung der ‚Regierung‘.
+ Am 16. Januar wurde bei einer Protestkundgebung in Misrata der Sturz der Dabaiba-‚Regierung‘ gefordert und die grassierende Korruption angeprangert.
+ Am 16. Januar protestierten auf dem Märtyrerplatz in Tripolis Demonstranten gegen die Ansiedlung von Ausländern in Libyen und gegen die mit Italien geschlossenen Abkommen.
+ Unter dem Motto „Es reicht!“ riefen die Anführer der Revolutionären Brigaden und Bataillone von Misrata zum Protest am am 20. Januar auf, um den Sturz der Dabaiba-‚Regierung‘ zu fordern. Auch die Einmischung des IStGH in libysche Angelegenheiten wurde strikt abgelehnt. Außerdem stehe Libyen nicht zum Verkauf, weder an Katar noch an irgendjemand anderen. Es werde nicht akzeptiert, dass eine ‚Regierung des Verrats und der Heimtücke ‘ vollendete Tatsachen schaffe.
Die Realität des Volkes bestehe aus Hunger und Entbehrungen, dazu seien die öffentlichen Dienstleistungen komplett zusammengebrochen, während Libyens Reichtum für korrupte Geschäfte und fiktive Projekte geplündert werde.
„Nein zu jeglichen Plänen zur Ansiedlung illegaler Migranten und nein zu der teuflischen Idee, unsere palästinensischen Brüder zu vertreiben und nach Libyen auszusiedeln.“
„Nein zur Vereinheitlichung der Streitkräfte nach us-amerikanischen oder türkischen Vorgaben. Unsere Armee wird aus einem nationalen Willen heraus aufgebaut, um das Land zu schützen und die Souveränität zu wahren.“
+ Am 20. Januar versammelten sich in Tripolis Demonstranten, die das Ende der Dabaiba-‚Regierung‘ und Neuwahlen forderten.
+ Die Schutzkräfte Tripolis organsierten am 21. Januar einen großen Protestmarsch mit dem Ziel, die Marionettenregierung von Dabaiba zu stürzen. Sie drohten mit der Einstellung der Ölförderung. Sie werde erst wieder aufgenommen, wenn alle legitimen Forderungen der Bevölkerung erfüllt sind.
+ Vorsitzender des libyschen Ältestenrats, Mohammed al-Mubaschir: Wenn die Menschen dieses Mal auf die Straße gehen, wird es nicht nur eine Forderung nach Veränderung sein, sondern ein Rachefeldzug.
+ Garin Saleh (ehemaliger Botschafter): Diejenigen, die sich als Februarrevolutionäre bezeichnen, betreiben den Ausverkauf von Militärbasen, Häfen, Flughäfen, Öl- und Gasförderung, Bodenschätzen und Banken des Landes… Es muss jemand kommen, der Libyen so führt, wie es Muammar Gaddafi und seine treuen Gefolgsleute taten.
+ Mohammed Mezughi (Kandidat für neue Einheitsregierung): Die Verharmlosung oder Herabsetzung dieser Volksbewegung durch die Machthaber, die den Staat ohne Legitimität oder Rechenschaftspflicht regieren, stellt eine eklatante Leugnung der Realität dar.
Die Stimme der Straße zu ignorieren, werde nicht zur Lösung der Krise beitragen, sondern nur die Kluft zwischen Regierung und Bürgern vertiefen.
+ Anwohner des Gebiets Airport Road in Tripolis protestierten gegen den Abriss ihrer Geschäfte und Häuser ohne dafür eine Entschädigung zu erhalten.
+ Bewohner der Gebiete as-Sarim und al-Mansura protestierten vor der nigerianischen Botschaft über die sich verschlechternde Sicherheitslage. Anwohner litten unter Auto- und Wohnungseinbrüchen und unter dem zunehmenden Drogenhandel durch Wanderarbeiter.
Militär/Milizen/Gewalt
+ Die Nationale Menschenrechtsinstitution dokumentierte die Verschleppung sowie die physische und psychische Folter eines Bürgers durch Sicherheits- und Militärbehörden in der Stadt Sirte. Anschließend wurde er in das Garnada-Militärgefängnis überführt.
+ Der Justizausschuss erklärte, dass die willkürliche Inhaftierung und Folter einer Frau in al-Bayda seit November 2025 von der Abteilung Kriminalermittlungen dokumentiert wurde, ebenso wie die Versäumnis, die von der Staatsanwaltschaft erlassenen Freilassungsanordnungen umzusetzen.
+ Die Nationale Menschenrechtsinstitution dokumentierte die Verschleppung zweier Bürger in Sirte und Sebha ohne jegliche Rechtsgrundlage.
Abdullah Massud Ahmed Iqrad wurde 2024 entführt, sein Schicksal ist unbekannt.
Salim Hamu al-Mahdi at-Tarqi (Geheimdienstmitarbeiter) wurde im Februar 2025 von Mitgliedern des 115. Infanteriebataillons von Sebha entführt und immer noch nicht der Staatsanwaltschaft vorgeführt.
+ Am 20. Januar traf sich Premier Dabaiba mit Trabelsi (Innenminister), Zubi (Verteidigungsministerium) und Machmud Hamza (444. Kampfbrigade), um die neuesten Entwicklungen im Sicherheitsbereich zu besprechen.
+ Die Leitung des internationalen Flughafens al-Kufra gab die Schließung des Flughafens ab dem 19. Januar für einen Monat unter dem Vorwand von Wartungsarbeiten, die auch die Start- und Landebahn betreffen, bekannt.
Der unter Haftars Kontrolle stehende Flughafen al-Kufra ist eine wichtige Nachschublinie für die Rapid Support Forces im Sudan.
+ Seit Mai 2020 hat der UN-Minenräumdienst in Libyen 484 Opfer von Explosionen registriert, darunter 174 Todesfälle, 19 davon Kinder.
Ausländische Besatzung
+ Das US-Außenministerium: Wir unterstützen die Bemühungen der UNO, einen auf Konsens basierenden Prozess einzuleiten, der zu einer Einheitsregierung und nationalen Wahlen führen, ebenso wie die Vereinigung des Militärapparats, dessen prominentester Architekt der verstorbene Generalstabschef Mohammed al-Haddad war.
