Die wichtigsten Ereignisse in MiddleEastNorthAfrica, der islamischen und der afrikanischen Welt (25.09. bis 01.10.2023)

 MENA und ISLAMISCHE WELT

+ Tunesien. „Die Außenminister der Russischen Föderation und der Tunesischen Republik verhandelten in Moskau. Nach dem Gespräch treten Sergei Lawrow und Nabil Ammar vor die Presse.“
https://rtde.team/live/video/181864-live-pressekonferenz-aussenminister-von-russland/

+ Libyen. „Al-Hadsch ist am Montag mit einem Team von Psychologinnen und Ärztinnen in das 800 Kilometer östlich der Hauptstadt gelegene Krisengebiet gereist. Der aus mehreren Reisebussen bestehende Konvoi der libyschen Frauen ist Teil einer nie dagewesenen Mobilisierung der Zivilgesellschaft über die ehemaligen Frontlinien hinweg. »Wir arbeiten mit Initiativen aus der südlichen Fezzan-Provinz, der Cyrenaika und vielen bis vor Kurzem noch verfeindeten Städten Westlibyens zusammen«, so Amal Al-Hadsch. »Es klingt zwar zynisch, aber diese Katastrophe hat die Bürger einander näher gebracht als die vielen Demokratisierungsprojekte der letzten Jahre.« Nach ursprünglicher Kritik an den vielen Kontrollen der in Ostlibyen tonangebenden Armee Khalifa Haftars können die Freiwilligen nun ihre Hilfe direkt an die Flutopfer verteilen. […]
 Eine Bürgerinitiative aus Derna forderte am Sonntag in einer Erklärung die Aufklärung der Vorwürfe, denen zufolge die beiden während des Sturms kollabierten Dämme nie gewartet oder renoviert worden waren. Ein Bericht der Antikorruptionsbehörde in Tripolis hatte 2020 festgestellt, dass die 2012 beauftragte türkische Baufirma die bezahlten Arbeiten nie durchgeführt hatte. […]
Nachdem Parlamentspräsident Aguila Saleh wenige Tage nach der Katastrophe zwar ohne Notfallplan und Mitleidsbekundung für die Opfer, aber dafür mit der Forderung nach einem 100 Millionen Dinar schweren Budget an die Öffentlichkeit gegangen war, entbrannten wütende Proteste in der Stadt. Denn Saleh bestand darauf, dass die Gelder von dem seit 2016 ohne Mandat tagenden Parlament verwaltet würden. Der wegen schweren Verdachtsvorwürfen entlassene Bürgermeister ist Salehs Neffe. […]
Während die Bürger in Ostlibyen vor allem die Armee und das Parlament kritisch beäugen, ruinieren in Westlibyen der Großmufti Sadiq Ghariani und die Vertreter des politischen Islams ihre Reputation. Während in den Moscheen der Hauptstadt zu Spenden für die ostlibyschen Flutopfer und angesichts der größten Katastrophe seit der Unabhängigkeit des Landes zu Versöhnung aufgerufen wird, schweigt Ghariani eisern. […]
»In dieser Ausnahmesituationen zeigt sich, dass die breite Mehrheit der Libyer Versöhnung und einen Neuanfang will«, sagt der Journalist Moutaz Mati. »Die politische Elite wird mit der Fortsetzung ihres Konfrontationskurses scheitern«.“
https://www.nd-aktuell.de/artikel/1176613.libyen-das-hochwasser-hat-libyen-veraendert.html

+ Libyen. „Laut einer Abmachung zwischen den USA und der Türkei werden die türkischen Militärangehörigen von dem nahe der Hauptstadt Tripolis gelegenen Maitiga-Luftwaffenstützpunkt in das etwa 200 Kilometer weiter östlich gelegene Misrata verlegt. Der komplette Maitiga-Luftwaffenstützpunkt soll anschließend an die US-Luftwaffe übergeben werden.
An die Bewohner der Gegend um den Maitiga-Luftwaffenstützpunkt ist bereits ein Räumungsbefehl ergangen. Sie sollen ihre Häuser und Wohnungen freimachen, damit dort die Angehörigen von Offizieren und anderen hochrangigen US-amerikanischen Militärs untergebracht werden können, die sich bereits auf den Umzug vorbereiten. Mit der Behauptung, die Bewohner hätten gegen den mit der Wohnungsbauabteilung des Stützpunkts geschlossenen Vertrag verstoßen, gab ihnen der Militärstaatsanwalt von Tripolis ganze fünf Tage Zeit, um ihre Häuser zu verlassen.“
https://gela-news.de/der-maitiga-luftwaffenstuetzpunkt-soll-von-den-usa-uebernommen-werden

