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Kategorie: Libyen Artikel (Seite 1 von 23)

Artikel zur aktuellen Politik in und um Libyen, Meinungen sowie historische Hintergründe

Safia Farkasch, Mutter des ermordeten Saif al-Islam Gaddafi, klagt an

Sechzig Tage nach dem Attentat auf Saif al-Islam Gaddafi prangerte die Mutter von Saif al-Islam Gaddafi nicht nur an, dass sich die Täter immer noch auf freiem Fuß befinden, sondern sie erhob auch schwere Vorwürfe gegen den Zintan-Stamm, unter dessen Schutz sich Saif al-Islam zum Zeitpunkt der Tat befand.
Mit ihrer Anklage löste Safia Farkasch innerhalb der libyschen Gesellschaft eine breite Welle von Solidaritätsbekundungen und Zustimmung zu ihren Forderungen aus.
Die libysche Gesellschaft steht vor der Frage, ob dieser Bruch des strikten Tabus der Unantastbarkeit des Gastes, das die arabischen Gesellschaften prägt, bereits ein Zeichen für den Verfall des arabischen Moralkodexes ist.

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Bericht des Expertenrats des UN-Sicherheitsrats zu Libyen

Ein am 29. März 2026 veröffentlichter Bericht eines Expertenrats (Sachverständigengremium) des UN-Sicherheitsrats zu Libyen gibt tiefe und erschreckende Einblicke über die Verfasstheit des Landes. Es geht dabei um Korruption, organisierte Kriminalität, grenzüberschreitende Terror-, Schmuggel- und Schleusernetzwerke. Die Arkano Oil Company, die sich der Dabaiba- und der Haftar-Clan teilen, ermöglichte die Abzweigung von Milliarden US-Dollar in private Taschen, während Investitionen vernachlässigt wurden.
Die National Oil Corporation wird von Milizen kontrolliert.
Der Milizenführer Abdul Salam Zubi wurde zum Unterstaatssekretär des Verteidigungsministeriums ernannt. Er ist unter anderem berüchtigt für Treibstoffschmuggel, Erpressung, Umgehung des Waffenembargos und er kontrolliert den Süden von Tripolis, der libyschen Hauptstadt.
Von Ibrahim Dabaiba, unterstützt von seinem Vater Ali, ist bekannt, dass er im westlichen Libyen als „Königsmacher“ fungiert und der Pate des Arkano-Deals war. Sein Einfluss umfasst über die Aktivitäten der Milizen hinaus auch Sicherheits-, politische und wirtschaftliche Funktionen. Die direkte Zusammenarbeit mit Milizenkommandeuren hat ihn zu einem wichtigen Akteur in deren System gemacht.
Der Chef der General Electricity Company, Mohammed al-Maschay, ist in Treibstoffschmuggel im großen Stil verwickelt.
Unter Ben Gaddara als Chef der Natinal Oil Company kam diese zunehmend unter die Kontrolle von Milizen.
Der Schmuggel von Öl und Ölderivaten hat ein beispielloses Ausmaß erreicht und ist nicht mehr staatlich kontrollierbar.
Daneben geht der Bericht auch ein auf Fälle  von Verschwindenlassen, Folter und Inhaftierung als Mittel zur Einschüchterung von Zivilisten, Aktivisten und Journalisten in libyschen Haftanstalten.
Der Bericht beschreibt außerdem, wie der libysche Premier Abdulhamid Dabaiba zusammen mit dem Milizenkommandanten Machmud Hamza den Milizenführer Ghaniwa al-Kikli in eine Falle gelockt und ermordet hat.

All diese aufgeführten Verbrechen und schweren Korruptionsfälle sind dem UN-Sicherheitsrat nicht erst seit heute bekannt. Doch es wurde nicht nur nicht gehandelt, sondern die kriminellen Regierungen wurden aktiv im Amt gehalten und bestätigt. Dabei ist eine UN-Sondermission zur Unterstützung und Begleitung des politischen Prozesses seit September 2011 in Libyen aktiv. Die Chronik eines Totalversagens.

Der Bericht klammert nicht nur den Mord am Präsidentschaftskandidaten Saif al-Islam Gaddafi aus, sondern auch weitgehend die nicht weniger verbrecherischen Vorgehensweisen im östlichen Libyen unter dem Haftar-Clan.