Wir pflegen regelmäßigen Kontakt zu den führenden Persönlichkeiten im Osten und Westen, um sie dazu aufzufordern, die Spaltung zu überwinden und die Institutionen zu vereinen.
Wir begrüßen Libyen als Ausrichter und Bestandteil der Übung Flintlock 26, die Militärvertreter aus Ost und West zusammenbringt. Wir unterstützen den Schutz und die Unabhängigkeit der Nationalen Ölgesellschaft, der Zentralbank und des Rechnungshofs. Wir begrüßen die Ernennung von Massud Suleiman zum Leiter der Nationalen Ölgesellschaft und die Unterzeichnung des Einheitlichen Entwicklungsprogramms im November 2025.
+ Italien. Wie die italienische Zeitschrift Contropiano am 19. Januar enthüllt, bildet Rom Soldaten der Milizen von Khalifa Haftar im östlichen Libyen aus. Die EU finanziere die Ausbildung. Außerdem plane Brüssel, das „Tripolis-Modell“, wonach Schleuser für das Festhalten von Migranten bezahlt werden, auch in der von Haftar kontrollierten Region Kyrenaika zur Anwendung zu bringen. jungeWelt – 21.1.2026
+ Russland. Die ukrainische Plattform United 24 Media behauptete, dass Russland mit einem sanktionierten Schiff – eskortiert von einem Kriegsschiff – Waffen nach Libyen schmuggelt.
+ Russland. Laut der Website Martim Exketov wurde das russische Militärfrachtschiff Miss Zilania, das internationalen Sanktionen unterliegt, im Hafen von Tobruk gesichtet. Der Hafen wird von Haftars Milizen kontrolliert und ist ein Transitpunkt für Militärlieferungen, die für das russische Afrikakorps bestimmt sind.
Russland führe seine Operationen in der Region von einer Reihe libyscher Stützpunkte aus und habe verlassene Einrichtungen reaktiviert, insbesondere den Stützpunkt Maatan as-Sarrah.
Analysen
+ Die libanesische Zeitung an-Nahar al-Arabi: In Stuttgart fand ein von AFRICOM gesponsertes Sicherheitstreffen statt, an dem Saddam Haftar und Abdul Salam Zubi teilnahmen. Dies war das erste Treffen zwischen östlichen und westlichen Sicherheitskräften nach dem Tod von Mohammed al-Haddad Ende Dezember 2025.
Das Treffen habe am Vorabend von Haftars Abreise nach Paris stattgefunden, was darauf hindeutet, dass Washington auf Absprache und Zusammenarbeit zwischen den östlichen und westlichen Streitkräften besteht, um die Vereinigung der libyschen Militärinstitutionen vorzubereiten und nach Haddads Tod ein Vakuum zu vermeiden.
Im Mittelpunkt des Treffens in Stuttgart standen die letzten Vorbereitungen für die Übung Flintlock 26 im Frühjahr in Sirte, bei der erstmals gemeinsame Streitkräfte aus Ost und West unter der Führung von AFRICOM zusammengeführt werden.
Die Abwesenheit von Salah an-Namrusch, der in der Nachfolge von al-Haddad vorübergehend die Position des Stabschefs übernommen hat und der Türkei nahesteht, lässt darauf schließen, dass Washington mit seiner Ernennung nicht zufrieden ist.
Dies falle zeitlich mit dem Eintritt von Saudi-Arabien in die libysche Politarena zusammen und der Eröffnung von drei Kommunikationslinien, die Riad, Washington und Kairo zusammenbringen.
Im Mittelpunkt der Gespräche stehe die Möglichkeit eines Führungswechsels in Haftars Armee. Es wird befürchtet, dass es im Falle des Ausfalls von Khalifa Haftar zu Spaltungen kommen könnte, die die Stabilität der Militärinstitution gefährden könnten.
+ TheGeopoliticalDesk: Libyens Premierminister Abdulhamid Dabaiba ist in einem schwierigen Moment erkrankt. Es besteht die Wahrscheinlichkeit, dass er im Ausland behandelt werden muss.
Es sei bekannt, dass Dabaiba an Diabetes und anderen gesundheitlichen Beschwerden leidet. Aufgrund von Herzproblemen sei er zweimal ins Krankenhaus eingeliefert worden. Die Dabaiba-‚Regierung‘ sei derangiert, es gebe einen stetigen Strom von Ministern, die entweder zurücktraten, zum Rücktritt gezwungen oder verhaftet wurden.
Die Entscheidungsfindung verenge sich auf einen kleinen inneren Kreis, der hauptsächlich aus Dabaiba selbst, seinem Cousin und nationalen Sicherheitsberater Ibrahim Dabaiba, sowie seinem Staatsminister besteht. Doch jetzt falle auch Abdulhamid Dabaiba aus und sein Cousin Ibrahim befinde sich außer Landes.
Die fragile Sicherheitsarchitektur stehe noch stärker unter Druck, da dessen Akteure unterschiedliche Prioritäten haben:
Der amtierende Innenminister Emad Trabelsi sei damit beschäftigt, seine zersplitterten und Kräfte in Tripolis zu kontrollieren. Der stellvertretende Verteidigungsminister Abdul Salam az-Zubi soll im Geheimen Kontakt zu Saddam Haftar aufgenommen haben, um sich gegen die Instabilität im Westen abzusichern. Machmud Hamza scheine sich zunehmend auf die Konsolidierung seiner eigenen wirtschaftlichen Interessen zu konzentrieren.
Die Koordination zwischen diesen Personen sei begrenzt, und die Loyalität gegenüber der Regierung als Institution schwächer denn je. Dies vollziehe sich vor dem Hintergrund einer sich verschlechternden Wirtschaftslage.
Der Wechselkurs des Libyschen Dinars sei historisch schlecht und die Proteste gegen die Dabaiba-‚Regierung‘ hielten sich hartnäckig.
Sollte unter den jetzigen Umständen Dabaiba auch nur für wenige Wochen das Land verlassen müssen, könne dies entscheidend sein. Dabaiba und sein engster Kreis bemühten sich, seine Krankheit klein zu reden. Es sei jedoch fraglich, ob dies in Abwesenheit von Dabaiba aufrechterhalten werden kann und ob das System ohne ihn funktioniert.