+ Libyen. „Der Oberbefehlshaber Chalifa Haftar der Libysch-Nationalen Armee (LNA) im Osten Libyens um Tobruk stattete am Dienstag in einer kritischen Phase der libysch-russischen Beziehungen für Außenstehende überraschend Russland einen Besuch ab. Haftar wurde vom Stellvertretenden russischen Verteidigungsminister Junus-Bek Jewkurow in Moskau empfangen. Laut einer Mitteilung der LNA auf Facebook sollten die beiden Militärs über nicht näher genannte Entwicklungen in Libyen und die Beziehungen zwischen Libyen und Russland sprechen. Jewkurow besuchte im August auch Libyen und traf sich dort mit dem General Haftar in Bengasi. […] Haftar konnte am Donnerstag in Moskau auch ein Gespräch mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin führen, wie sowohl seine Streitkräfte als auch der Kreml mitteilten. […]
Der Besuch von Haftar in Moskau folgt auf wichtige Entwicklungen in den Beziehungen zwischen Libyen und Russland. Im Juni hatte Russland seine diplomatische Repräsentanz in Tripolis wiederhergestellt und einen neuen Botschafter in die libysche Hauptstadt entsandt.
Russland hatte während des gesamten libyschen Bürgerkriegs nach der NATO-Invasion Haftars Kräfte in ihrem Kampf gegen die später von UNO als legitim anerkannte Regierung in Tripolis unterstützt, die derzeit vom Premierminister Abdul Hamid Dbeiba geführt wird. Nach einem Angriff auf die russische Botschaft in Tripolis hatte Russland seine Diplomaten im Jahr 2013 evakuiert. […]
Der Besuch in Moskau fand auch weniger als drei Wochen nach den verheerenden Überschwemmungen in der Stadt Darna im Osten Libyens am 10. September statt. In der Zwischenzeit hat Russland Rettungskräfte dorthin nach Libyen entsandt. Zugleich folgt der Besuch in Moskau auf den Besuch eines führenden US-Militärs in Libyen. So reiste General Michael Langley vom US Marine Corps, der das >US Africa Command< leitet, letzte Woche nach Libyen, um die bilaterale Zusammenarbeit zu fördern.“
https://freede.tech/afrika/182179-haftar-trifft-putin-warum-besucht/
SaifForFuture meldet: Nach der Hafen von al-Khoms von der Dabaiba-‚Regierung‘ an die Türkei übergeben wurde, ist nun auch der Hafen der Stadt Sirte an die Wagner-Streitkräfte übergeben worden, die zusätzlich den Militärstützpunkt Gardabija kontrollieren.
Dies scheint auf den Besuch Haftars in Moskau zurückzugehen.
https://twitter.com/SaifFuture/status/1707057435704266792

+ Libyen. „Der Bericht der UN-Expertenkommission vom 29.09.2023 rechnet mit den unhaltbaren Zuständen in Libyen und den Machthabern im Osten und Westen des Landes ab. Den Osten hält der Haftar-Clan mit Hilfe der LNA fest im Griff, im Westen herrscht der Dabaiba-Clan mit Hilfe von Milizen. Der UN-Expertenbericht stellt auch klar, dass die fragmentierte Sicherheitslage, mangelndes Vertrauen zwischen verschiedenen Parteien und externer Einfluss den effektiven Abzug ausländischer Kämpfer aus Libyen behindern.“
https://gela-news.de/der-neue-un-bericht-zu-libyen-hat-es-in-sich

