Am Tag der Jugend brüskiert die Jugend von Tripolis Abdul Hamid Dabaiba mit Gaddafi-Sprechchören / Weiterhin Streiks und Protestaktionen im Bildungssektor / Gehaltskürzungen faufgrund neuer Gehaltstabelle befürchtet / Proteste im Gesundheitssektor / Seegrenzenabkommen mit Türkei weiter umstritten: Schlagabtausch zwischen Griechenland und Türkei im UN-Sicherheitsrat / Zintan-Milizen schließen erneut Ölpipelineventil der Leitung vom Hamada-Feld nach az-Zawiya / Südliches Libyen wird zur Konflikt- und Kampfzone: Wardagos Truppen im Niger mit Drohnen angegriffen, Tschad weist Vorwürfe zurück –  algerische Truppen im Niger – Russland vermittelte Waffenruhe, die dem Treffen zwischen Saddam Haftar und dem nigrischen Premierminister in Bengasi vorausging – auch Türkei im Niger aktiv – Ukraine weitet Drohnenmarkt in den Sahel aus – Tripolis und Bengasi kämpfen um Einflusszonen im Süden / Westlicher und östlicher Militärstabschef zusammen in Paris / Neuer Parlamentspräsident hält erstmals Parlamentssitzung in Sebha ab / Kraftstoffschmuggel floriert weiter / Lange Schlangen vor Ausgabestellen für Kochgasflaschen / Inflationsrate bei 33 Prozent / Wirtschaft vor dem Zusammenbruch / UN-Mandat für Libyen bis 31. Oktober 2027 verlängert

 Dschamahiriya

+ Abdul Hamid Dabaiba in einer Rede anlässlich des Nationalen Tages der Jugend im Stadion AINAH in Tripolis: Wir werden uns so gut wie möglich um eure Anliegen kümmern, und diese umsetzen.
Libyen sei ein einziges Ganzes, und man werde keine Teilung akzeptieren. Dabaiba sagte auch: „Wir haben uns und das Vaterland befreit“.
Daraufhin skandierten die auf den Tribünen versammelten Jugendlichen „Allah, Muammar und Libyen allein“.
Dabaiba habe verärgert vorzeitig das Stadion verlassen.

+ Aischa al-Gaddafi kommentierte die Sprechchöre der libyschen Jugend: Das ist die wütende Generation, die die Herausforderung annehmen wird, dem Vaterland sein Recht und seine Würde zurückzugeben.

+ Al-Mabruk Abu Amid (ehemals Oberster Rat von Wirschefana) zu den Sprechchören am Jugendnationaltag: Die historische Persönlichkeit von Muammar Gaddafi wurde zu einem politischen Symbol, das für nationale Souveränität und soziale Gerechtigkeit steht, ausländische Einmischung ablehnt, Spaltungen verhindert und die Ressourcen des Volkes bewahrt.

+ Aischa al-Gaddafi kritisierte, dass einige Satellitensender Gäste einluden, die über Oberst Muammar al-Gaddafi Verleumdungen und Lügen verbreiteten.
Doch dieses Spiel sei vorbei. Das Internet und die sozialen Netzwerke hätten es den Völkern ermöglicht, die Wahrheit über Muammar al-Gaddafi zu erfahren. Er sei es, der die Zukunft gestalte. „Schweigt still, denn die Zeit der Indoktrination ist vorbei und die Zeit des Bewusstseins hat begonnen.“

+ Moussa Ibrahim: Video. Während der letzten Monate des Krieges gegen Libyen – Wie war Muammar Gaddafi wirklich?

+ Dschamahariya-Kanäle:
https://www.lj-bc.tv/
https://deutsch.algaddafi.org/
https://www.instagram.com/dr.aisha.moammer.algaddafi/

Streiks und Proteste im Bildungssektor

+ Die libysche Lehrergewerkschaft informierte das Parlament, dass der Vorschlag für eine einheitliche Gehaltsstruktur nicht den Forderungen der Lehrer entspricht und keine soziale Gerechtigkeit schafft.
„Wir werden nicht zu unseren Schulen zurückkehren, bis unsere Forderungen erfüllt sind.“

+ LibyaPress: Die Gewerkschaften und die Bewegung der Großen Moschee, Sarman, Umm ar-Rabie und Sabrata, verkündeten die Fortsetzung der Schließung der Bildungseinrichtungen bis zur Erfüllung ihrer Forderungen. Dafür verantwortlich seien die Dabaiba-‚Regierung‘ und das Parlament.

+ Die Gewerkschaft des akademischen Personals der Universität von Tripolis drohte mit Streik, sollten aufgrund einer neuen einheitliche Gehaltsskala die Gehälter der Dozenten gesenkt werden.

+ Die Gewerkschaften der Lehrkräfte der Universitäten Misrata und Derna erklärten, dass sie jede Anwendung der einheitlichen Gehaltstabelle ablehnen, die zu einer Senkung der Gehälter von Lehrkräften oder Lehrassistenten führen oder deren Rechte und finanzielle Leistungen beeinträchtigen würde.
Lohnkürzungen würden mit gewerkschaftlichen Eskalationsmaßnahmen beantwortet.

+ Mufta al-Gawi (Oberster Justizrat der Ostregion) forderte das Parlament auf, die Gehaltsstruktur der Mitglieder der Justizbehörden nicht anzutasten.
Richter sollten aus funktionsbedingten Gründen finanziell privilegiert sein. Eine Ausnahmeregelung sei gerechtfertigt.

+ Die Gewerkschaft der Fluglotsen in Libyen erklärte ihre Ablehnung einer einheitlichen Gehaltstabelle und drohte mit Streik.

+ Die Generalversammlung des Berufungsgerichts von Tripolis warnte davor, die Gehälter der Mitglieder der Justizorgane anzutasten.
Der Gesetzentwurf zur Vereinheitlichung der Gehälter im öffentlichen Dienst beeinträchtige die rechtliche und finanzielle Stellung der Mitglieder der Justizorgane.

+ LibyaPress: Die Lehrerschaft von Zuwara und Misrata verkündete die Fortsetzung des Generalstreiks, bis Forderungen nach Gehaltssteigerungen und Auszahlung der Gehaltsdifferenzen erfüllt sind. Es ertönten Sprechgesänge: „Wir sind keine Bettler! Wo sind die Milliarden meines Landes?“

+ Aschraf al-Hadi Präsident der Lehrerkampagne: Das durchschnittliche Monatsgehalt eines Lehrers liegt zwischen 1.000 und 1.600 Dinar, was etwa 130 US-Dollar entspricht. Die Lücke zwischen den Gehältern der Lehrer und der Beschäftigten in anderen Sektoren sei enorm.
Der Gehaltsunterschied habe sich immer mehr vergrößert, im Vergleich zu Sektoren wie der Verwaltungskontrolle, Universitäten und Streitkräfte, ganz abgesehen von den Sektoren, die kürzlich Gehaltsanpassungen erfahren haben, wie dem Justizsektor.
Seit mehr als einem Jahr werde für die Rechte der Lehrer gekämpft. Doch aufgrund der Ignoranz gegenüber den Forderungen war man gezwungen, die Initiative zu ergreifen.
Das Gesetz des Jahres 2018 über die Auszahlung von Gehaltsdifferenzen sei erst drei Jahre später nach einem bindenden Gerichtsurteil gegen den libyschen Staat in Kraft getreten.
Es fehle jegliches Vertrauen zwischen den Lehrern, der Allgemeinen Lehrergewerkschaft und der Lehrerbewegung einerseits und dem Staat andererseits.