+ Al-Arab (London): Politische Spaltung und das Fehlen einheitlicher Finanzinstitutionen haben in Libyen die Staatsverschuldung zu einem zusätzlichen Konfliktfeld zwischen den rivalisierenden Mächten gemacht.
Aufgrund des wirtschaftlichen Zusammenbruchs seien Finanzierungen zu politischen Waffen geworden. Der Haushalt diene dazu, sich Loyalitäten und Milizen zu kaufen. Der libysche Bürger zahle einen doppelten Preis: Zum einen zehre die Wirtschaftskrise seine Ersparnisse auf und schwäche seine Lebensgrundlage, und zum anderen werde dadurch der Konflikt weiter angeheizt. Der Staat als organisierter Wirtschaftsakteur fehle.
Daneben häuften sich die Gewinne in den Taschen der Finanzelite und anderer davon profitierender Personen.
Ernennung von Ali as-Salabi und Vorwürfe gegen al-Menfi
+ Mabruk Abu Ammar (Wirschefana): Der sich im Ausland aufhaltende Vorsitzende des Präsidialrats, Mohammed al-Menfi, erhielt die Anweisung, den nationalen Versöhnungsprozess zu sabotieren, indem er den Muslimbruder Ali as-Salabi zu dessen Berater ernannte.
+ Die Zeitung Ascharq al-Awsat: Die Entscheidung al-Menfis, as-Salabi zu ernennen, vergrößert die Kluft zu seinem Stellvertreter Musa al-Koni und löste einen Sturm der Entrüstung aus.
As-Salabi stehe seit Juni 2017 auf den Terrorlisten Saudi-Arabiens, Ägyptens, der VAE und Bahrains.
+ Die beiden Präsidialratsmitglieder al-Koni und al-Lafi forderten in einem offiziellen Schreiben, dass der Zentralbankchef den Präsidialratsvorsitzenden al-Menfi daran hindern müsse, über Konten des Präsidialrats zu verfügen. Die ihm erteilte Befugnis müsse ihm entzogen werden. Dies umfasse insbesondere Ausgaben für Auslandseinsätze.
Man habe alle Mandate, die man dem im Ausland lebenden al-Menfi erteilte, zurückgezogen. Nur der Präsidialrat als Ganzem sei zu Entscheidungen befugt.
Die Arbeit des Präsidialrats sei völlig zum Erliegen gekommen. Der im Exil lebende al-Menfi handle ohne rechtliche Grundlage.
+ Ali as-Salabi selbst meldete sich in einer Audiobotschaft an seine politische Gegner zu Wort. Er sagte, dass diejenigen, die ihn als ideologisch motiviert bezeichnen, „geisteskrank“ seien. Er werde nicht mit Menschen zusammenarbeiten, die Bosheit, Hass, Neid und Undankbarkeit in sich tragen und ihre Gottesfurcht verloren haben. „Ich vertrete nichts anderes als die Ideologie des Glaubens an Gott. Dies ist meine Botschaft.“
+ Der Journalist Khalil al-Hassi erklärte, dass as-Salabi zu den Initiatoren der Bestechung in Genf gehörte, die Abdulhamid Dabaiba an die Macht brachte. Die Liste der Gekauften sei damals al-Aliyain-Liste genannt worden, nach Ali Dabaiba und Ali as-Salabi.
Seit er 2017 auf die Terrorlisten gesetzt wurde, sei seine Bewegungsfreiheit auf
Katar und die Türkei beschränkt. Die Ernennung könnte nun den Druck auf ihn verringern.
Aber wie könne jemand den Versöhnungsprozess leiten, der und dessen Brüder, insbesondere im östlichen Libyen, für die Ermordung von Angehörigen verantwortlich gemacht werden.
+ Fathi asch-Schibli (Partei Stimme des Volkes): Am 11. April 2004 hatte as-Salabi ein an Dr. Saif al-Islam Gaddafi adressiertes Dokument unterzeichnet, in welchem er eine Loyalitätserklärung für die Dschamahiriya-Regierung abgab. Der Bruch dieses Versprechens sei Verrat gewesen.
+ Osama Schahumi (Politikwissenschaftler): Sadiq al-Gharyani, Ali as-Salabi, Salah Badi und Abdulrahman as-Suwayli haben den Staat gelähmt und ruiniert.
+ Middle East Online: Die Ernennung von as-Salabi ist von großer politischer und symbolischer Bedeutung. Es scheint sich um den Versuch zu handeln, die Machtverhältnisse in der politischen Landschaft unter dem Vorwand der nationalen Versöhnung neu zu ordnen. Die Wahl einer umstrittenen Persönlichkeit wie Ali as-Salabi widerspreche dem Geist der Versöhnung und reproduziere alte Polarisierungen. Versöhnung setze zumindest die allgemeine Akzeptanz der Person voraus, die mit der Umsetzung beauftragt ist.
As-Salabi sei eine der prominentesten Persönlichkeiten aus dem Umfeld der politischen Islambewegung in Libyen, sein Name werde mit intellektuellen und politischen Netzwerken in Verbindung gebracht, die Verbindungen zur Muslimbruderschaft und zur Libya Islamic Fighting Group (LIFG) unterhalten.
Die Entscheidung falle zeitlich mit erneuten internationalen Maßnahmen gegen Netzwerke zusammen, die mit dem politischen Islam in Verbindung stehen, darunter die Einstufung einer Reihe von Organisationen der Muslimbruderschaft als terroristische Vereinigung durch die USA.
As-Salabi umgebe ein Beziehungsnetzwerk innerhalb der libyschen politischen Szene, insbesondere zu Dabaiba. Die Vertrauenslücke zwischen Staat und Gesellschaft werde so immer größer.
[Türkei und Katar sind Unterstützer der Muslimbruderschaft.]
+ Kamel al-Marasch (politischer Analyst): Ali as-Salabi ist eine umstrittene Persönlichkeit und völlig unglaubwürdig. Das jüngste Versöhnungsprojekt werde seit vier Jahren von einem Mitglied des Präsidialrats geleitet, ohne dass trotz enormer Ausgaben, deren Details unbekannt sind, kein einziger Schritt in Richtung Versöhnung erzielt wurde.