+ Israel/UNO. „Seine Vision eines »neuen Nahen Ostens« hat Benjamin Netanjahu vor der UN-Generalversammlung in New York präsentiert. […]
Ziel dieser arabisch-israelischen Allianzen ist es, die Front gegen den Iran zu stärken. Dieser müsse »mit einer glaubwürdigen nuklearen Bedrohung konfrontiert werden«, spielte Netanjahu hier offen mit dem Einsatz des un­deklarierten israelischen Atombombenarsenals, um an anderer Stelle zu erklären, Israel »kann zu einer Brücke des Friedens werden«. Netanjahus Büro erklärte im nachhinein, bei der Nukleardrohung habe es sich um einen Versprecher gehandelt, eigentlich hätte »militärische Bedrohung« im Redeskript gestanden. Neben den vier bereits geschlossenen Abkommen – kam Netanjahu zum Kern seiner Rede – stehe Israel heute »an der Schwelle zu einem noch dramatischeren Durchbruch«, nämlich dem »historischen Frieden mit Saudi-Arabien«. Die Sache der Palästinenser müsste dafür jedoch geopfert werden. […]
Dass die formale Einverleibung der besetzten Gebiete augenscheinlich nun offizielle israelische Politik ist, machte Netanjahu auch bei seiner UN-Rede deutlich, als er die Karte seines »neuen Nahen Ostens« präsentierte. Dort waren keine besetzten Gebiete mehr eingezeichnet, sondern das Westjordanland, Ostjerusalem, der Gazastreifen und der syrische Golan waren einheitlich blau als israelisches Staatsgebiet eingefärbt.“
https://www.jungewelt.de/artikel/459840.un-generalversammlung-ohne-pal%C3%A4stina.html

+ Israel/Deutschland. „Israel wird sein Raketenabwehrsystem Arrow-3 für knapp 4 Milliarden Euro an Deutschland verkaufen. Berlin will sich im Falle eines Krieges mit Russland schützen können.“
Voltaire, internationale Nachrichten N°54 – 29. September 2023

+ Syrien/Libanon. „Syrien wird seines Territoriums und seiner Rohstoffe beraubt, die Bevölkerung wird gespalten. Nach Krieg und Kriegsfolgen steht auch Landnahme – wie etwa die Besatzung der syrischen Ressourcen von Öl, Baumwolle und Weizen durch US-amerikanische Truppen – am Anfang der elenden Spirale von Flucht und Vertreibung. Über das Thema Flucht legt sich ein Netz von Interessen regionaler staatlicher und nicht-staatlicher Akteure, denen es nicht um die Menschen, sondern um Boden und Rohstoffe oder um die Kontrolle von Transportwegen geht. […]
Nach den Palästinensern suchten Iraker Zuflucht im Libanon und selbst Kurden kamen aus der Türkei. Schließlich kamen auch syrische Flüchtlinge, deren Heimat bis zum Krieg 2011 im Laufe von Generationen selber Millionen Flüchtlinge aufgenommen hatte. Heute sind mehr als 800.000 syrische Flüchtlinge im Libanon bei UN-Hilfsorganisationen registriert, die libanesische Regierung geht davon aus, dass 1,5 Millionen syrische Flüchtlinge sich im Land aufhalten. […]
Libanon führt Gespräche mit Syrien und Staaten der Arabischen Liga, die nach Lösungen suchen, die Menschen bei einer freiwilligen Rückkehr zu unterstützen. Doch die Möglichkeiten sind gering, zumal die großen Geldgeber der Hilfsorganisationen, die USA, Deutschland und die EU, eine Rückkehr der Syrer in ihre Heimat ablehnen. […]
Die Klimaveränderungen tragen zu wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Anspannungen bei, das ist wahr. Doch der zentrale Grund für die angespannte Lage in der Region ist eine falsche Politik des Westens seit mehr als 100 Jahren. Obwohl die Staaten der Region in den 1940er Jahren unabhängig wurden – von britischem und französischem Mandat –, mischten sich die ehemaligen Mandatsmächte und zunehmend die USA immer wieder in die Staatenentwicklung der Region ein. Die Folge: Unruhen, Umstürze, bewaffnete Konflikte und Kriege brachen aus. […]
Diese Kriege sorgen für Profit für den Militärisch-Industriellen Komplex aus Rüstungsindustrie, Militär und Politik mit dem Ziel, die weitere Anhäufung von Macht und Profit zu sichern. Parteien, Regierungen, Industrie und Handel, Wissenschaft, Forschung, Bildung und Medien und selbst das internationale Recht sollen diesem Ziel unterworfen werden.
Die Menschen, deren Länder dafür zerstört werden, sind viele und sie sterben früh. Sie sterben in den Kriegen und an den Folgen der Kriege. Sie werden krank und sind hungrig. Sie sterben bei Kämpfen mit anderen, die ihr Land und ihr Leben vor der Zerstörung schützen oder selber aus dem Netz ausbrechen wollen. Sie sterben auf der Flucht, in einem Lager oder im Mittelmeer.“
https://www.nachdenkseiten.de/?p=104316#more-104316