Weitere Streiks und Proteste

+ Die Beschäftigten im Gesundheitssektor protestierten vor dem Regierungssitz in Tripolis, um ihre Rechte einzufordern.
Die Demonstranten lehnen das Gesetz über die einheitliche Gehaltstabelle ab.

+ Nachdem bereits die Notaufnahme des Universitätskrankenhauses Tripolis geschlossen worden war, wurde auch der OP-Bereich zugemacht – aufgrund der sich verschärfenden Lage und der Herausforderungen, denen sich das Personal im Gesundheitswesen gegenübersieht, während weiterhin Forderungen nach einer Regelung der Rechte des Gesundheitspersonals, der Auszahlung ihrer finanziellen Ansprüche und der Bereitstellung einer Krankenversicherung gestellt werden.

+ Die Bewohner des Stadtteils ad-Dawn in der Gemeinde Tarhuna sowie die Eltern der Studenten des Instituts für Wissenschaft und Technik verurteilten alle Maßnahmen bezüglich einer Räumung des Institutsgebäudes. Dies würde die Zukunft von mehr als 300 Studierenden gefährden und zu einer Unterbrechung des Lehrbetriebs führen, ganz zu schweigen von den Auswirkungen auf die öffentlichen Einrichtungen und Interessen in der Region.

+ LibyaPress: Die Bewohner des Stadtteils Zanbara in al-Chums protestierten gegen die Entscheidung zur Räumung ihre Häuser: „Nein zur Vertreibung unserer Kinder“. (Fotos)

Rechnungshof

+ Mitarbeiter des Rechnungshofs verkündeten am 1. November die weitere Aussetzung ihrer Arbeit, sowohl in der Generalverwaltung als auch in allen Zweigstellen, als Protest gegen die gewaltsame Übernahme des Amtes des stellvertretenden Leiters des Rechnungshofs durch Anwar al-Hosch.
Der Schutz des Rechnungshofs sei eine nationale Verantwortung, die mit dem Schutz öffentlicher Gelder und der Sicherstellung der Unabhängigkeit einer der wichtigsten aufsichtsrechtlichen Institutionen des Staates verbunden ist.
„Wir appellieren an die Dabaiba-‚Regierung‘, sich von Einmischungen in die Angelegenheiten des Rechnungshofs fernzuhalten.“

+ Protestkundgebung von Mitarbeitern des Rechnungshofs, um die Vorfälle zu verurteilen, denen der Rechnungshof vor Kurzem ausgesetzt war, als eine bewaffnete Gruppe versuchte, in den Rechnungshof einzudringen, um Anwar al-Hosch zu ermöglichen, sein Amt anzutreten. Dies wurde auch von der ‚internationalen Gemeinschaft‘ verurteilt.

Seegrenzenabkommen mit Türkei

+ Der griechische Außenminister Georgios Gerapetritis hat mit dem UN-Generalsekretär António Guterres das von ihm als illegal bezeichnete maritime Abkommens zwischen Libyen und der Türkei besprochen. Er sagte, Meere und Ozeane seien kein Privileg eines Einzelnen, und keine privaten Territorien, die jede Partei nach Belieben in Besitz nehmen dürfe. Es gebe Regeln, die die Beziehungen zwischen benachbarten Staaten auf See regeln, und diese Regeln müssten respektiert werden.

+ Bei einer Sitzung des UN-Sicherheitsrats am 29. Oktober, kam es im Rahmen einer Debatte über maritime Sicherheit und neue Technologien zu einer diplomatischen Auseinandersetzung zwischen Griechenland und der Türkei bezüglich des Abkommens zur Festlegung der Seegrenzen.
Griechenland vertrat die Ansicht, dass dessen Ratifizierung durch das libysche Parlament ihm weder rechtliche Legitimität verleihe noch rechtliche Wirkung entfalte.
Die Türkei bekräftigte, dass das Abkommen seit 2019 in Kraft sei; er wies darauf hin, dass der UN-Sicherheitsrat keine für die Festlegung von Seegrenzen zuständige gerichtliche Instanz sei. Das Abkommen sei rechtmäßig.

+ Der griechische Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis bezeichnete das zwischen der Türkei und Libyen geschlossene maritimen Abkommen als „illegal, ungültig und nichtig“.

+ Penina Yanai (israelische Botschafterin in Griechenland: Israel verurteilt dieses Seegrenzenabkommen aufs Schärfste und betrachtet es als rechtlich unbegründet, ungültig und illegitim.

+ Murad Yousri, ägyptischer Botschafter in Griechenland, schließt es aus, dass Ägypten ein Abkommen über die Seegrenzen mit der Türkei schließen wird. Es gebe keinerlei diesbezüglichen Gespräche.

+ Musa al-Koni (Staatsrat): Die zwischen Libyen und der Türkei unterzeichnete Vereinbarung über die maritime Zusammenarbeit stützt sich auf das Völkerrecht.
Der größte Teil der libyschen Ressourcen sei noch unentdeckt, deshalb müssten die Türkei und Libyen die Zusammenarbeit bei der Exploration und Förderung von Erdöl und Erdgas beschleunigen.
Die Ratifizierung des Seegrenzenabkommens durch das Parlament öffne der Türkei den Weg für eine Beteiligung an Projekten in ganz Libyen.
„Wir erwarten, dass große und renommierte türkische Unternehmen insbesondere in dieser Phase eine Präsenz in verschiedenen Teilen Libyens aufbauen, um zur Förderung und Vermarktung von Öl und Erdgas beizutragen.“

Ölpipelines und Ölfelder

+ National Oil Corporation (NOC): Eine bewaffnete Gruppe hat am 30. Oktober das Ventil der Rohölpipeline in der Region ar-Rayaina geschlossen, die das al-Hamada-Ölfeld mit der az-Zawiya-Raffinerie verbindet.
Wegen des dadurch verursachten Anstiegs des Drucks war das technischen Teams dazu gezwungen, den Betrieb der Pipeline einzustellen. Die Sperrung der Leitung bedeutet den Verlust von etwa 15.000 Barrel Rohöl pro Tag.
Die Öl-Sicherheitskräfte und die zuständigen Behörden wurden zum Eingreifen aufgefordert.