+ Miftah al-Giluschi (Nationale Einheitsbewegung): Die Entscheidung, Ali as-Salabi zum Berater für Versöhnungsangelegenheiten zu ernennen, ist ein verzweifelter „britisch-katarischer“ Versuch, das Image der globalen Muslimbruderschaftsorganisation innerhalb Libyens wiederherzustellen und eine falsche Versöhnung mit den Libyern zu erzwingen.
Es könnten wieder Gesichter wie die von Abdul Hakim Belhadsch, Khaled asch-Scharif, Mahdi al-Harati und andere Symbole der Zerstörung aus der Versenkung auftauchen.
Großbritannien als historischer Förderer der terroristischen Muslimbruderschaft beschloss, das terroristische al-Dschulani-Modell von Syrien nach Libyen zu reexportieren, um das Weiße Haus davon zu überzeugen, dass es für Libyen keine andere als die syrische Lösung gibt.
Der Flugzeugabsturz, bei dem Mohammed al-Haddad in der Türkei ums Leben kam, sei ein Attentat gewesen, um ihn auszuschalten.
Flugzeugabsturz
+ Bezüglich des Flugzeugabsturzes in der Türkei, bei dem Stabschef al-Haddad und seine Begleiter ums Leben kamen, erklärte Anwar Sawan (Ältestenrat) von Misrata, dass das Flugzeug nicht wie behauptet aufgrund eines Unfalls abstürzte, sondern dass der Absturz vorsätzlich herbeigeführt wurde.
Luftfahrtexperten hätten erklärt, dass bei einem technischen Defekt eine Notladung möglich gewesen wäre. „Wer hat al-Haddad getötet? Warum und wie?“
+ Am 22. Januar veröffentlichte die türkische Nachrichtenagentur Anadolu den Untersuchungsbericht der Staatsanwaltschaft Ankara zum Flugzeugabsturz. Demnach sei das Flugzeug mit laufenden Triebwerken und hoher Geschwindigkeit in einer Höhe von 1252 Metern gegen einen Berg geprallt und explodiert. Die Trümmer seien weiträumig verstreut worden.
Das Flugzeug hatte einen Notfall aufgrund einer elektrischen Störung gemeldet, um Notlandung gebeten und diese eingeleitet. Dann die sei die Maschine plötzlich vom Radarschirm verschwunden. Nach dem Absturz sei ein Blitz zu sehen gewesen; vor dem Aufprall habe es keine Anzeichen für ein Feuer an Bord gegeben.
Erst Anfang Dezember 2025 sei das Flugzeug einer Generalüberholung unterzogen worden.
Khaled al-Mischri bringt sich wieder in Stellung
+ Khaled al-Mischri ist der Meinung, dass ihn Dabaiba von der politischen Bühne ausgeschlossen hat, weil er glaubt, dass er als Vorsitzender des Staatsrats Vereinbarungen mit dem Parlament schlösse, die zur Bildung einer neuen Regierung und zur Abhaltung von Wahlen führen würden.
Den Strukturierten Dialog der UN-Mission hält Mischri für Zeitverschwendung: Libyens Problem sei kein theoretisches.
+ Khaled al-Mischri: Die Dabaiba-‚Regierung‘ ist gescheitert und der Gesundheitszustand von Dabaiba wird die ohnehin schon geringe Effizienz ihrer Arbeit weiter negativ beeinflussen. Ich bin gegen ihren Verbleib an der Macht.
+ Khaled al-Mischri: Die Dabaiba-‚Regierung‘ bot mir an, im Amt zu bleiben, wenn ich im Gegenzug die Frage eines Regierungswechsels ruhen ließ. Dies habe er abgelehnt.
+ Khaled al-Mischri hält die auf der Grundlage der Vereinbarung zwischen dem Parlament und dem Staatsrat erlassenen Wahlgesetze, die von der Wahlkommission anerkannt wurden, zur Durchführung von Wahlen geeignet.
Die Rolle der UN-Mission sei negativ und ineffektiv; alle Gesandten, die nach Libyen kamen, verfolgten eine außenpolitische Agenda. Die UN-Mission wolle die Dabaiba-‚Regierung‘ nicht verändern und ihr strukturierter Dialog behandle theoretische Themen, die in Libyen bereits gründlich geprüft wurden.
Die absolute Priorität bestehe darin, eine einheitliche Regierung zu bilden und Wahlen abzuhalten.
+ Khaled al-Mischri: Ich betrachte mich nach wie vor als Vorsitzenden des Staatsrats, und mein Sieg mit 69 Stimmen war mehrheitlich – bevor die Wahl mit Hilfe eines ungültigen Stimmzettels manipuliert wurde.
+ Khaled al-Mischri geht davon aus, dass das Gerichtsurteil, das im Februar erwartet wird, ihn wieder als Vorsitzenden des Staatsrats einsetzt. Er werde dann wieder an den Sitzungen teilnehmen.
Hafenausbau Misrata
+ Taha Hadid (ehemaliger Sprecher der Schutzkräfte von Sirte): Der katarische Premierminister unterzeichnet in Misrata ein Abkommen zum Ausbau der Freihandelszone Misrata, ein Abkommen über Investitionen und den Bau des internationalen Flughafens von Tripolis sowie ein Kooperations- und Entwicklungsabkommen im Ölsektor.
Nach der Unterzeichnung des Vertrags über den Ausbau des Hafens von Misrata zugunsten eines italienisch-schweizerisch-katarischen Unternehmens mit Verbindungen zum Daibaba-Clan müssen Bearbeitungs- und Lagergebühren im Hafen in Fremdwährung entrichtet werden.
Dazu al-Mahdi Abdel-Aati (Misrata): Das Abkommen ist ein Deal zwischen dem katarischen Unternehmen UCC und der al-Maha Company von Ibrahim Dabaiba. „Wer auch immer das Abkommen unterzeichnet und zum Verkauf von Libyen beiträgt, wird in naher Zukunft die Konsequenzen tragen.“
+ Der Ausschuss für Energie und natürliche Ressourcen und der Ausschuss für auswärtige Angelegenheiten und internationale Zusammenarbeit des Parlaments lehnten in einer gemeinsamen Erklärung den Schritt der Dabaiba-‚Regierung‘ ab, langfristige Verträge für die Entwicklung des Freihandelshafens Misrata abzuschließen. Die mit katarischen und italienischen Unternehmen unterzeichneten Verträge beinhalteten den Verzicht auf Freihandelszonen und Aneignung großer Anteile der Öleinnahmen.