+ Syrien/Drusen. „Die Proteste in der südsyrischen Provinzhauptstadt Suwaida sind deutlich zurückgegangen, der Alltag hat sich weitgehend stabilisiert. Sie waren in Reaktion auf eine deutliche Verteuerung der Lebenshaltungskosten Mitte August ausgebrochen, die wirtschaftliche Lage bleibt jedoch in ganz Syrien schwierig. Die Demonstranten in dem mehrheitlich von Drusen bewohnten Suwaida forderten Maßnahmen der Regierung gegen die hohe Inflation, es ging ihnen um ein Leben in Würde. Nach wenigen Tagen änderten sie die Parolen jedoch und richteten sich gegen Präsident Baschar Al-Assad, den sie für die schlechten Lebensbedingungen verantwortlich machten. […] Die Demonstranten forderten zudem einen Autonomiestatus für Suwaida und einen eigenen Grenzübergang nach Jordanien. […]
Die Gespräche zwischen Regierungsvertretern, Einsatzkräften, Vermittlern und den religiösen Würdenträgern und Stammesführern der Drusen dauern unterdessen an. […] Quellen, die nicht namentlich genannt werden möchten, berichteten jW von einer weiterhin angespannten Situation. […]
Weizen, Baumwolle, Oliven – werden im Nordosten des Landes von den USA und in Nordaleppo, Afrin und Idlib von mit der Türkei verbündeten Milizen kontrolliert und ausgebeutet. Die Wirtschaft wird zusätzlich von einseitig verhängten EU-Strafmaßnahmen und US-Finanzsanktionen im Rahmen des »Caesar-Gesetzes« stranguliert.“
https://www.jungewelt.de/artikel/460050.syrien-krieg-fragile-ruhe.html

+ Syrien/USA. „USA unterstützen Anti-Assad-Demonstranten in Südsyrien. Die USA versuchen, mehr Druck auf Assad auszuüben, da immer mehr Länder ihre Beziehungen zu Syrien normalisieren. […] Die US-Botschaft in Syrien schrieb auf X, dass der stellvertretende stellvertretende Außenminister Ethan Goldrich >mit dem spirituellen Führer der Drusen, Sheikh Hekmat al-Hajari, gesprochen und dabei unsere Unterstützung für die Meinungsfreiheit der Syrer, einschließlich der friedlichen Proteste in Suwayda, bekräftigt hat<. […] Drei Mitglieder des Kongresses sprachen kürzlich mit al-Hajari, um ihre parteiübergreifende Unterstützung für die Proteste zu bekunden: Abg. Joe Wilson (R-SC), Brendan Boyle (D-PA), und French Hill (R-AR). Boyle sagte letzte Woche gegenüber The National, dass er während seines Gesprächs mit al-Hajari >die Unterstützung des Kongresses für die friedlichen Proteste in Suwayda bekräftigt< habe. […] Am Mittwoch brachten die Senatoren Marco Rubio (R-FL) und Jim Risch (R-ID) den Assad Regime Anti-Normalization Act of 2023 ein, einen Gesetzentwurf, der die Sanktionen gegen Syrien ausweiten würde, um weitere Länder von einer Normalisierung der Beziehungen zu Damaskus abzuhalten.
Während US-Politiker behaupten, das syrische Volk zu unterstützen, zielen die US-Sanktionen gegen Syrien speziell darauf ab, den Wiederaufbau des Landes zu verhindern, und hatten verheerende Auswirkungen auf die Zivilbevölkerung.“
https://www.antikrieg.com/aktuell/2023_09_29_usa.htm