+ LibyaPress: Es waren Bewaffnete aus der Stadt Zintan, die Osama Dschawili (Kommandeur der Militärregion Westgebirge) unterstehen, die am 30. Oktober das Pipelineventil in der Region Riyanah geschlossen haben. Die Schließung erfolgte als Protest gegen die Entlassung von Managern des Waha-Ölunternehmens, die aus Zintan stammen.
Dschawili wolle Druck auf die Dabaiba-‚Regierung‘ auszuüben, um die Gehaltserhöhung für die ihm unterstellten Mitglieder der Westgebirge-Militärregion durchzusetzen. Es sei ihm auch daran gelegen, den Schmuggel von Öl und seinen Derivaten fortzusetzen.
Die Entlassungen habe Khalid al-Dscharbi (Verwaltungskomitees des Waha-Unternehmens) angeordnet, der von Mohammed Dabaiba unterstützt wird. Anstatt der Zintan-Manager seien die neuen Manager dem Geschäftsmann Taha al-Lafi zuzurechnen.
Die Versuche von Mohammed Dabaiba, die Kontrolle über das Waha-Unternehmen zu erlangen, führte bereits am 21. September dazu, dass das Ventil der Ölleitung (Hamada- und Tahara-Felder) für sieben Tage vom Sicherheitspersonal der Ölanlagen geschlossen wurde. Dies hatte zur Folge, dass Aschraf Mutuq, der Finanzverantwortliche des Waha–Unternehmens und dem Haftar-Lager nahe stehend, wieder an seine Stelle zurückkehrte – anstelle von Mohammed al-Mizugi, den Mohammed Dabaiba zuvor durchgesetzt hatte.

+ Bloomberg meldete einen Rückgang der libyschen Ölexporte im Oktober auf 1,19 Millionen Barrel/Tag. Bloomberg berichtete, dass der Exportrückgang auf die Unruhen zurückzuführen sei, die der Sektor im vergangenen September erlebte, darunter vor allem die Schließung des Pipelineventils des Scharara-Feldes durch eine bewaffnete Gruppe.

Südliches Libyen

+ LibyaPress: Die Truppen von Mohammed Wardago, dem Kommandeur der Einsatzzentrale zur Befreiung Südlibyens, wurden am 24. Oktober auf nigrischem Gebiet von Drohnen angegriffen, was Tote und Verletzte sowie erhebliche Sachschäden zur Folge hatte. Die Truppen von Wardago hatten einen Teil ihres Kommandozentrums im Niger eingerichtet.
Niger warf dem Tschad am 26. Oktober vor, mit französischer Unterstützung einen Luftangriff auf nigerianischem Territorium durchgeführt zu haben. Tschad wies diese Vorwürfe entschieden zurückwies.

+ AGC Communication News (Italien): Die Ukraine ist bestrebt, ihre militärische und wirtschaftliche Präsenz in Libyen und in der Sahelzone durch Aktivitäten im Zusammenhang mit Drohnen sowie die Zusammenarbeit mit lokalen Akteuren auszubauen.
Am 3. Oktober sei eine Lieferung ukrainischer Drohnen am Flughafen von Misrata eingetroffen, ausgestattet mit Technologien des Unternehmens Shield AI und Satellitenkommunikationsgeräten vom Typ Starlink.
Lokale Quellen hätten berichtet, dass Abdul Salam az-Zubi (stellvertretender Verteidigungsminister) und Ali Mohammed as-Salabi die Koordination und Versorgung erleichtert hätten und über Verbindungen zu bewaffneten Gruppen im Süden verfügten, darunter die Operationszentrale zur Befreiung des Südens unter der Führung von Mohammed Wardago.
Es sollen auch Migranten im westlichen Libyen rekrutiert werden, zum einen für den Kampf in der Ukraine gegen Russland, zum anderen an der Seite von Nusra al-Islam wal-Muslimin in Mali. Es sei in diesem Zusammenhang zu Fällen von Nötigung und Folter gekommen.
Weiter wurde über die Anwesenheit von 200 ukrainischen Soldaten und Experten in Libyen berichtet und dies in Zusammenhang mit dem Anschlag auf das Gastankschiff Arctic Metagaz vor Libyen im März 2026.
Der Bericht warnte davor, dass der türkisch-ukrainische Wettbewerb um den Drohnenmarkt sich auf die Sahelregion ausweiten könnte, inmitten der politischen und militärischen Spaltungen in Libyen und der Risiken einer Verbreitung von Technologien und Waffen unter Milizen.

+ Der stellvertretende russische Außenminister Sergei Ryabkow warnte vor dem Eindringen ukrainischer Kämpfer in Afrika und bezeichnete sie als „gefährliches Phänomen“, wobei er auf den Angriff auf den russischen Gastransporter Arctic Metgaz verwies. Drohnen, die von libyschem Territorium aus gestartet wurden, spiegelten die Risiken des wachsenden ukrainischen militärischen Engagements in Nordafrika und im Mittelmeer wider.
Ryabkow forderte Frankreich auf, sich mit seinen internen Problemen auseinanderzusetzen, anstatt die russisch-afrikanische Zusammenarbeit zu kritisieren.

+ Videoclips zeigten am 30. Oktober Bewegungen algerischer Militärkolonnen innerhalb des nigrischen Territoriums, zeitgleich mit der Begleitung einer algerischen Militäreinheit für einen Konvoi mit Dutzenden Treibstofftanks auf dem Weg in die Stadt Arlit (im Norden Niger).
Die Zeitung Bab al-Dschazir berichtete, dass der Konvoi bereits die Stadt Arlit erreicht hat und dass einige der Treibstofftanks das Logo des algerischen Unternehmens Naftal tragen, Wahrscheinlich würden die Truppen zur Luft- und Militärbasis Agadez marschieren, die eine strategische Lage im Norden Nigers einnimmt, während die nahe der libyschen Grenze gelegene Madama-Militärbasis als potenzieller Standort für logistische Unterstützung dienen wird.
Arlit gewinne strategische Bedeutung durch seine Uranminen sowie Bergbau- und Energieaktivitäten, zusätzlich zu seiner Lage nur etwa 200 Kilometer von der algerischen Grenze entfernt.
Dies stelle einen Übergang der algerisch-nigerianischen Zusammenarbeit von militärischer Unterstützung und politischer Koordination hin zu einer tatsächlichen militärischen Präsenz auf nigrischem Boden dar, was Fragen nach der Natur der Mission und ihrer Grenzen öffnet, insbesondere da weder die Truppenstärke noch die Dauer der Stationierung oder die Regeln für Bewegungen offiziell bekanntgegeben wurden.
Die Ausweitung der algerischen militärischen Präsenz im Niger wecke Befürchtungen, dass der Schutz wirtschaftlicher Investitionen zum Vorwand für die Festigung eines langfristigen militärischen Einflusses in der Sahelregion werden könnte, inmitten des regionalen und internationalen Wettbewerbs um strategische Positionen und natürliche Ressourcen, was zu Komplikationen in den Sicherheitsgleichgewichten der Region führen würde.
Diese Bewegung rücke die Gebiete im Norden Nigers, insbesondere Madama nahe der libyschen Grenze, in den Fokus der algerischen militärischen Stationierung, was Auswirkungen auf die Sicherheitslage im Grenz-Dreieck zwischen Libyen, Niger und Algerien haben könnte und die Bedeutung der Überwachung der Bewegungen und militärischen Versorgungen in der Region unterstreiche.