Diese Geschäfte, denen es an Transparenz mangelt, seien von Ausbeutung und Korruption geprägt und widersprächen den Gesetzen, die es jeder Regierung untersage, strategische Ressourcen zu manipulieren.
+ Dschaballah asch-Schaibani (Parlamentsabgeordneter): Die sogenannte ‚Freihandelszone Misrata‘ ist Gegenstand eines Rechtsstreits. Jeder diesbezügliche Vertrag oder jede Investition in dieser Zone gilt als Verstoß gegen libysches Recht. Wir warnen ausländische Staaten und Unternehmen vor den Gefahren einer Investition in ein Projekt, das auf einem rechtlich umstrittenen Grundstücksbesitz basiert.
+ Khaled Mohammed al-Hidschazi (ehemals Kontrollbüros des Investitionsportfolios Libya Africa): Dabaiba versucht, die Gunst ausländischer Mächte zu erlangen, um sein politisches Überleben zu sichern, da es ihm an Legitimation durch Wahlen und einem internen Konsens mangelt. Die Unterzeichnung langfristiger strategischer Abkommen stelle eine Überschreitung der Befugnisse einer Übergangsregierung dar und gehe Verpflichtungen ein, die von einer künftig gewählten Regierung nur schwer aufzuheben sind.
Das Abkommen über den Ausbau des Hafens von Misrata stärke eine bestimmte politische Gruppierung und verschärfe die Befürchtungen bezüglich Ausgrenzung und regionalen Ungleichgewichten.
+ Hossam al-Fanich (Politologe): Die Kontroverse um das Hafen-Abkommen offenbart die Fragilität des Entscheidungsrahmens in Libyen, wo sich wirtschaftliche Interessen mit politischen Konflikten überschneiden. Der Zeitpunkt des Abkommens und der internationale Partner werfen Fragen über das Verhältnis zwischen den Behörden und den in Libyen aktiven ausländischen Mächten auf. Unklar sei, ob das Ziel darin besteht, Investitionen anzuziehen oder darin, politische Botschaften zu senden und internationale Akteure zu beschwichtigen, um den eigenen Einfluss zu stärken.
Wirtschaft / Finanzen
+ Mohammed al-Hawidsch (Wirtschaftsminister der Dabaiba-‚Regierung‘): Mehr als dreißig Prozent der Bevölkerung leben nach internationalem Standard unterhalb der Armutsgrenze.
+ Mohammed al-Hawidsch: Viele Waren werden in Mengen importiert, die über dem Marktbedarf liegen, um ins Ausland geschmuggelt zu werden.
Der Zuckerimport bedeute einen durchschnittlichen Pro-Kopf-Verbrauch von mehr als 100 Kilo, im Vergleich zu 22 Kilo weltweit. Dies bedeute, die überschüssigen Mengen werden außer Landes geschmuggelt. Luxusgüter wie Handys wurden im Wert von 1,6 Milliarden Dinar importiert und anschließend außer Landes geschmuggelt. Der Schmuggel von Treibstoff und Erdölprodukten hat ein Volumen von rund sechs Milliarden US-Dollar jährlich erreicht.
Das Land erlitt innerhalb von drei Jahren Verluste von über 20 Milliarden US-Dollar.
+ Zentralbank: Die Öleinnahmen vom Anfang Januar bis zum 15. Januar beliefen sich auf lediglich 371 Millionen US-Dollar. Es werden weiterhin Devisen bereitgestellt, um den Marktbedarf zu decken und die Verfügbarkeit von lebensnotwendigen Gütern auf den Märkten vor dem Ramadan sicherzustellen.
+ Das Parlament genehmigt offiziell den Vorschlag, Lebensmittel und Rohstoffe mit einem Steuersatz von 2 % und persönliche Gegenstände mit einem Steuersatz von 15 % zu besteuern.
+ Nach Bekanntgabe der Einführung einer Warensteuer und einer Devisenumsatzsteuer kommentierte Khalil al-Hassi: „Damit wird den Leuten das Geld gestohlen, um Korruption und das Haushaltsdefizit zu vertuschen.“
+ 85 Parlamentsmitglieder forderten den sofortigen Widerruf der Bekanntmachung bezüglich der Warensteuer sowie die Einstellung aller daraus resultierenden Vereinbarungen oder Verfahren. Es handle sich lediglich um einen Resolutionsentwurf, der zur Diskussion gestellt wurde.
+ Khaled al-Kadiki (Wirtschaftsexperte) erörterte detailliert, welche Maßnahmen nötig sind, um die libysche Wirtschaft zu stabilisieren. Unter anderem forderte er, die auf Devisen erhobene Steuer durch effizientere und weniger marktverzerrende Instrumente zu ersetzen. Die Probleme erforderten ein umfassendes Reformpaket, das neben der politischen und institutionellen Dimension auch monetäre, finanzielle, banktechnische und administrative Aspekte umfassen müsse.
+ Die Bewegung Wille des Volkes warnte vor den Folgen, die sich aus der Kontrolle der Großhandelsmärkte durch Nicht-Libyer ergeben. Dies habe direkte Auswirkungen auf die nationale Sicherheit sowie schwerwiegende langfristige wirtschaftliche Folgen in Bezug auf Spekulation, die Verknappung von Devisenreserven und die Kontrolle über viele nationale Belange.
„Wir wenden uns in Abstimmung mit allen relevanten Behörden und unter Beachtung der geltenden Gesetze an das Wirtschaftsministerium und fordern Maßnahmen, um diese Manipulation zu stoppen.“ Die Öffentlichkeit müsse aufgeklärt werden.
+ Suleiman al-Bayudi (Präsidentschaftskandidat): Das Ziel ist es, Libyen mittels Korruption, Chaos und Plünderung so weit zu bringen, dass es der Weltbank verpfändet werden kann.
+ Mohammed Khalifa al-Akrout (ehemalige Botschafter): Fragen Sie Toyota und die Fabriken, die Panzerfahrzeuge, Drohnen, Gewehre und Minen herstellen, nach dem Verbleib des libyschen Geldes … Fragen Sie die Militärlager und Hauptquartiere … Fragen Sie nach der enormen Höhe ihrer Gehälter und ihrer Lebenshaltungskosten.“
+ Der offizielle Wechselkurs zum US-Dollar wurde am 18. Januar auf 6,36 Dinar festgelegt.