+ Syrien/UN. „Bassam Sabbagh, der Ständige Vertreter Syriens bei den Vereinten Nationen, sagte in seiner Rede vor der 78. UN-Generalversammlung: >Syrien fordert die Aufhebung der Zwangsmaßnahmen gegen Syrien und richtet sich gegen eine Reihe von Ländern, da es sie als Wirtschaftsterrorismus betrachtet, der nicht weniger brutal und gefährlich ist als der bewaffnete Terrorismus (…) Die Politik des konstruktiven Chaos der Vereinigten Staaten hat zu Destabilisierung und Unsicherheit in unserer Region geführt und das Aufkommen des Terrorismus provoziert<.“
Voltaire, internationale Nachrichten – N°54 – 29. September 2023

+ Algerien. „Während Frankreichs Einfluss in Afrika schwindet: Algerien weitet Englischunterricht aus. Frankreichs Einfluss ist in Afrika ins Wacken geraten. Die Behörden in Algerien haben in den offiziellen Titeln etlicher Ministerien Französisch durch Englisch ersetzt. Washingtons unausgesprochenes außenpolitisches Ziel ist es, Frankreich aus Afrika zu verdrängen. […]
Mehr als ein Jahr, nachdem Algerien ein Pilotprojekt für den Englischunterricht in Grundschulen gestartet hat, feiert das Land diesen als Erfolg und weitet ihn aus – ein Schritt, der die zunehmende sprachliche Veränderung in den ehemaligen französischen Kolonien in ganz Afrika widerspiegelt.“
https://freede.tech/afrika/182232-waehrend-frankreichs-einfluss-in-afrika/

+ Iran. „Der iranische Präsident Ebrahim Raisi sprach am Rande der Generalversammlung der Vereinten Nationen exklusiv mit RT über die geopolitische Rolle seines Landes, die Freundschaft mit Russland und den Sieg in einem vom Westen angezettelten Hybridkrieg.“
Video: https://freede.tech/kurzclips/video/182356-exklusives-rt-interview-mit-ebrahim/

+ Iran. „Da die UN-Sanktionen gegen den Iran am 18. Oktober auslaufen, hat Revolutionsführer Ayatollah Ali Chamenei neue Verhandlungen mit den Vereinigten Staaten genehmigt. Sie werden voraussichtlich in wenigen Wochen im Oman beginnen.“
Voltaire, internationale Nachrichten – N°54 – 29. September 2023

+ Iran. „Der Iran hat nach eigenen Angaben einen Satelliten zur Erdbeobachtung ins All geschossen. Die staatliche Nachrichtenagentur Irna berichtete unter Berufung auf Kommunikationsminister Isa Sarepur, der >Nur-3<-Satellit sei auf eine Umlaufbahn in 450 Kilometern Höhe gebracht worden.“
https://www.tagesschau.de/ausland/asien/iran-satellit-100.html

+ Irak. „Bei einem Brand auf einer Hochzeitsfeier im Irak sind mehr als 100 Menschen getötet worden. Die Behörden stellten inzwischen Haftbefehle aus. Möglicherweise wurden bei einem Feuerwerk Sicherheitsvorschriften nicht beachtet.“
https://www.tagesschau.de/ausland/afrika/irak-feuer-hochzeitsfeier-100.html

+ VAE/Sudan. „USA und EU drängen VAE, Waffenlieferungen an sudanesische Rebellen einzustellen. Die Schnellen Eingreiftruppen [Rapid Support Forces] von >General< Mohamed Hamdan Dagalo (bekannt als >Hemeti<) werden von der Wagner-Gruppe im Sudan unterstützt.
Ein Netzwerk von Unternehmen wird von Hemetis jüngerem Bruder, Algoney Hamdan Dagalo, von Dubai aus geleitet. Es liefert Waffen an die Schnellen Eingreiftruppen, vor allem über den Flughafen Amdjarass im Osten des Tschad.“
Voltaire, internationale Nachrichten – N°54 – 29. September 2023

