Informationen - Analysen - Meinungen

Kategorie: Rezensionen (Seite 1 von 2)

Aus der Welt der Bücher

Covid-19: Die große Abzocke des Medizinbetriebs

Buchrezension. Tom Lausen und Walter van Rossum, die Autoren des Buches „Die IntensivMafia“, weisen akribisch nach, wie Millionen Euros an Steuergeldern in den Klinikbetrieb flossen, während seit Beginn der sogenannten Pandemie zu keiner Zeit von einer Überlastung des Gesundheitswesens die Rede gewesen sein kann.

Schon das gelungene Cover des Buches, eine Koffermatratze aus der die Geldscheine quellen, illustriert, wie Covid-19 als Gelddruckmaschine für Krankenhausbetreiber fungiert.

In seinem Prolog zur „IntensivMafia“ bemerkt Alexander Christ, dass das Gespenst der „Überlastung des Gesundheitswesens durch Corona“ seit Anfang 2020 umgeht. Das Narrativ der Politik lautete und lautet: Die drohende Überlastung der Intensivstationen und des Gesundheitssystems müsse verhindert werden, daher seien drastische Anti-Corona-Maßnahmen unumgänglich. Diese Behauptung fand in den Belegungszahlen der Intensivstationen niemals eine Bestätigung. Dagegen zeigen Zahlen, wie großzügig die Politik Gelder an die Klinikbetreiber verteilte. Schlappe 50.000 Euro versprach Jens Spahn 2020 für jedes neue Intensivbett.

Welch übles Spiel die Politik mit Zahlen zur Belegung von Klinik- bzw. Intensivbetten treibt, legen die beiden Buchautoren Autoren Lausen und van Rossum eindrücklich dar. Es wurde und wird von der Politik mit Verordnung und Zahlen jongliert, dass einem schwindelig werden könnte. Es wird nicht unterschieden, ob ein Beinbruch in der Klinik behandelt und der Patient mittels PCR-Test als Nebendiagnose positiv getestet wurde oder ob ein Patient mit Covid-19 als Hauptdiagnose eingeliefert wurde – alles läuft unter Covid-19: mit oder an Covid erkrankt, mit oder an Covid gestorben. Auch wird jede Verlegung von einer Station auf eine andere als neuer Fall gezählt, was zu der absurden Situation führt, dass es mehr neue Covid-Patienten gibt als insgesamt die Zahl Bettenbelegung hergibt.

Um nur einige Daten zur Krankenhausfinanzierung anzuführen: Im November 2020 verabschiedet der Bundestag das >Krankenhausfinanzierungsgesetz<, das den Krankenhäusern für entfallene Behandlungen Nicht-Covid-Erkrankter Ausfallentschädigungen zusagt – allerdings nur, wenn die Intensivstationen zu mindestens 75 Prozent ausgelastet sind. Ab diesem Zeitpunkt beginnen etliche Kliniken „Betten je nach Belegungsumfang flexibel“ zu verschieben, um in den Genuss der Entschädigungszahlungen zu gelangen. Allein bis Ende 2020 wurden an die Krankenhäuser als Kompensation für abgesagte Operationen und frei gehaltene Betten über zehn Milliarden (!) Euro bezahlt.

Keine Belege für eine Überlastung der Intensivstationen

Am Höhepunkt der sogenannten ersten Welle (20. April 2020) waren „weit weniger als 10 Prozent aller verfügbaren Intensivbetten“ von Covid-19-Patienten belegt. Doch das Innenministerium orakelte in seinem Strategiepapier über ein Worst-Case-Szenario, nachdem „allein für Deutschland mit circa 1,2 Millionen Toten zu rechnen sei“. Genauso wenig wie diese Toten trat das schrill angekündigte exponentielle Wachstum von Infektionen ein.

Weiterlesen

Schöne neue Welt 2030 – Vom Fall der Demokratie und dem Aufstieg einer totalitären Ordnung

Buch-Rezension. Unter diesem Titel gehen neunzehn Autoren der Frage nach, welche Motive sich hinter den Impfkampagnen, dem Impfdruck/Impfnötigung, ausgeübt durch Politik und Medien, verbergen.

Die ‚Impfung‘ hält bei weitem nicht das, was versprochen wurde, die Nebenwirkungen sind beträchtlich, Langzeitschäden nicht ausgeschlossen, ständiges Nach-Boostern nötig. Zusätzlich werden hilfreiche Medikamente zurückgehalten. Trotzdem soll jetzt eine Impfpflicht kommen. Warum das so ist und warum wir mit Maßnahmen gequält werden, die unser Immunsystem immer mehr schwächen, darauf versucht dieses Buch eine Antwort zu geben. Eine Antwort, die einen das Gruseln lehrt.