+ LibyaPress: Ein algerischer Treibstoffkonvoi mit 60 Lastwagen erreichte am 1. November Agadez, gesichert von einer militärische Eskorte aus algerischen und nigrischen Streitkräften.

+ Osama Hammad, Premierminister der Parallelregierung in Bengasi, empfing am 1. November den Ministerpräsidenten des Niger, Ali Mahamane Lamine Zeine, sowie den Generalstabschef und Chefs der militärischen Stäbe, parallel zum Beginn der algerischen Militärpräsenz in Niger.
Die Ausweitung der algerischen Militärpräsenz in Niger weckt Bedenken, dass der Schutz wirtschaftlicher Investitionen zum Vorwand für die Festigung eines langfristigen militärischen Einflusses im Sahelgebiet werden könnte, inmitten des regionalen und internationalen Wettbewerbs um strategische Positionen und natürliche Ressourcen, was die Sicherheitsgleichgewichte in der Region weiter komplizieren könnte.

+ Monde Afrique (F): Russland hat zur Ausarbeitung der Waffenruhe beigetragen, die dem Treffen zwischen Saddam Haftar und dem nigrischen Premierminister, Ali Mohammed al-Amin Zine, in Bengasi vorausging, um die Spannungen zwischen den beiden Seiten abzubauen.

+ LibyaDesk: Am 1. November landete ein türkisches Militärtransportflugzeug auf dem Flughafen von Niamey. Es kursierten Berichte, wonach Ankara beabsichtige, Einrichtungen für technische Unterstützung und militärische Ausbildung im Niger zu errichten.
Dies umfasse die Entsendung von Beratern zur türkischen Drohnenflotte sowie die Einrichtung von Wartungszentren für Drohnen und Hürkus-Flugzeuge.
Dies erfolgte zeitgleich bei einem Besuchs des nigrischen Premierministers Ali Mohamed al-Amin Zain in Bengasi, bei dem einer Vereinbarung über strategische Zusammenarbeit zwischen dem Niger und Haftar-Kräften im Osten Libyens unterzeichnet wurde und ein Treffens mit Saddam Haftar in Anwesenheit von Osama Hammad (Premier der Parallelregierung) und einer hochrangigen nigrischen Militärdelegation stattfand. Dieses Abkommen ebne den Weg für eine Ausweitung der Zusammenarbeit zwischen beiden Seiten zur Stärkung der militärischen und sicherheitspolitischen Koordination.

+ LibyaPress: General Amadou Ibro, Stabschef im Niger und prominentes Mitglied des regierenden Militärrats, gehörte zur militärischen Delegation, die zu Besuch in Bengasi war. Er hatte zugesichert, die Ausweisung von Mohammed Wardago, dem Kommandeur der Einsatzzentrale zur Befreiung des Südens [unterstützt von Dabaiba], aus dem Niger zu besprechen.
Der Besuch der Niger-Delegation erfolgte vor dem Hintergrund der Bedenken Bengasis hinsichtlich der Auswirkungen der algerischen militärischen Ausbreitung im Norden Nigers. Algerien könne darauf abzielen, seinen militärischen Einfluss in der Region zu stärken, was die Interessen von Haftars Truppen im Süden Libyens bedrohen könnte.
Die nigrische Delegation habe versprochen, die Souveränität zu respektieren und die nigrischen Territorien nicht als Ausgangspunkt für militärische Operationen gegen Haftars Truppen zu nutzen oder bewaffnete Gruppen zu beherbergen, die ihr feindlich gesinnt sind.
Die Vereinbarungen umfassten auch das Versprechen Haftars, über die Entwaffnung von Machmud Saleh, dem Kommandeur des oppositionellen nigrischen Aufstands zu verhandeln.
Die Annäherung zwischen dem Niger und Haftar habe Besorgnis innerhalb der algerischen Militärinstitution ausgelöst, angesichts der Vorstöße Haftars in Richtung der strategischen Korridore, die Libyen und den Niger verbinden, parallel zu Algeriens Bemühungen, seine militärischen Präsenz in der Region zu verstärken.

+ GeopolDesk: Algier betrachtet die Haftar-Militärs (LNA) weiterhin weitgehend durch ihre Beziehung zu den VAE und übersieht ihre wachsende Unabhängigkeit als regionaler Akteur. Wenn die Türkei von den Kämpfen der Jahre 2019/20 zu strategischer Kooperation übergehen konnte, warum könnten Algerien und das östliche Militär (LNA) dann nicht auch eine neue Seite aufschlagen? Hierbei könnte die Türkei eine wichtige Rolle spielen. Mit Beziehungen nach Algier und Bengasi sei Ankara bestens positioniert, um gegenseitiges Misstrauen zu überbrücken und gemeinsame Interessen in eine koordinierte regionale Politik umzusetzen.

+ Africa Intelligence (Frankreich): Die Dabaiba-‚Regierung‘ beabsichtigt, eine gemeinsame Truppe im Süden aufzustellen,  um ihre sicherheitspolitische und militärische Präsenz in der Region zu stärken.
Saddam Haftar versuche seinerseits, die Fessan-Stämme für sich zu gewinnen, um den Tripolis-Plänen entgegenzuwirken und den Einfluss seines Militärs im Süden zu wahren.
Der Süden sei zu einem Brennpunkt des Wettbewerbs zwischen Tripolis und Bengasi geworden. Jede Seite wolle ihren Einfluss in der Region stärken, die aufgrund ihrer geografischen Lage und ihrer Grenzen zu den Nachbarländern strategische und sicherheitspolitische Bedeutung erlangt habe.

+ GeopolDesk. Die globale Front der Ukraine im Nahen Osten und in Afrika. Aufgrund des Krieges habe die Ukraine Fortschritte in der internationalen Politik gemacht, die sich gegen Russland richtet.
Der ehemalige ukrainische Spionagechef Kyrylo Budanov veröffentlichte ein Bild des ukrainischen Militärgeheimdienstes (HUR), der darstellte, in welchen Ländern er tätig ist. Identifiziert wurden Standorte im Sudan, in der Sahelzone, in Russland, in Syrien, bis ins Kongobecken und in die Antarktis. Es sollte die Botschaft vermittelt werden, dass die Ukraine zu einer Kraft auf der globalen Bühne geworden ist.
In der postsowjetischen Zeit habe die Ukraine die Entwicklungsländer, insbesondere in Afrika, mit sowjetischen Überschussbeständen an Waffen überschwemmt, später mit Erzeugnissen der eigenen Rüstungsproduktion.
Russlands Auslandseinsätze hätten dem Kreml zwar zu einem stärkeren internationalen Ansehen verholfen, boten nun aber auch den Ukrainern die Gelegenheit, ihre eigene internationale Präsenz auszubauen. So habe der Krieg zwischen Russland und der Ukraine langsam globale Ausmaße angenommen. Das erste Land, in dem dies sichtbar wurde, war der Sudan, der im Frühjahr 2023 in einen brutalen Bürgerkrieg stürzte.
[Es handelt sich nicht um einen Krieg zwischen der Ukraine und Russland, sondern um einen Stellvertreterkrieg der Nato gegen Russland.]