+ Saudi-Arabien/Fußball. „Mit Ronaldo, Neymar und Karim Benzema wechselten nun bereits drei Weltstars des Fußballs in die Wüste Saudi-Arabiens. Zahlreiche – oft sogar jüngere – Topstars aus der ersten Reihe folgten. Und dies ist erst der Anfang. Der saudische Staatsfonds soll bis zum Jahr 2030 die unvorstellbare Summe von 20 Mrd. Euro allein für Transfers zur Verfügung gestellt haben; die astronomischen Gehälter für die Stars sind da noch nicht einmal mit eingerechnet. Man könnte nun sagen, dies sei das Ende des Fußballs, wie wir ihn kennen. Man könnte aber auch sagen, diese Entwicklung ist nur logisch und folgerichtig, treiben die Saudis doch nur eine Entwicklung auf die Spitze, die in Europa gestartet wurde. Und wie bei so vielen anderen Dingen haben sich die Kräfteverhältnisse global verschoben. Europa ist nicht mehr der Nabel der Welt und wird dies auch im Fußball womöglich bald auch nicht mehr sein.“
https://www.nachdenkseiten.de/?p=104375#more-104375

+ Türkei. 01.10.: „In den frühen Morgenstunden wurde die türkische Hauptstadt von einer Explosion erschüttert. Ein Selbstmordattentäter sprengte sich vor dem Eingang des Innenministeriums in die Luft. Ein weiterer Attentäter wurde von Sicherheitskräften getötet. […] Zwei Polizeibeamte wurden bei dem Anschlag verletzt. “
https://freede.tech/der-nahe-osten/182357-terroranschlag-auf-tuerkisches-innenministerium/

+ Pakistan. „Bei einem Selbstmordanschlag im Südwesten Pakistans sind mehr als 50 Menschen getötet worden. Nach Polizeiangaben wurde eine Bombe in der Nähe einer Moschee in Mastung gezündet. Zu der Zeit feierten etwa 500 Gläubige den Geburtstag des islamischen Propheten Mohammed. Zahlreiche Verletzte seien in Krankenhäuser gebracht worden, einige befänden sich in kritischem Zustand. Unter den Toten sei auch ein ranghoher Polizeibeamter.“
https://www.tagesschau.de/ausland/asien/pakistan-explosion-tote-100.html

SUBSAHARA-AFRIKA

+ Niger. „Nach der Ankündigung von Frankreichs Präsident Emmanuel Macron, die französischen Streitkräfte aus Niger abzuziehen, zeichnet sich auch der Rückzug der Bundeswehr aus dem Land ab.“
https://www.german-foreign-policy.com/news/detail/9355

+ Niger. „In Niamey, der Hauptstadt der Republik Niger, wurde ein Lastwagen mit Trinkwasser für die französischen Truppen von Einheimischen angegriffen. Die wütenden Angreifer plünderten die Ladung des Lastwagens und zertrümmerten dabei das Fahrzeug. Der französische Präsident Emmanuel Macron teilte mit, Frankreich werde nach dem erfolgreichen Putsch antifranzösischer Kräfte sein Militär und seine Diplomaten aus Niger abziehen. Bis Ende des Jahres sollen die rund 1.500 Soldaten das Land verlassen.“
Video: https://freede.tech/kurzclips/video/182247-niger-freudenfest-zur-abreise-franzoesischen/

+ Mali/Frankreich. „Auf der 78. Generalversammlung der Vereinten Nationen beschuldigte der Interimspremierminister Malis, Abdoulaye Maïga, >die französischen Behörden, zutiefst antifranzösisch, weil sie universelle moralische Werte verleugnen und das schwere humanistische Erbe der Philosophen der Aufklärung verraten haben<, sich >in eine Junta im Dienste des Obskurantismus verwandelt zu haben<. Er warf der >nostalgischen französischen Junta neokoloniale, herablassende, paternalistische und revanchistische Praktiken vor, die beispiellose, illegale, illegitime und unmenschliche ECOWAS- und UEMOA-Sanktionen< gegen sein Land angeordnet und vorsätzlich verhängt habe. Er beschuldigte Frankreich, mehr als fünfzig Mal den malischen Luftraum verletzt zu haben, indem es >Geheimdienstinformationen, Waffen und Munition an terroristische Gruppen< geliefert habe.“
Voltaire, internationale Nachrichten – N°54 – 29. September 2023

