4plus4-Abkommen der UN-Mission unter Einbezug des us-amerikanischen Plans von Massad Boulos spaltet Parlament / Saddam Haftar setzt sich durch: Generalität lässt umstrittene Parlamentssitzung zur Absetzung des Parlamentspräsidenten Agila Saleh einberufen und lässt Abdul Nabi als dessen Nachfolger wählen / Agila Saleh erkennt Sitzungsergebnis nicht an – Einberufung einer Parlamentssitzung in Tripolis / Präsidialratsvorsitzender al-Menfi stimmt 4plus-Abkommen ebenfalls nicht zu – Präsidialrat gespalten / Türkei erhofft sich mit Abdul Nabi Ratifizierung des maritimen Grenzabkommens / Ägypten unterstützt Agila Saleh / UN-Mission und USA erkennen Abdul Nabis Parlamentspräsidentschaft an /Israelische Kreise: USA sollen allein die Bengasi-Parallelregierung auffordern, dem Abraham-Abkommen beizutreten: ein maritimes Seegrenzenabkommen zwischen Israel und Ostlibyen sei anzustreben; Israel könnte Mittelmeer für Verbündete sichern / Tauziehen der Regionalmächte um Einfluss in Libyen und maritime Grenzziehung
Staatsrat stimmt 4plus4-Abkommen in jetziger Form nicht zu / 4plus4-Ausschuss beschäftigt sich mit Spaltung der Justiz: neue Ämtervergabe angestrebt (Generalstaatsanwalt / Gerichtspräsident)
Während die UN-Mission für Libyen – im Fahrwasser des Plans von Trump-Berater Massad Boulos – so tut, als ob sich Libyen auf gutem Weg zu einer Vereinheitlichung der Regierungsstrukturen und Institutionen befindet, lässt die Lage jenseits der Verhandlungstische anderes vermuten. Neben der Ablehnung des UN-initiierten 4plus-4-Abkommens im Westen durch weite Teile der Politik und der Bevölkerung, erfolgen Drohnenanschläge auf wichtige Infrastruktur, erschweren Strom-, Wasser- und Treibstoffmangel das Leben der Menschen und legen Streiks- und Protestbewegungen, insbesondere im Bildungs- und Gesundheitswesen, das öffentliche Leben lahm.
Wie erwartet, strömten in diesem Jahr in der Nacht zum 1. September in vielen Städten und Gemeinden Libyens riesige Menschenmengen auf die Straßen und Plätze, um an den Revolutionsfeiern teilzunehmen, zu denen auch Aischa al-Gaddafi, Tochter des ermordeten Revolutionsführers Oberst Muammar al-Gaddafi und Schwester von Saif al-Islam, aufgerufen hatte.