Der Schwarzmarktwechselkurs stieg am 22. Januar auf 9,15 libysche Dinar.
+ Mansur al-Ahrasch (Journalistengewerkschaft): „Wenn Korruption nicht ausreicht, dann wertet man eben den Dinar ab.“
+ Achmed al-Khamisi (Oya-Forschungszentrums): Der erneute Wertverlust des Dinars in weniger als einem Jahr seit der vorherigen Abwertung belastet den Bürger durch die steigende Inflation. Die Kaufkraft schwinde und die Preise für Importwaren steigen, während die Regierung von erhöhten Deviseneinnahmen profitiere.
+ Die Zentralbank gab eine Aufstellung der Aufgaben der verschiedenen Regierungen und Institutionen des Jahres 2025 bekannt. Das Devisendefizit betrug 2025 neun Milliarden US-Dollar.
+ Khaled al-Kadiki (Wirtschaftsexperte): Libyen ist für den Konsum zu über 90 Prozent auf Importe angewiesen, was bedeutet, dass jede Änderung des Dollar-Wechselkurses direkte und unmittelbare Auswirkungen auf die nationale Wirtschaft hat.
+ Achmed al-Kurdi (Verbraucherschutzvereinigungen): Die negativen Auswirkungen der Abwertung des Dinar trifft durch die steigenden Preise für Grundnahrungsmittel und Dienstleistungen vor allem die Mittelschicht und Menschen mit geringem Einkommen.
+ Omar Tntusch (Rechtsgelehrter) warnte davor, dass das anhaltende Einfrieren von Libyens Staatsvermögen seit 2011 ohne jegliche Möglichkeit, neu zu investieren, auf eine Bestrafung hinausläuft, da die Vermögenswerte einem allmählichen realen Wertverlust ausgesetzt seien. Dies bedrohe den strategischen Sinn der Gelder, die als langfristige Reserve für den libyschen Staat und zukünftige Generationen dienen sollen.
Es gehe nicht darum, die eingefrorenen Mittel freizugeben, sondern darum, unter internationaler Aufsicht neue Investitionen in sichere Finanzinstrumente zuzulassen. Dies könnte die Vermögenswerte vor Abschreibungen, Inflation und Marktvolatilität schützen, während der internationale Rechtsrahmen eingehalten wird.
Erdöl / Erdgas
+ Der Generalstaatsanwalt traf sich mit Schaschak, Nadschi Issa, Massud Suleiman sowie den Ministern für Finanzen und Wirtschaft, um die Störungen im Management von Rohölraffinerieprodukten und die Mängel bei der Vermarktung von Erdölderivaten zu erörtern.
Generalstaatsanwalt as-Siddiq as-Sour: Wir ermitteln im Fall des Rohöl-gegen-Kraftstoff-Modells seit 2023. Im Jahr 2024 wurde die National Oil Corporation offiziell aufgefordert, das Tauschsystem wegen der Verschwendung öffentlicher Gelder zu beenden. Der Korruptionsverdacht begründet sich auf den Abschluss von Verträgen mit Unternehmen, die nicht in der Ölindustrie tätig sind.
Libyen verlor jährlich etwa 1,5 Milliarden US-Dollar durch das Modell des Öltausches gegen Kraftstoffe. Treibstoffe würden im Rahmen von Tauschgeschäften zu hohen Preisen und in Mengen importiert, die den libyschen Bedarf übersteigen. Insbesondere subventioniertes Benzin und Diesel würden an öffentliche oder private Einrichtungen geliefert und anschließend ins Ausland geschmuggelt oder auf dem Schwarzmarkt verkauft.
Rund 70 Prozent der Kraftstoffe und ihrer Derivate gingen an juristische Personen sowie öffentliche und private Einrichtungen, ohne dass dies gerechtfertigt wäre. Es sei nachgewiesen, dass der Kraftstoff in die afrikanischen Nachbarländer geschmuggelt wird.
Es sei absolut inakzeptabel, dass Treibstoffvertriebsunternehmen in Schmuggelgeschäfte verwickelt sind. Innerhalb dieser Unternehmen komme es zu Interventionen bewaffneter Gruppen sowie zu Spaltungen und Konflikten, was die Ermittlung des Treibstoffbedarfs erschwert. Die Brega Oil Company habe beispielsweise fingierte Krisen inszeniert, um die Ermittlung des Bedarfs zu verhindern und weiterhin Treibstoff in Nachbarländer zu schmuggeln zu können. Außerdem sie zu Finanzierungsquellen für zahlreiche Gruppen geworden.
+ Al-Arab (London): Angesichts der zunehmenden geopolitischen Spannungen entwickelt sich Libyen zu einem Instrument der USA, um das Öl aus dem Golf und den Iran zu ersetzen. Die zentrale Frage laute: Wird Libyen zu einem Instrument der USA zur Wiederherstellung des globalen Energiegleichgewichts oder bleibt es ein Gefangener des inneren Chaos‘? In Riad und Teheran hätten die Bestrebungen der USA Besorgnis ausgelöst.
Gaddafi hatte die ausländischen Ölgesellschaften verstaatlicht, was in den 1970er Jahren zu einem Produktionsboom von etwa 1,7 Millionen Barrel pro Tag führte. Mit dem Sturz des Gaddafi-Regimes im Jahr 2011 brach die Produktion aufgrund bewaffneter Konflikte und der Teilung zwischen Tripolis und Bengasi ein. Heute bestehe zwar ein enormes Potential, doch derzeit werden nur 1,2 bis 1,4 Millionen Barrel gefördert.
Heute unterstützten die USA die National Oil Corporation (NOC), drängten auf ein einheitliches Management und tätigten Investitionen. Öl diene auch zur geostrategischen und politischen Einflussnahme. Durch die Straße von Hormus, die der Iran kontrolliert, werden zwanzig Prozent des weltweiten Erdöls transportiert.
In Libyen sei deshalb auch eine begrenzte direkte Intervention möglich, insbesondere, wenn die Bedrohungen durch Russland oder den Iran in der Region eskaliere. Nachdem 2011 die USA das Gaddafi-Regimes erfolgreich stürzte, soll Libyen nun zu einem verlässlichen Energiepartner umfunktioniert werden.