+ Burkina Faso. „Bassolma Bazié, Staatsminister von Burkina Faso, hat während der UN-Vollversammlung die Präsenz der Wagner-Truppen im Land zurückgewiesen. Er erklärt, dass die nationalen Formationen >Streitkräfte für Verteidigung und Sicherheit< (FDS) und >Freiwillige für die Verteidigung des Vaterlandes< (VDP) die sogenannten Wagner von Burkina Faso seien.
Der Minister sagte auch, dass das Land souverän ist und Verteidigungsgüter von jedem Partner kaufen könne.“
https://rtde.team/kurzclips/video/181811-burkiner-staatsminister-wir-selbst-sind/

+ Burkina Faso. „Die Militärregierung in Burkina Faso hat erklärt, einen Putschversuch verhindert zu haben. >Ein nachgewiesener Putschversuch wurde am 26. September 2023 von den Geheim- und Sicherheitsdiensten Burkina Fasos vereitelt<, hieß es in einer im Staatsfernsehen verlesenen Erklärung.
Offiziere sowie weitere mutmaßliche Akteure des >Destabilisierungsversuchs< seien festgenommen worden und es werde >aktiv< nach weiteren Teilnehmern gefahndet.“
https://www.tagesschau.de/ausland/afrika/burkina-faso-putschversuch-100.html

+ Südsudan/Russland. „Der südsudanesische Präsident Salva Kiir hat bei einem Treffen mit dem russischen Präsidenten den Ausbau ihrer Beziehungen in den Bereichen Energie, Handel und anderen Bereichen, vor allem Öl, vereinbart. Kiir und Präsident Wladimir Putin trafen sich am Donnerstag in Moskau und erörterten auch politische und sicherheitspolitische Fragen im Südsudan, der sich auf seine ersten Präsidentschaftswahlen im Dezember 2024 vorbereitet. Das Land erlangte 2011 seine Unabhängigkeit vom Sudan und wird seither von Kiir geführt.“
https://freede.tech/afrika/182210-engere-beziehungen-in-bereichen-energie/

+ Sudan. World Health bestätigt, dass es Berichte über einen Ausbruch von Cholera und Dengue-Fieber im Ostsudan erhalten hat.
https://twitter.com/SaifFuture/status/1706727910785401206

+ Sahel/UN. „»Einfach Proafrikanisch«: Mali, Burkina Faso und Guinea läuten vor UN-Generalversammlung neue Zeiten ein. Niger Rederecht verweigert. […] Für die drei Staaten des Sahel, die sich zur Zeit mit aller Macht aus dem Klammergriff der einstigen Kolonialmächte Europas zu lösen versuchen, begann die diesjährige Generaldebatte der Vereinten Nationen in New York am Dienstag vergangener Woche mit großem Ärger. […] Nigers neuer Außenminister, Bakary Yaou Sangaré, aber suchte in den Unterlagen vergeblich nach dem Tag, an dem er sich im Namen seines Landes an die versammelten UN-Mitgliedstaaten hätte wenden können: Er stand nicht auf der Liste. Empört fragte er bei den zuständigen Stellen der Vereinten Nationen nach. [ …]
Wohl unter argem Druck stehend – die europäischen Staaten dringen darauf, die Übergangsregierung in Niamey nicht anzuerkennen –, entschied UN-Generalsekretär António Guterres, die Entscheidung, wer für Niger sprechen dürfe, einer speziell für solche Streitfälle geschaffenen UN-Kommission zu übertragen. Die aber tagt erst wieder irgendwann im Herbst. […]
Afrika hat den Kampf um eine echte Entkolonialisierung erneut aufgenommen.“
https://www.jungewelt.de/artikel/459964.neokolonialismus-klartext-in-new-york.html

+ Somaliland. „Die Regionen Sool, Sanaag und Cayn [SSC] erheben sich gegen den nicht anerkannten Staat Somaliland, der mehrheitlich von der ethnischen Gruppe der Isaaq regiert wird. Die SSC-Regionen sind unterdessen überwiegend ethnisch Dhulbahante und werden vom nicht anerkannten Staat Puntland unterstützt. […]
Zu Beginn des Krieges im Jemen wurde in Somaliland ein gemeinsamer israelisch-britisch-saudischer Stab installiert.“
Voltaire, internationale Nachrichten N°54 – 29. September 2023

+ Simbabwe. „Gewalttaten nach den Parlamentswahlen in Simbabwe.“
Voltaire, internationale Nachrichten N°54 – 29. September 2023