+ As-Salhin Abdul Nabi, neuer Parlamentspräsident (aus Sebha) bei der nach Sebha verlegten Parlamentssitzung vom 2. November: Der Süden ist eine nationale Priorität, und die Beendigung der Marginalisierung sowie die Bekämpfung der Migration sind eine Notwendigkeit zum Schutz der Zukunft Libyens.
As-Salhin Abdul Nabi: Der Süden Libyens sei aufgrund seiner geografischen, historischen und sozialen Bedeutung ein grundlegender Pfeiler der Gesellschaft, und seine Bewohner hätten in verschiedenen Epochen bemerkenswerte Beiträge zum Wohl des Landes geleistet. „Unsere Verantwortung gebietet es, weiterhin hart daran zu arbeiten, Differenzen zu überwinden und das übergeordnete Interesse des Vaterlandes in den Vordergrund zu stellen sowie den Konsens unter den Libyern zu stärken, um die Einheit der staatlichen Institutionen zu fördern, die Souveränität des Landes zu wahren und den Weg für einen stabilen Staat zu ebnen, der auf Rechtsstaatlichkeit, der Achtung des nationalen Willens und der Festigung der verfassungsmäßigen Institutionen beruht.“

Militär/Milizen/Gewalt

+ Am 3. November waren auf Frankreichs Initiative sowohl der Stabschef der Westregion, Salah an-Namrusch, als auch der Stabschef der Ostregion, Khaled Haftar, in Paris, wo sie getrennt mit dem Stabschef der französischen Streitkräfte zusammentrafen. (Fotos)

+ Middle East Online (GB): Frankreich organisierte ein inoffizielles Treffen zwischen dem Stabschef der Westregion, Salah an-Namrusch, und dem Stabschef der Ostregion, Khaled Haftar, in Anwesenheit des Stabschefs der französischen Streitkräfte, Fabien Mandon, mit dem Ziel, das libysche Militär zu vereinheitlichen.
Es werde erwartet, dass an-Namrusch und Khaled Haftar in Paris die Vereinigung der Streitkräfte erörtern und weiterverfolgen.
Die Ausrichtung der Gespräche durch Paris deute auf das Interesse Frankreichs hin, seine Rolle im libyschen Konflikt beizubehalten, insbesondere in Sicherheits- und Militärfragen in Zusammenhang mit der Stabilität der Sahel- und Mittelmeerregion sowie der Bekämpfung des Terrorismus und der irregulären Migration.

+ LibyaPress: Intensive Bewegungen am 29. Oktober von bewaffneten Konvois, die mit Panzern und schwerem Geschütz ausgerüstet sind, am Hauptquartier der 51. Brigade (Kommando  Baschir Khalaf Allah alias Baschir al-Bagra) in Tadschura.

+ In der Nacht auf den 30. Oktober gerieten die Bewohner von Tripolis wegen Straßensperrungen und des wahllosen Schießens in Wut. (Fotos)

+ LibyaPress: Auf der Straße nach Bir Ghanam, südlich von az-Zawiya, brachen am 3. November bewaffnete Zusammenstöße aus.
Bei einem Clanstreit wurde Ehab Dabub durch Schüsse von Nawat al-Mustqbal getötet.

+ Der junge Hassan an-Nadschi wurde in der Region asch-Schabika in al-Adschilat erschossen.

+ Der vor nicht langer Zeit entführte und später wieder freigelassene Journalist Hassan Baqir wies die Aussagen, Ibrahim Dabaiba habe etwas mit seiner Entführung zu tun gehabt, zurück.
Zwar schilderte Baqir, dass seine Entführer wiederholt den Namen von Ibrahim Dabaiba  erwähnten und behaupteten, dass dieser von dem Geschehnissen Kenntnis habe. Dies könne aber auch Absicht gewesen sein, um Ibrahim Dabaiba in die Sache hineinzuziehen.
Baqir richtete seinen Dank an den Generalstaatsanwalt as-Sour und lobte dessen Rolle bei der Verfolgung seines Falls.

+ Das Parlament erhöhte Mindestalter für den Militärdienst von 17 auf 18 Jahre. Dies wurde von UNICEF begrüßt.

+ ECAD Plattform: Aufeinanderfolgende Flüge eines belarussischen Frachtflugzeugs in Richtung Bengasi.

Ausländische Besatzung

+ Das US-Militärkommando für Afrika (AFRICOM) würdigte die Übung Flintlock 2026, die in Sirte unter Beteiligung von Streitkräften aus Ost- und Westlibyen stattfand: Unsere libyschen Partner unternehmen weiterhin wichtige Schritte zur Wiedervereinigung des Militärs.

+ Massad Boulos: Die Vereinheitlichung der libyschen Militär- und Sicherheitsinstitutionen ist von grundlegender Bedeutung für die Stärkung der nationalen Souveränität, die Gewährleistung von nachhaltiger Sicherheit und Stabilität sowie den Aufbau eines geeinten Staates.
Diese Bemühungen sollten mit Fortschritten bei der Initiative zur Vereinigung der politischen, wirtschaftlichen und justiziellen Institutionen in Libyen einhergehen.
„Wir sprechen der US-Militärführung in Afrika (AFRICOM) unsere Anerkennung für die anhaltende Partnerschaft aus, mit der sie diese von Libyern geführten Bemühungen unterstützt.“

+ Othman Agil (Republikanischen Koalitionspartei): Solange US-Präsident Trump keine Vereinbarung mit dem russischen Präsidenten Putin über die Zukunft des russischen Engagements in Libyen erzielt, wird er kein grünes Licht für die Auflösung der Hammad-Regierung und die Bildung einer einheitlichen Regierung in Tripolis geben.
Russland befürchte, dass eine neue einheitliche Regierung Druck von Großbritannien, Frankreich und der Europäischen Union ausgesetzt wäre, mit dem Ziel, eine Resolution zu erlassen, die die Vertreibung russischer Truppen aus Libyen vorsieht – was sehr große Probleme für Moskau bedeuten würde.
Die russische Botschaft an Trump laute: Wir können diesen Weg nicht weitergehen, bevor wir mit euch keine klare Vereinbarung über die Zukunft unseres Engagements in Libyen erzielen.

+ Othman Agil: Wir sind ein besetztes Land im wahrsten Sinne des Wortes. Die Dokumente und Abkommen werden uns buchstäblich diktiert.
Den Libyern seien Denkverbote auferlegt. „Glaubt irgendjemand, dass die 4plus4-Vereinbarungen von Libyern verfasst wurden? Glaubt irgendjemand, dass das 6plus6-Abkommen von Libyern verfasst wurde? Wir haben an UN-Sitzungen teilgenommen, und wenn du nur eine Präposition in den Papieren ändern wolltest, die sie unter dem Tisch aushandeln, dann wehe dir.“ Sogar grammatikalische Korrekturen seien verboten.
Alles käme fertig konfektioniert. Es sei hoffnungslos. „Unser Land ist geteilt wie Korea.“
Wer jetzt von der Vereinigung der Armee spreche, dem werde gesagt, er solle aufhören. Dieser Status stehe unter der Kontrolle von as-Sisi und Erdogan.