Das Buch „Schöne neue Welt 2030 – Vom Fall der Demokratie und dem Aufstieg einer totalitären Ordnung“ ist in drei Themenbereiche unterteilt: Das Ende der Demokratie, Globaler Tiefer Staat, Die große Transformation – mit einem Epilog von Caitlin Johnstone. Starker Tobak.

In seinem Vorwort verweist Hannes Hofbauer auf die Bemühung der Suprareichen und der großen Kapitalsammelstellen wie BlackRock, ihr Kapital auch in Krisen zu vermehren. Möglich scheint ihnen dies durch die Einführung neuer Technologien der Nano- und Biotechnik, die mit Hilfe der Regierungen zu einem neuen Wachstumszyklus führen soll. Die Pharmaindustrie wird die „neue Leitbranche“ rund um das „Gesundheitsregime im Zuge der Corona-Krise“. So werden neben der menschlichen Arbeitskraft „auch Körper, Bewusstsein und Erfahrung Objekte der Kapitalverwertung und damit der Ausbeutung“ – alles unter dem Deckmäntelchen ‚hehrer Motive‘ infolge eines „weltweiten Test- und Impfmarktes“.

Der Herausgeber Ullrich Mies sieht in der Corona-Pandemie „ein inszeniertes Zeitfenster“, ein „gigantisches Ablenkungsmanöver und einen Menschendressurakt des Globalen Tiefen Staates“. In der „sogenannte 4. Industriellen Revolution (KI-Digitalisierung, Gentechnik, synthetische Biologie, Nanotechnik, Geoingineering und >Mind Control<) soll die Menschheit >transhumanisiert<, der „Übergang in eine >New World Order<“ durchgesetzt werden.

Weiterlesen

USA – die scheinheilige Supermacht

Buch-Rezension. Der Autor Michael Lüders fordert in seinem neuesten Buch Europa dazu auf, sich aus der Vasallentreue zu den USA, einer unmoralischen Weltmacht im Niedergang, zu lösen und stattdessen ein neues Weltethos zu verfolgen.

Michael Lüders, Nahostexperte und Präsident der Deutsch-Arabischen Gesellschaft, legt ein wichtiges Buch zum Verständnis der westlichen Außenpolitik unter Führung der USA vor, mit dem Fokus auf dem Krisenkomplex Naher Osten. Er beschreibt die Manipulationstechniken, mit denen es den Machteliten der USA und der ihnen hörigen Staaten gelingt, die Bevölkerung zu täuschen, um ihre Interessen, das heißt „die Mehrung des Reichtums einer Minderheit auf Kosten der Mehrheit“ durchzusetzen.

Am Beispiel der Entführung des irakischen Tankers Grace 1 am 4. Juli 2019 durch Großbritannien und die Kaperung des Tankers Stena Impero durch iranische Revolutionsgardisten nur zwei Wochen später legt er die Heuchelei und die Doppelmoral des Westens offen. Er analysiert, wie die gleichen Taten mittels Framing völlig unterschiedlich beurteilt werden.

Daneben zeigt Lüders nicht nur auf, wie die USA mit Sanktionen einen Wirtschaftskrieg gegen den Iran führen, sondern wie mit Sekundärsanktionen die Gefolgschaft von Drittstaaten erzwungen wird, und dies, obwohl bereits die Sanktionen gegen Iran als eindeutig völkerrechtswidrig einzustufen sind. Um den Druck auf unbotmäßige Länder zu erhöhen, schrecken die USA bekanntlich nicht davor zurück, internationales Recht zu brechen, auch wenn sie damit nur erreichen, dass auch der Gegendruck maximiert wird. Mit allen Mitteln soll in der Region die Mittelmacht Iran klein gehalten werden, auch um dadurch Russland und China zu schwächen.