+ Mosambik/Flüssiggas. „Nachdem Russland als Energielieferant für die Europäische Union nicht mehr infrage kommt, gilt der südafrikanische Küstenstaat wegen seiner immensen unerschlossenen Gasvorkommen als idealer Kandidat. Doch im Land herrscht Krieg […]
Der Norden des Landes ist in einen Krieg verstrickt, bei dem kein Ende in Sicht ist. […]
Die Provinz [Cabo Delgado] ist einerseits die ressourcenreichste Region des Landes, andererseits wird sie von der Zentralregierung vernachlässigt wie keine andere. […]
Nutznießer der Reichtümer ist die in Mosambik mehrheitlich christliche Volksgruppe der Makonde, zu denen auch der Präsident der Republik Filipe Nyusi gehört. […] Die muslimischen Mwani und Makua bleiben hingegen außen vor. […]
Heute werden die Rubinminen ebenso wie die Grafitbergwerke in Ancuabe und die Infrastrukturen für Gasförderung auf der Afungi-Halbinsel von ruandischen Soldaten beschützt. […] Auch Europa beteiligt sich an der Finanzierung der ruandischen Soldaten. […] Mit dem Geld der europäischen Steuerzahler wird also eine Friedenssicherungsmission finanziert, die unter anderem die Interessen internationaler Energiekonzerne schützen soll. […] Im Fall Mosambik würde man also die ressourcenreichen Gebiete hermetisch sichern und den Rest den sich bekämpfenden Gruppen und Warlords überlassen. […]
Mit seinen immensen noch unerschlossenen Bodenschätzen ist Mosambik aus EU-Sicht ein idelaer Kandidat, um das russische Gas zu ersetzen. Italien dürfte dabei eine Hauptrolle zukommen. […] Was allerdings Mosambik betrifft, so wird das Land keinerlei Vorteile davon haben und im Gegenteil viele Probleme bekommen. Die Gasförderung hat nicht nur die bestehenden Spannungen explosionsartig verschärft, sie wird auch gravierende Auswirkungen auf die Umwelt haben.“
LeMondeDiplomatique, September 2023, „Flüssiggas aus Mosambik?“

+ Eswatini (Swasiland). „Für König Mswati III. sind es reguläre Parlamentswahlen, doch Parteien sind in Eswatini – früher bekannt als Swasiland – nicht zugelassen. Die alles dominierende Person bleibt: der Monarch. Laut der Wahlkommission von Eswatini haben sich gut 580.000 Menschen in die Wählerlisten eintragen lassen. Sie entscheiden über 59 Abgeordnete im Unterhaus in Lobamba, südöstlich der Hauptstadt Mbabane.“
https://www.tagesschau.de/ausland/afrika/eswatini-wahlen-100.html

+ Afrika/Erdöl/Erdgas. „Über siebzig Erdöl- und Erdgasprojekte sollen bis 2025 in den Ländern südlich der Sahara in Betrieb genommen werden: Im April 2022 verkündeten z.B. der Energiekonzern Total und die beteiligten Länder den Start für die East African Crude Oil Pipeline (EACOP), die in vier Jahren Öl aus Uganda über 1445 km quer durch Tansania an die Küste bringen soll. Umweltschützer warnen unter anderem vor der Verschmutzung des Albertsees, unter dem das Öl lagert. Berechnungen zufolge dürfte die Ölförderung pro Jahr zu mehr CO2-Emissionen führen als die bisherigen jährlichen Gesamtemissionen von Uganda und Tansania zusammengezählt. Ugandas Präsident und Total versprechen dafür wirtschaftlichen Aufschwung. Bereits zeigt sich allerdings, dass hinter den ugandischen Firmen oft internationale Konsortien stehen, die die Gewinne abschöpfen werden. Und während vor Ort schlecht bezahlte Jobs entstehen, besetzen ausländische Arbeitskräfte die lukrativen Management-Positionen. […]
Die Investitionen für Öl- und Gasexploration in Afrika sind von 3,4 Milliarden US-Dollar im Jahr 2020 auf 5,1 Milliarden im Jahr 2022 gestiegen.“
https://www.infosperber.ch/umwelt/trotz-klimakrise-setzt-der-westen-in-afrika-auf-oel-und-gas/