+ Omar Skileh (Abteilung für Informations- und Kommunikationsangelegenheiten) erklärte, dass die Ermittlungen zum Treibstoffschmuggel auch Gruppen außerhalb Libyens umfassen.
Da die Zahlungen für Treibstoff nicht den genehmigten libyschen Standardvorgaben entsprechen, wurden Haftbefehle gegen den Leiter der Generaldirektion für Internationales Marketing und den Direktor der Generaldirektion für Versorgung und Seetransport der Brega Company erlassen.
Praktiken des Öltausches und der Spotverträge hätten zu einer Verschwendung von zig Milliarden geführt.
+ Das General Oil Syndicate forderte die Ablösung aller Branchenchefs, die nachweislich in die von der Generalstaatsanwaltschaft aufgedeckten Korruptionsfälle im Zusammenhang mit der Versorgungskrise verwickelt sind. Dies sei eine dringende nationale Pflicht und eine existenzielle Notwendigkeit zum Schutz des Staates.
+ Mohammed al-Gardsch (Medienvertreter) deckte auf, wie Saddam Haftars Firma Arkano in den libyschen Ölsektor eingestiegen ist. Es gebe Überschneidungen der Interessen zwischen dem Ölministerium, der Arabian Gulf Oil Company und nicht namentlich genannten Banken, die zur Finanzierung eines Unternehmens hinzugezogen wurden, das nicht älter als zwei Jahre ist.
Der amtierende Ölminister Khalifa Abdul Sadiq sagte, dass Arkano eine libysche Aktiengesellschaft für die Ölförderung ist, die sich im Besitz von Libyern befindet und von libyschen Banken und libyschen Unternehmen finanziert wird.
Die entscheidende Frage an Dabaiba sei gewesen: Hat Arkano wirklich eine Milliarde Dollar bezahlt? Und warum wurden diese Gelder an die Gulf Company und nicht an die National Corporation oder das Ölministerium überwiesen? Die Antwort blieb aus.
Die implizite Bedeutung bestehe darin, eine Privatperson ohne Vermögen oder Erfahrung als Finanzierungsintermediär und anschließend als Partner im Ölgeschäft einzubinden.
Es bleiben Fragen: welche Banken finanzierten Arkano? Waren es öffentliche oder private Banken? Welche Garantien gab es für einen Kredit in Milliardenhöhe an ein Start-up-Unternehmen ohne Vermögen oder Produktionsnachweis? Warum wurde die Suspendierung nicht umgesetzt? Und was geschah mit den Ergebnissen des UntersuchungsaAusschusses?
+ Lange Schlangen vor den Tankstellen in Misrata wegen Treibstoffknappheit.
Innerlibysche Nachrichten
+ Präsidentschaftskandidat Slimane al-Bayudi forderte eine klare politische Strategie zur Bildung einer neuen, geeinten, starken und repräsentativen Exekutive, da Dabaibas Gesundheitszustand ihm den Verbleib an der Macht nicht erlaube.
+ Militäranalyst Mohammed Baschir an-Naas: Ohne die Zustimmung des us-amerikanischen Botschafters und die Unterstützung der Warlords in Misrata und Tripolis könnte Dabaiba keine einzige Woche an der Macht bleiben.
+ Mohammed Buysir (politischer Berater) bezüglich des Haftar-Clans: „Ihr werdet für eure Verbrechen gegen das Volk zur Rechenschaft gezogen, und dann ist es vorbei mit euch.“ „Wir wollen uns nicht von einem zionistischen Agenten dominieren lassen, der seit 2015 vor den Toren Tel Avivs bettelt.“
+ Mansur al-Ahrasch (Präsident Journalistenverband): Das Rechnungsprüfungsamt unter Schakschak steht bei der Korruption Pate: Patientenakten und Rechnungen von Kliniken im Ausland werden auf Anweisung von Schakschak nicht geprüft.
Der Staatsanwalt ordnet immer noch regelmäßig eine hohe Anzahl von Verhaftungen aufgrund von Korruption, Fälschungen von Identitätsnachweisen, Gewalttaten und weiteren kriminellen Handlungen an. Auch weil diese Anordnungen nicht immer zu Festnahmen führen, wird auf die Aufführung der Einzelfälle verzichtet.
Migration
+ Reuters meldete, dass libysche Sicherheitsbehörden ein unterirdisches Gefängnis entdeckten, das von einem libyschen Menschenhändler betrieben wurde.
Die Behörden befreiten mehr als 200 Migranten aus einem geheimen Gefängnis in Kufra, wo sie unter unmenschlichen Bedingungen festgehalten und gefoltert worden waren. Die Gefangenen stammten aus Subsahara-Afrika.
UN-Mission
+ Laut der UN-Mission ist der Strukturierte Dialog kein Entscheidungsgremium für die Wahl einer neuen Regierung, sondern soll praktische Empfehlungen zur Schaffung eines förderlichen Umfelds für Wahlen erarbeiten.
Die Tagung zum Thema Nationale Versöhnung und Menschenrechte findet vom 25. bis 29. Januar statt.
+ Die Zeitung asch-Scharq al-Awsat: Der Streit zwischen Parlament und Staatsrat über die Besetzung der Wahlkommission hat erneut Zweifel an der Fähigkeit der UN-Mission aufkommen lassen, die Umsetzung des ins Stocken geratenen Fahrplans voranzutreiben. Hanna Tetteh habe durchblicken lassen, dass sie auf einen alternativen Mechanismus zurückgreifen werde, sollte keine Einigung erreicht werden. Die Unklarheit bezüglich dieses alternativen Mechanismus und der bisherige Mangel an Details haben die Zweifel an seiner Wirksamkeit verstärkt.
+ Zeitung asch-Scharq al-Awsat: Die UN-Mission steht in Kontakt mit bewaffneten Gruppen im Westen des Landes, um jeglichen Einsatz von Gewalt zu verhindern, der den erwarteten Wahlprozess gefährden könnte. Dabei werde die komplexe Realität in Libyen nicht berücksichtigt. Jeder politische Weg könne nur dann Erfolg haben, wenn er von einer rein libyschen Option ausgeht, die den Willen der Bürger respektiert und ausländischen Interventionen, die reine Zeitverschwendung sind, ein Ende setzt.