Analysen

+ GeopolDesk: Der Streit innerhalb des Dabaiba-Clans: Dabei stehen Ibrahim Dabaiba, Neffe und Sicherheitsberater des Premiers Abdul Hamid Dabaiba, zusammen mit Minister Walid al-Lafi gegen Mohammed Dabaiba, dem Sohn von Abdul Hamid Dabaiba, zusammen mit dem stellvertretenden Verteidigungsminister Abdul Salam az-Zubi.
Es gehe dabei um die Kontrolle wichtiger Institutionen.

Innerlibysche Nachrichten

+ Das Parlament stimmte in seiner Sitzung am 2. November mit 78 Stimmen (12 Gegenstimmen) für die Ernennung von Fawzi Abu Khazam zum Chef der Libyschen Zentralbank.

+ LibyaPress: Abdul Madschid Maligata nahm als Chef des libyschen Geheimdienstes und Vorsitzender des Ausschusses der afrikanischen Sicherheits- und Geheimdienste CISA am Arabischen Geheimdienstforum teil. Er traf sich am Rande mit Geheimdienstvertretern aus Tunesien, Mauretanien, Irak und den Komoren.

+ Agila Saleh (abgesetzter Parlamentspräsident) bei einem Stammestreffen: „Ich habe keine Zugeständnisse gemacht und keine Vorgaben akzeptiert und trotz aller Umstände meinen Platz unter den Abgeordneten bewahrt, da ich dies als eine Verpflichtung und moralische Verantwortung betrachtete.
Meine ablehnende Haltung gegenüber Ausgrenzung und Marginalisierung ist unverändert. Ich glaube an das Recht der Libyer, selbst zu entscheiden, wer sie regiert, und betrachte dieses Recht als ein grundlegendes Prinzip.“
Jeder Mensch habe mittels seiner Worte und Taten einen Wert und einen Einfluss auf seine Gesellschaft, der positiv oder negativ sein kann; wer sich um Versöhnung bemühe, sei ein Versöhner, wer zum Guten aufrufe, sei ein Wohltäter, wer Ratschläge gebe, sei ein Ratgeber, und wer selbst zum Vorbild werde, sei ein guter Mensch.
Sicherheit, Stabilität und der Fortschritt des Vaterlandes seien Ziele, das alle anstreben müssten, ganz gleich, wie groß die Opfer und Kosten auch sein mögen.

+ Omar Boucha (Stellvertreter des Staatsratsvorsitzenden Takala): Die politische Spaltung hat ein gefährliches Ausmaß erreicht, das sich auf die Wirtschaft, die öffentlichen Dienstleistungen sowie das Bildungs- und Gesundheitswesen auswirkt.
Die oberste Priorität müsse die Vereinigung der Institutionen sein, allen voran die Exekutive, denn das Nebeneinander zweier Regierungen untergrabe die Stabilität und verhindere einen Fortschritte auf dem Weg zu Wahlen.
Man habe Kontakt mit der neuen Parlamentsführung aufgenommen uns sei zuversichtlich bezüglich der Klärung offener Fragen. Auf dem 4plus4-Abkommen könne aufgebaut werden. Man erkenne den Versuch der UN-Mission, die Dynamik der USA zu nutzen.

+ Salem az-Zadma, stellvertretender Premier der Dabaiba-‚Regierung‘ für die südliche Region, nahm an den Feierlichkeiten zum 103. Jahrestag der Ausrufung der Türkischen Republik teil. Anwesend war auch der ehemalige Vorsitzende des Präsidialrats, Fayez as-Sarradsch, der im November 2019 gemeinsam mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan zwei Abkommen unterzeichnet hatte, die die Festlegung der Seegrenzen zwischen Libyen und der Türkei sowie die Zusammenarbeit in den Bereichen Sicherheit und Militär betrafen. (Fotos)
Yussef al-Akuri, Vorsitzender des Parlamentsausschusses für auswärtige Angelegenheiten, hält im Namen des neuen Parlamentspräsidenten, as-Salhin Abdul Nabi, bei den Feierlichkeiten eine Rede und bekräftigte die Tiefe der historischen Beziehungen zwischen Libyen und der Türkei, die auf religiösen, historischen und geografischen Bindungen beruhe.
Das Parlament sei bestrebt, die bilateralen Beziehungen zu stärken und die Perspektiven der Zusammenarbeit in verschiedenen Bereichen zu erweitern.

+ Haitham at-Tadschuri (ehemaliger Kommandeur Revolutionären Bataillone von Tripolis): Es gab eine Vereinbarung zwischen der Dabaiba-‚Regierung‘ und dem Abu-Zriba-Clan die vorsah, dass Ali Abu Zriba die Parlamentssitzungen boykottieren sollte, nachdem die Änderung der Präsidiumsstruktur bekannt gegeben worden war. Die Abgeordneten im Westen des Landes sollten zugunsten der Dabaiba-‚Regierung‘ mobilisiert werden.
Außerdem sollten die zuvor eingefrorenen Gelder der Support und Stability Behörde freigegeben werden.

+ Aufgrund des Fehlens von Insulin mussten mehrere an Diabetes erkrankte Kinder sterben.
Der Vorsitzende der Diabetesbehörde verurteilte in einem Schreiben an den Leiter der Behörde für medizinische Versorgung die 13-monatige Lieferverzögerung: Diabetiker sind in Lebensgefahr. Wie könne die Lieferung eines lebensrettenden Medikaments so lange dauern, nachdem die Vertragsverfahren und die finanzielle Genehmigung bereits abgeschlossen sind?
Es stelle sich die Frage der Schuld für das Fehlen des Insulins, den Tod mehrerer Kinder und für die notwendige Aufnahme Hunderter in die Intensivstationen.

+ Achmed Senussi (Wirtschaftsexperte): Die aktuellen Streitigkeiten drehen sich um zehn Milliarden für Gehälter, während wir 120 Milliarden für Kraftstoffe ausgeben. Unsere Schulden im In- und Ausland belaufen sich auf mehr als 20 Milliarden US-Dollar.
Von den Richtern über die Minister bis zu Militärangehörigen trage niemand eine Uhr, deren Preis unter 150.000 liege – solche Uhren trügen nur Superreiche.
„Wir fordern, dass sich Staatsmänner aus Investitionen, Kauf und Verkauf, Handel und allen kommerziellen Aktivitäten zurückziehen.“ Der Kapitalismus der Staatsmänner sei das abscheulichste Wirtschaftssystem der Welt. Sie hätten ihre grundlegende Pflicht vergessen, nämlich Planung und Organisation.

+ Achmed Senussi kritisierte die Zunahme an Botschaften und Mitarbeiter im Ausland: Es gebe libysche Botschaften in Ländern, die keine libyschen Staatsbürger beherbergen, oder etwa einen Arbeitsattaché und einen Militärattaché in der Schweiz.
Die Vergütungen für Botschafter in Ländern wie Madagaskar betrage etwa 9.000 USD, obwohl häufig die Dienstleistungen für die Bürger nicht erbracht würden.