Ein eigenes Kapitel widmet der Autor der Meinungsmanipulation. So gelang es den US-amerikanischen Machteliten schon unter Wilson, der Bevölkerung den Eintritt in den I. Weltkrieg als alternativlos zu verkaufen, später mittels „Marketing, Werbung, politischem Spin, Framing oder Fake News“ unter Mithilfe der Medien eine Marktideologie und das „Elitenprojekt“ Neoliberalismus durchzusetzen. Die US-Bevölkerung wurde zum Rauchen gedrängt, indem man dazu überging, bestimmte Produkte als Lifestyle-Events zu inszenieren, in dem Sinne, dass eine emanzipierte Frau zu den „Fackeln der Freiheit“ greift, indem sie Zigaretten qualmt. Nach demselben Schema erfolgen propagandistische Vorbereitungen zu Militärinterventionen, wobei auch hier „Freiheit“ die bevorzugte Metapher ist, wenn es in den Kampf gegen das sogenannte Böse geht. „Big Business bestimmt die Spielregeln, die CIA setzt sie um“. Die Beispiele für Meinungsmanipulation der westlichen Bevölkerungen zur Rechtfertigung von Interventionen reichen von südamerikanischen Staaten, über Iran bis zur „Brutkastenlüge“ während des Irak-Kriegs und werden „in den westlichen (Eliten-)Demokratien“ unter dem Begriff „Meinungsmanagement“ zusammengefasst. Laut Lüders kann die Öffentlichkeit „mit Hilfe der Massenmedien und/oder von gut aufgestellten Netzwerken im Hintergrund ohne weiteres manipuliert und gelenkt werden“. Das Propagandamodell arbeite mit Nachrichtenfiltern, die unter anderem die Welt in „gut“ und „böse“ unterteilen. Demokratie gelte nur noch für die selbsternannten Eliten, aber nicht mehr für das gemeine, zu manipulierende Volk.

Weiterlesen

Der Welt die Präsenz Afrikas schenken

Rezension/Afrika. Von Afrika lernen: „Afrotopia“ – Felwine Sarr und der Traum von einer poetischen Zivilisation.

Felwine Sarr, Wirtschaftswissenschaftler und Autor aus dem Senegal, erläutert in seinem Buch „Afrotopia“, wie die zukünftige Entwicklung in Afrika aussehen könnte, wenn Afrika das Selbstbewusstsein fände, sich zum Reichtum seiner eigenen Kultur und Geschichte zu bekennen.

Fakten über Afrika

Einige der von Felwine Sarr in seinem Buch angeführten Fakten:

Afrika umfasst 54 Staaten auf einem Gebiet, das der Fläche der USA, Chinas, Indiens und einem Teil Westeuropas entspricht. Der afrikanische Kontinent macht ein Viertel der globalen Erdmasse aus, besitzt sechzig Prozent des ungenutzten Kulturbodens und ein Drittel der weltweiten Bodenschätze, von denen erst ein Zehntel ausgebeutet wird. Seit 2020 liegt das Wirtschaftswachstum bei über fünf Prozent. Nur 4,5 Prozent der Treibhausgasemissionen werden auf dem afrikanischen Kontinent verursacht.

Weiterlesen

Hindafing – Pulp Fiction auf Bayrisch

Fernsehen/Serie. In der ersten Staffel der Politsatire „Hindafing“ ist der korrupte Lokalpolitiker Alfons Zischl noch in einer kleinen bayerischen Gemeinde Bürgermeister, in der zweiten Staffel hat er es bereits zum Landtagsabgeordneten in München gebracht.

 

Die schräge TV-Serie Hindafing präsentiert uns den etwas anderen Heimatfilm. In der ersten Staffel geht es um ein altes Gebäude, aus dem ein Bio-Shopping-Paradies namens Donau-Village entstehen soll. Doch dann müssen schnellstens 50 Migranten in der kleinen Gemeinde Hindafing untergebracht werden…

Die Person, bei der in Hindafing alle Fäden zusammenlaufen, ist der von einem großartigen Maximilian Brückner gespielte Bürgermeister Zischl, der sich ständig mit Chrystal Meth das Näschen pudert, jedem alles verspricht, was er niemals halten wird können, und sich dadurch in immer prekärere Situationen manövriert. Mal wird er vom Metzger und dessen Sohn gefoltert, mal beißt ihm ein Drogendealer den Finger ab, mal zündet er das Vereinsheim an.

Daneben muss Bürgermeister Zischl auch noch seine privaten Probleme meistern. Seine Frau verlässt ihn und der ehemalige Seitensprung mit Folgen will mit einem eigenen Friseursalon abgegolten werden. Dazu die demente Mama, der dann, wenn’s passt, schon immer noch das Richtige einfällt.

Alle haben sie Dreck am Stecken in diesem Dorf: Der Metzger lässt sich für seine Wurstherstellung Schlachtabfälle aus der Ukraine liefern, der jungen Pfarrer ist schwul, der Landtagsabgeordnete ist bis über beide Ohren korrupt, die charity-affine Metzgersgattin lässt die Migranten zum Arbeiten in der Schlachterei antreten – dann halt halal und ohne Schwein.