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Attackierter russischer Gastanker treibt führerlos vor libyscher Küste

Havarierter russischer Öltanker vor libyscher Küste

Havarierter russischer Öltanker vor libyscher Küste

Ein mit Flüssiggas und Erdöl beladener Tanker wurde Anfang März 2026 von einem vermutlich von Libyen aus gestarteten ukrainischen Drohnenboot in Brand geschossen. Das schwer havarierte Schiff drohte zu explodieren und gefährdete die Küsten von Malta und Libyen sowie Bohr-, Erdöl- und Erdgasanlagen. Schwere Umweltschäden wurden befürchtet. Nach einem dramatischen Abdriften des Tankers in Richtung des libyschen Erdöl- und Erdgaskomplexes Mellitah, der nahe der westlibyschen Küstenstadt Stadt Zuwara liegt, gelang es Spezialeinsatzkräften, das Schiff zu sichern.
Libyens Befürchtung, neuer Schauplatz des Stellvertreterkriegs zwischen den USA/NATO und Russland zu werden, haben sich verstärkt.

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Fazit der Nato-Intervention von 2011 in Libyen: Armut und Leid anstatt Befreiung und Menschenrechte

Am 19. März 2011 griff die NATO unter dem Vorwand der Durchsetzung von Menschenrechten und des Schutzes der Zivilbevölkerung Libyen an. Es folgte ein achtmonatiger Krieg, an dem sich 44 Länder beteiligten, und in dessen Verlauf der libysche Staat zerstörte wurde. Seither versinkt das Land im Chaos und das libysche Volk bezahlt den Preis für diese westliche Verschwörung.

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Mord an Saif al-Islam Gaddafi: drei Tatverdächtigte identifiziert, aber keine Festnahmen

Dr. Saif al-Islam Muammar GaddafiDie Generalstaatsanwaltschaft hat die mutmaßlichen Täter des Attentats auf Saif al-Islam Gaddafi identifiziert, jedoch wurde weder ihre Identität preisgegeben, noch wurden sie verhaftet. Es besteht die Befürchtung, dass die Täter außer Landes gebracht oder getötet werden könnten.
Die  ausnahmslose Offenlegung aller an diesem Verbrechen Beteiligten, ob sie es ausgeführt, geplant, angestiftet, finanziert oder ermöglicht haben, fordern nicht nur die Familie von Saif al-Islam Gaddafi und der Gaddafi-Stamm, sondern eine breite Öffentlichkeit.

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Libyen taumelt am Rande des Abgrunds: Proteste gegen soziale Not, zusätzliche Steuerbelastungen und wirtschaftlichen Zusammenbruch

Proteste in az-Zawiya am 25.02.2026

Proteste in az-Zawiya am 25.02.2026

Der staatliche Ölkonzern NOC ist bankrott, der Libysche Dinar im freien Fall, die Preissteigerungen treiben Libyer in die Armut und der Gesundheits- und Bildungssektor bricht zusammen. In dieser Situation werden auch noch neue Steuern erhoben.
Die korrupten Politiker im Inland machten Libyen in Zusammenarbeit mit ihren ausländischen Komplizen zu ihrem Selbstbedienungsladen
. Die Wut der Bürger ist am Kochen. Sie fragen: Wohin verschwanden die Erdöleinnahmen?

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Kurznachrichten Libyen – 5. bis 11. Februar 2026

Aufgrund der Ungeheuerlichkeit des brutalen Mordes an Saif al-Islam Muammar Gaddaf am 3. Februar 2026, seiner von Menschenmassen begleiteten Beisetzung in Bani Walid am 6. Februar 2025 und den vielen diesbezüglichen Stellungnahmen aus Libyen und dem Ausland widmet sich dieser Nachrichtenüberblick fast ausschließlich diesen Themen; Themen, denen die deutschen Medien ein dröhnendes Schweigen widmen.
Im Anschluss einige wenige innerlibysche Nachrichten.

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Saif al-Islam Gaddafi – sein Leben, sein Tod

Dr. Saif al-Islam Muammar GaddafiAm Dienstag, den 3. Februar 2026, wurde Saif al-Islam Gaddafi im Garten seines Hauses in az-Zintan erschossen. Gegen 18 Uhr drangen zwei Bewaffnete in sein Anwesen ein, während zwei Komplizen den Zugang sicherten. Saif al-Islam Gaddafi telefonierte gerade, versuchte noch, sich mit einer Pistole zu verteidigen, bevor 7 Schüsse auf ihn abgefeuert wurden. Zu diesem Zeitpunkt hielt sich kein Sicherheitspersonal auf dem Anwesen auf.
Die Ermordung von Saif al-Islam sandte Schockwellen durch Libyen.

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