Der Staatsanwalt ordnet immer noch regelmäßig eine hohe Anzahl von Verhaftungen aufgrund von Korruption, Fälschungen von Identitätsnachweisen, Gewalttaten und weiteren kriminellen Handlungen an. Auch weil diese Anordnungen nicht immer zu Festnahmen führen, wird auf die Aufführung der Einzelfälle verzichtet.

Wirtschaft / Finanzen

+ Ömer Bolat, türkischer Handelsminister nach seinem Treffen mit dem libyschen Handelsminister (Dabaiba-‚Regierung‘), Suhail Buscheha, in Istanbul: Wir haben unsere Entschlossenheit bekräftigt, das Handelsvolumen mit Libyen auf fünf Milliarden US-Dollar zu steigern.

+ LibyaPress: Weiterhin müssen Libyer in Tripolis, Misrata und Ubari in langen Schlangen für Kochgas anstehen. Diese Zustände werden von den Verantwortlichen ignoriert.
Und der
Kraftstoffschmuggel floriert weiter im großen Stil. Wie der Rechnungshof bekanntgab, wurden im Zeitraum vom 1. bis zum 15. Oktober 2026 864,5 Millionen Dollar für Kraftstoffe ausgegeben.

+ Mohammed as-Senussi (Universität Misrata): Die Menschen sind mit Schlangestehen für Gas, Benzin und Kerosin beschäftigt, sie leiden unter Stromausfällen, und alles, was den Bürger beschäftigt, ist, wie er die grundlegenden Güter beschaffen kann. Trotzdem gab es keinen Volksaufstand gegen die Korrupten, obwohl deren Prachtentfaltung und Hochzeitsfeiern, bei denen Millionen verschleudert werden, im Internet zu sehen sind.
Es sei unmöglich, gute Entscheidungen innerhalb Libyens zu treffen, da Milizen jederzeit Druck ausüben und ihren Willen durchsetzen können.

+ S&P Global–Bericht: Libyen ist das Land, dessen Weizenimporte am stärksten von den Transportstörungen betroffen ist. Russland und die Ukraine deckten im Jahr 2025 mehr als 80 % der libyschen Weizenimporte ab.

+ Steve Hanke (Wirtschaftsprofessor/Johns Hopkins University): Libyen wurde aufgrund der Regimewechseloperationen, die die USA im Jahr 2011 angeführt haben, zu einem gescheiterten Staat.
Die Inflationsrate in Libyen liege bei jährlich etwa 33 Prozent, und die libysche Wirtschaft befinde sich im Zustand des Zusammenbruchs.

+ Misrata richtete das libysch-italienische Forum für Wirtschaft und Investitionen aus, das am 1. November im Freihandelsgebiet Misrata eröffnet wurde. Es nahmen etwa 250 libysche Unternehmen und eine Delegation aus 60 italienischen Unternehmen teil. Die kommerzielle und industrielle Zusammenarbeit zwischen den beiden Ländern soll gefördert werden.
Italien steht bei Lieferungen für den libyschen Markt an erster Stelle und überholte mit einem Marktanteil von 16,5 % (gegenüber 10 % im Jahr 2025) China und die Türkei. Italien ist auch der Hauptabnehmer für libysche Exporte mit einem Anteil von 24,7 % am Gesamtexport.
Geplant waren auch die Einbindung von Vertretern der diplomatischen Missionen Nigers, des Tschads und des Sudans in das Wirtschaftsforum, um Chancen zur Entwicklung der Handelsbeziehungen zwischen dem Mittelmeerraum und dem subsaharischen Afrika zu erörtern.

+ Al-Budairi Scharia (auf Investitionsrecht spezialisierte Anwalt): Wie mir in Belgien mitgeteilt wurde, bildet sich derzeit eine internationale Koalition gegen den libyschen Staat. Diese Allianz umfasse Unternehmen, denen der libysche Staat Geld schuldet, sowie andere, bei denen Schiedssprüche, Rechtsstreitigkeiten und Forderungen noch nicht beigelegt sind. All diese Verbindlichkeiten beliefen sich auf rund 16 Milliarden US-Dollar.

+ Fathi al-Shibli (Partei Stimme des Volkes) in Erwiderung an den ehemaligen kuwaitischen Informationsministers Sami an-Nisf, der behauptet hatte, das Projekt des Man-Made-Rivers sei gescheitert.
„Was an-Nisf gesagt hat, ist Unsinn.“ Er wisse wohl nicht, dass allein der Aushub aus dem Flussbett ganz Kuwait zehnmal bedecken könnte, und mit dem Beton, aus dem die Rohre hergestellt wurden, könnte man ganz Kuwait pflastern.
Das Flussprojekt sei ohne internationale Kredite realisiert worden; es sei eine rein nationale Initiative gewesen und habe neue Lebensgrundlagen geschaffen.

UN-Mission

+ Der UN-Sicherheitsrat stimmt für die Verlängerung des Mandats der UN-Unterstützungsmission in Libyen in weiteres Jahr bis zum 31. Oktober 2027, mit der Mehrheit von 13 Mitgliedern, während sich Russland und Griechenland enthalten.

+ Der UN-Sicherheitsrat begrüßte die Einigung der 4plus4-Kommission und die Verabschiedung derer Ergebnisse durch das Parlament.
Er verurteilte den Einsatz von Drohnen für Angriffe auf die ziviler Infrastruktur und auf Wohngebiete und betonte, dass die Ölressourcen nicht politisiert werden dürften.

+ Präsidialratsvorsitzender al-Menfi begrüßte die Verlängerung des Mandats der UN-Mission für Libyen. Einseitige Maßnahmen, die den Spaltungsprozess zementieren würden, seien abzulehnen. Auch die Verurteilung von Angriffen auf zivile Einrichtungen wurde begrüßt und die Notwendigkeit betont, die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen.

+ Hannah Tetteh forderte die politischen Kräfte nach der Verlängerung des Mandats der UN-Mission auf, ihre Verantwortung wahrzunehmen und die schwierigen Entscheidungen zu treffen, die notwendig sind, um das Land voranzubringen.
„Wir werden daran arbeiten, unsere Bemühungen anzupassen und Mechanismen für Dialog und Konsultation zu entwickeln, mit dem Ziel, die Institutionen durch eine umfassende Beteiligung zu vereinen.“
Es solle dauerhafte Stabilität erreicht werden, um Wahlen abzuhalten.

Libyen und das Ausland

+ Russland. Der russische Präsident Wladimir Putin erklärte in einer Rede in Anwesenheit des Präsidialratsvorsitzenden al-Menfi: Die westlichen Staaten sind für die Zerstörung des libyschen Staates verantwortlich, da sie dabei eine wesentliche und negative Rolle gespielt haben. Zur gleichen Zeit wurden von den westlichen Staaten Diktate auferlegt.
Es sei klar, dass die Libyer selbst – und nur sie allein – die endgültigen Entscheidungen über eine Lösung und die Wiederherstellung ihres Staates treffen müssen. „Wir werden unser Bestes tun, um dies zu gewährleisten.“ Der russische Fokus liege auf den Themen, die für Libyen und seine Bevölkerung am wichtigsten sind: die Wiederherstellung der Einheit des libyschen Staates und der territorialen Integrität sowie die Notwendigkeit der Durchführung von Präsidentschafts- und Parlamentswahlen.