Das Hauptziel der Milizen sei es, mehr Zeit zu gewinnen, um die staatlichen Institutionen unter ihre Kontrolle zu bringen und den Reichtum des libyschen Volkes zu plündern. Es gebe keine Alternative zur Integration oder Auflösung der Milizen im Rahmen eines nationalen Konsenses, der zum Aufbau einheitlicher, dem Staat unterstellter Sicherheitsinstitutionen führt.
Sandstürme
+ Für den 18. Und 19. Januar rief die Hammad-Parallelregierung aufgrund der zu erwarteten Unwetter den höchsten Alarmzustand in Süd- und Ostlibyen aus. Alle staatlichen Einrichtungen blieben geschlossen.
Am 20. Januar suchte ein schwerer Sandsturm das östliche Libyen heim. Video.
In Bengasi kippten Strommasten und Bäume um. Video. Die Stromversorgung des Wadi-Gattara-Sekundärdamms wurde aufgrund starker Winde unterbrochen.
In Zentrallibyen wurde der Verkehr u.a. in Dschufra und benachbarten Städten aufgrund starker Sandstürme und mangelnder Sicht ausgesetzt.
+ Aufgrund der schlechten Wetterbedingungen sank am 20. Januar ein Frachtschiff zehn Seemeilen nördlich des Gebiets Dschebel Akhdar im Osten Libyens. Das mit Maschinen und Marmor beladen Schiff war auf dem Weg in den Libanon. Alle Besatzungsmitglieder konnten gerettet werden.
+ In der östlichen Region herrschte am 20. Januar von al-Mardsch bis Tobruk aufgrund der schlechten Witterungsbedingungen Stromausfall.
Die Bewohner des Gebiets Malitania wurden evakuiert, da der Sturm die Dächer der Häuser abdeckte.
+ Libyan Airlines gab die Schließung des internationalen Benina-Flughafens von Bengasi aufgrund widrigen Wetterbedingungen bekannt.
+ Der schwere Sandsturm führte in mehreren Gebieten im Osten, Zentrum und Westen Libyens zu unterschiedlich schweren Schäden am Stromnetz.
Libyen und das Ausland
+ Algerien/Tunesien/Ägypten. Al-Araby al-Dschadid (Katar): Es wird ein Treffen der Außenminister der Nachbarländer Algerien, Tunesien und Ägypten erwartet, um eine politische Lösung und den libysch-libyschen Dialog zu unterstützen, die Teilung zu beenden und Parlaments- und Präsidentschaftswahlen zu organisieren.
Das Treffen knüpfe an das Treffen der drei Länder im November 2025 und die dort getroffenen Vereinbarungen an.
Im arabischen Raum bestehe der Wunsch, eine Verfestigung der Spaltung in Libyen so wie im Jemen und in Somalia zu verhindern.
+ Frankreich. Bei einem Besuch in Paris am 16. Januar traf Saddam Haftar auf offizielle Einladung den Stabschef Frankreichs, General Vincent Girod, sowie den Sonderbeauftragten von Präsident Emmanuel Macron, Paul Soler. Im Mittelpunkt des Treffens standen die bilateralen militärischen Beziehungen und eine umfassendere Sicherheitszusammenarbeit zwischen Libyen und Frankreich.
Frankreich hält die Stabilität im Süden Libyens wesentlich für die umfassendere Sicherheit im Mittelmeerraum und in der Sahelzone. (Smiley!)
+ Frankreich. Die französische Botschaft erneuerte ihre Reisewarnung für Reisen in die als rot gekennzeichnete Zone Libyens. Dies betrifft auch die Hauptstadt Tripolis. Misrata und Bengasi werden als zur orangenen Zone gehörig eingestuft; Reisen dorthin sind nur in dringenden Gründen erlaubt.
+ GB. Das britische Außenministerium rät seinen Bürgern aufgrund der Zunahme von regionalen Spannungen von Reisen nach Libyen ab.
+ Russland. Der russische Außenminister Sergej Lawrow erinnerte während einer politischen Attacke gegen Großbritannien an Libyen unter Oberst Muammar Gaddafi. Er sagte, dass Großbritannien den Zusatz „Groß” nicht verdiene. Es sei das einzige Land der Welt, das sich offiziell als „groß“ bezeichnet – mit Ausnahme der Großen Libysch-Arabischen Dschamahirija. Aber diese existiere nicht mehr.
+ Ägypten. Der ägyptische Präsident Abdel Fattah as-Sisi in Davos: Alles, wofür wir seit 2014 kämpfen, ist die Wiederherstellung des Staates in Libyen, Sudan, Libanon, Syrien und Somalia, damit diese Länder unter einer legitimen nationalen Führung ihre Krisen bewältigen können.
+ Weltwirtschaftsforum. In Davos nahm auch der umstrittene Präsidialratsvorsitzende Mohammed al-Menfi teil.
+ UNO. Ezzedine Aqil (Republikanische Koalitionspartei): Heute wiederholte der kanadische Premierminister mit noch größerer Bitterkeit das, was Gaddafi sagte, als er die UN-Charta zerriss. Dasselbe werden noch viele andere sagen – doch Libyen sagte es zuerst.
Aus den Nachbarstaaten
+ Afrika-Cup. „Senegal gewinnt Skandal-Finale im Afrika-Cup gegen Marokko. Der Senegal ist Afrika-Cup-Champion im Jahr 2026. Was nüchtern klingt, hatte beim 1:0 (0:0)-Sieg (Pape Gueye traf in der 94. Minute) nach Verlängerung gegen Marokko ein Zustandekommen, dass wohl für immer im Geschichtsbuch des Weltfußballs stehen wird.“
+ Afrika-Cup: „Die sozialen Netzwerke platzen aus allen Nähten. Anlass ist der »Afrika-Cup«, der am Sonntag in Rabat mit einem Sieg Senegals über Marokko endete. Obwohl der Schiedsrichter offensichtlich als »zwölfter Mann« den Gastgebern den Sieg garantieren sollte und die senegalesische Fußballelf und ihr Anhang sich auch sonst Schikanen und Anfeindungen bis hin zu handfester Gewalt ausgesetzt sahen.“





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