Ein Dorf voller Intrigen, jeder will sich Vorteile verschaffen, vor Gewaltanwendung und Erpressung wird nicht zurückgeschreckt. Und mittendrin Bürgermeister Zischl, der sich immer tiefer in den Sumpf aus Lügen und falschen Versprechungen verstrickt. Und wenn’s ganz schlimm kommt, eine Line zieht.

Diese ganze irrwitzige Handlung wird getragen von begnadeten bayerischen Schauspielern: neben Maximilian Brückner Andreas Giebel und Petra Berndt, Roland Schleglmann, Heinz-Josef Braun, Johanna Bittenbinder u.v.a.

Auch denen des Bayerischen nicht so mächtigen wird empfohlen, dran zu bleiben: Es lohnt sich!

Regie: Boris Kunz
Drehbuch: Niklas Hoffmann, Rafael Parente und Boris Kunz

 

Hindafinghttps://www.daserste.de/unterhaltung/serie/hindafing/index.html

 

Die CIA und das Project Mind Control

Buchrezension. Foltern und Morden: Sidney Gottliebs Drogenlabor in Fort Detrick und das „Project Mind Control“. Auch Deutschland diente als Standort für geheime CIA-Gefängnisse.

Die Lektüre des Buches „Project Mind Control – Sidney Gottlieb, die CIA und das LSD – wie der amerikanische Geheimdienst versuchte, das Bewußtsein zu kontrollieren“ von Stephen Kinzer kann eigentlich nicht empfohlen werden, denn der Inhalt ist gruselig. Alpträume garantiert.

Das Buch beschreibt den Lebensweg von Sidney Gottlieb, der 1951 seinen CIA-Dienst in Camp Detrick begann und dort im Namen der Freiheit und im vermeintlichen Dienst des Kampfes gegen den Kommunismus Menschenopfer grausamster Art zelebrierte.

Am Ende des Zweiten Weltkriegs holten sich die USA führende Forscher ihrer ehemaligen Kriegsgegner und deren Studien ins Land, um sich den Wissens- und Erfahrungsschatz beim Foltern, Morden und in biologischer Kriegsführung zunutze zu machen. Das besondere Interesse galt dem Kampfstoff Sarin. Mit Hilfe der Operation Paperclip wurden deutsche Physiker, Chemiker und Biologen, die in den KZs Experimente an Lagerinsassen vorgenommen hatten, mit einer gesäuberten Biographie in die USA geholt. Der bekannteste unter ihnen war Kurt Blome, der den USA anbot, ihr Biowaffenprogramm zu revolutionieren.

Bereits 1942 hatte die US-Armee ein Geheimprogramm zur Entwicklung dieser neuen Waffengattung beschlossen. Auf einem ehemaligen Stützpunkt namens Camp Detrick begann ein Forschungslabor außerhalb der Stadt Frederick in Maryland seine Arbeit. So konnte 1945 der damalige US-Präsident Roosevelt auch prompt dem britischen Premier Churchill eine Zusage machen, eine halbe Million mit Milzbrandsporen gefüllte Bomben in Kürze nach England liefern zu können. Glücklicherweise kapitulierten die Deutschen noch vor deren Auslieferung. In Missachtung des seit Ende der 20er Jahre bestehenden Verbots biologischer Kampfstoffe durch das Genfer Protokoll wurde in Camp Detrick weitergeforscht, so zum Beispiel zur Herstellung von „Taubenbomben“, wobei das Gefieder von Vögeln mit giftigen Milzbrandsporen durchtränkt wurde.

Weiterlesen

Emigranten-Community

Buch-Rezension. Die „Londoner Gespräche“ blicken zurück auf die Zeiten des Exils und die deutsch-britischen Verflechtungen während des Nationalsozialismus‘.

Im Heft 158 der europäischen Ideen befragte Niko Rollmann die einstmals Emigrierten Freimut Schwarz, Fritz Beer und Peter Wayne über ihre Erfahrungen in Großbritannien. Diese Londoner Gespräche geben nicht nur Einblick in drei außergewöhnliche Lebensläufe, sondern auch in ein weitgehend unbekanntes Kapitel deutsch-britischer Geschichte.

Der Schriftsteller und Übersetzer Freimut Schwarz ging zunächst ins Exil nach Frankreich, floh von dort aus weiter nach Großbritannien, wo er fortan lebte und arbeitete. Der Journalist und Literat Fritz Beer flüchtete als Kommunist und Jude von der Tschechoslowakei über Polen nach Großbritannien und wurde zu späteren Zeiten Präsident des P.E.N.-Zentrums deutschsprachiger Autoren im Ausland. 1998 bekam er das Bundesverdienstkreuz Erster Klasse. Peter Wayne, klassischer deutsch-jüdischer Bildungsbürger, den es von der Schweiz zunächst nach Nordengland verschlagen hatte, war nach Kriegsende Übersetzer bei den Kriegsverbrecherprozessen der britischen Militärregierung. In Frankreich wurde er mit dem Légion d’HonneurOrden ausgezeichnet.

Weiterlesen

Verstörende Gute-Nacht-Geschichten

In seinem Buch „Der Strick des Glücks oder Deutschland geht es gut“ erzählt Teer Sandmann gesellschaftspolitisch brisante „Gute-Nacht-Geschichten für Kinder und Keti“.

Der Rezensent der Neuen Zürcher Zeitung hatte vor zwei Jahren beim Erscheinen des ersten Buches von Teer Sandmann („Golo spaziert – Das Land der sicheren Freiheit“) bereits dazu geraten, sich diesen Autor zu merken. Das war ein guter Rat: Teer Sandmann, in sprachlicher Höchstform, hat mit einem zweiten Buch nachgelegt. 25 Gute-Nacht-Geschichten für Kinder erzählt der Autor seinen Lesern, geschrieben in den Jahren 2018 und 2019. Zwischen den Geschichten eingefügt die Erzählung von der Begegnung mit der georgischen Freundin Keti und Reflexionen über den Weg Georgiens nach dem herbei gesehnten Fall der Sowjetunion zum „Militärstützpunkt des Pentagons“.

Obwohl der Titel ankündigt, dieses Buch sei für Kinder geschrieben, stellt sich schnell heraus, dass Sandmanns Gute-Nacht-Geschichten gerade nicht das Label „jugendfrei“ zugesprochen bekämen. Ein nicht-jugendfreies Kinderbuch? Typisch Teer Sandmann halt. Der Sandmann streut uns Lesern auch keinen Schlaf in die Augen und beschert keine süße Träume, sondern ganz im Gegenteil, nach der Lektüre empfindet der Leser vielmehr den Alp, der ihm auf der Brust sitzt und den Atem nimmt.

Weiterlesen

Generalabrechnung mit dem ganz normalen Wahnsinn

Rezension: „Golo spaziert – Das Land der sicheren Freiheit“ von Teer Sandmann

In seinem Roman „Golo spaziert“ bricht der Autor Teer Sandmann eine Lanze für das gegen den Strich gebürstete Denken und reiht erbarmungslos klugen Satz an klugen Satz, unversehens von Realismus zu Surrealismus wechselnd. Das sprach- und bildgewaltige Werk mit Wortschöpfungen, die auf der Zunge zergehen, könnte auch den Titel tragen: Gedanken auf Spaziergängen über den ganz normalen Wahnsinn – eine Generalabrechnung.

Folgt man dem Gedankenlabyrinth von Teer Sandmann, stellt sich genüssliches Staunen ein ob der genauen Alltagsbeobachtungen, die oft in kafkaesken Szenen enden, wie die Schilderung eines Konzerts für Hörgeschädigte, in dessen Verlauf ein alter Mann immer wieder den Konzertablauf stört, weil ein Scheinwerfer verrutscht.

Weiterlesen

Modern Times: Schakale der Jetztzeit

Buch-Rezension. Michael Lüders stellt seinen zweiten Politthriller „Spur der Schakale“ mit der jungen Ermittlerin Sophie vor, die diesmal in Norwegen ermittelt.

Der renommierte Orientalist, Nahostexperte und Sachbuchautor Michael Lüders versucht sich wieder einmal gekonnt als Roman- und Thriller-Autor. In seinem neuesten Buch Die Spur der Schakale ist die ehemalige Journalistin und jetzige Geheimdienstmitarbeiterin Sophie im Einsatz. Sophie ist dem Leser bereits aus dem vorangegangenen spannenden Thriller Never Say Anything (man achte auf die Anfangsbuchstaben!) bekannt, wo sie mit den schier unfassbaren und mörderischen Aktivitäten der Geheimdienste in den heißen Wüsten der arabischen Welt konfrontiert war.

Weiterlesen

« Ältere Beiträge