+ Ägypten. Dschalal Harschaui: Die Fähigkeit Kairos, Einfluss auf ostlibysche Entscheidungen zu nehmen, hat nachgelassen. Zwar verfüge Ägypten nach wie vor über Einfluss, besitzt jedoch kein Vetorecht mehr.

+ Marokko. Eine Delegation jüdischer Libyer unter der Leitung von David Gerbi, Präsident der Föderation jüdischer Libyer, besucht vom 30. Oktober bis zum 11. November Marokko, um sich mit den Erfahrungen des Landes in der Pflege und dem Schutz des jüdischen Erbes vertraut zu machen sowie das Zusammenleben und den interreligiösen Dialog zu festigen.
Die Stiftung Adam für die menschliche Brüderlichkeit erklärte, dass der Besuch der libyschen jüdischen Delegation in Marokko darauf abzielt, den kulturellen und humanitären Austausch zwischen den beiden Ländern zu stärken und das jüdische Erbe als Teil der Geschichte und des zivilisatorischen Gedächtnisses beider Nationen vorzustellen.

+ Israel. Khadidscha Ben Gena (Journalistin) berichtete, dass die ehemalige Außenministerin Nadschla Mangusch in einem Interview die Aussage von Dabaiba wiederlegen wollte und zu erklärten, dass er es war, der sie mit dem Treffen mit der israelischen Delegation in Rom beauftragt hatte.

+ USA. Die USA verhängten Sanktionen gegen den ehemaligen Leiter der Einsatzabteilung der Kriminalpolizei, Osama Nadschim, und dessen Ehefrau, wegen ihrer Verwicklung in schwere Menschenrechtsverletzungen.
Ahmed Hamza (Nationale Menschenrechtsstiftung): Die Aufnahme von Osama Nadschim in die US-Sanktionsliste ist eine Ergänzung zu den Verfahren vor dem Internationalen Strafgerichtshof und eine Bekräftigung der gegen ihn laufenden Strafverfolgung.
Die libyschen Behörden seien ihren rechtlichen und internationalen Verpflichtungen zwischen nationaler und internationaler Justiz nicht nachgekommen.

+ Italien. LibyaPress: Der italienische Botschafter in Libyen, Gianluca Alberini, verkündete für das Studienjahr 2026-2027, dass Italien weltweit die meisten Stipendien an Libyen vergibt und bei den Stipendien in Italien im Rahmen des Libysch-Italienischen Freundschaftsabkommens, das Oberst Muammar Gaddafi im Jahr 2008 unterzeichnete, einen Rekord erreicht hat.

Rückblick

+ Moussa Ibrahim. Video: „Die NATO hat Libyen nicht nur bombardiert und seine Institutionen zerstört. Sie hat Chancen für Dialog und Versöhnung zerschlagen, die libysche Stammesführer und die Afrikanische Union angeboten hatten.“

+ Ezzedine Aqil (Republikanischen Koalitionspartei): Die vom IStGH verhängten Haftbefehle gegen Oberst Muammar al-Gaddafi, Saif al-Islam und Abdullah as-Senussi waren ungerechtfertigt, da sie für die Ereignisse des Jahres 2011 nicht verantwortlich waren.
Gaddafi sei ein bedeutender politischer Führer gewesen und kein Militär im herkömmlichen Sinne; Abdullah as-Senussi  sei ein Geheimdienstmitarbeiter gewesen.
„Saif al-Islam Gaddafi war Zivilist; er trat an die Öffentlichkeit, benannte die Probleme und warnte vor all dem, worin wir heute versinken.“
Die gegen sie erhobenen Vorwürfe hätten eigentlich gegen einen Mann gerichtet werden müssen, der sich auf Waffen, Milizen, Armeen und Militärmanöver spezialisiert hat.
Ezzedine Aqil: Im Jahr 2021 kam es zu einem Konflikt zwischen den Amerikanern und den Russen bezüglich der Kandidatur von Saif al-Islam al-Gaddafi.
Die eine Seite war der Ansicht, er müsse kandidieren, die andere hielt seine Kandidatur für inakzeptabel, woraufhin beide Seiten beschlossen, die Wahlen abzusagen.

+ The Independent Arabia berichtete unter Berufung auf geheime britische Dokumente, dass europäische Diplomaten die Reden von Oberst Muammar al-Gaddafi aufmerksam verfolgten und deren Inhalte sowie politische Implikationen vor dem Hintergrund der Spannungen zwischen Libyen und den westlichen Staaten analysierten.
So wurde beispielsweise bei seine Rede am 2. März 1996 festgestellt, dass Gaddafi nicht auf die Lockerbie-Affäre einging, und dies ein mögliches Anzeichen für eine Veränderung seiner Haltung sein könnte.

+ The Independent Arabia berichtete auf der Grundlage geheimer britischer Dokumente aus dem Jahr 1996, es habe europäische diplomatische Bemühungen zum Schutz der Handels- und Ölinteressen in Libyen gegeben, trotz des politischen Drucks im Zusammenhang mit der Lockerbie-Affäre und der gegen Tripolis verhängten Sanktionen.
Der italienische Botschafter in Tripolis, Agostino Mattis, habe die Bedenken seines Landes hinsichtlich der möglichen Auswirkungen des D’Amato-Gesetzes (das Sanktionen gegen ausländische Unternehmen vorsah, die mit Libyen und dem Iran Geschäfte machten) auf den europäischen Handel übermittelt.

+ Achmed Abul Gheit (ehemaliger Generalsekretär der Arabischen Liga): Der Arabische Frühling hat der arabischen Nation großen Schaden zugefügt und dazu beigetragen, dass Staaten ihre Stabilität verloren, allen voran Libyen, Sudan, Jemen und Syrien.
Finanzmittel aus dem Ausland bereiteten den Boden für den Ausbruch des Arabischen Frühlings.

+ Abdul Gadir Fayez (palästinensischer Iranspezialist): Die Bezeichnung Achse des Widerstands wurde zuerst in Libyen zu Zeiten von Muammar al-Gaddafi gebraucht, nicht im Iran – als Reaktion auf die von George W. Bush zu jener Zeit erklärte Achse des Bösen, die Iran und Libyen umfasste, sowie wohl Irak und Syrien. Iran verwendet dagegen den Begriff Front des Widerstands.

Aus den Nachbarstaaten

+ Ägypten. RT: „Ägypten will mit Russland Handelsdrehscheibe für Afrika aufbauen. Geplant seien unter anderem die Lagerung und Verarbeitung von Waren, um den Handel zwischen Russland und Afrika zu erleichtern. Ägypten ist einer der wichtigsten Abnehmer russischen Weizens. Darüber hinaus wolle das Land von russischen Erfahrungen im Warenhandel profitieren, insbesondere aus Moskau und Sankt Petersburg. “

+ Ägypten. TheCradle: „Der ägyptische Außenminister Badr Abdelatty erklärte am 31. Oktober, er sei „extrem besorgt“ über eine erneute Eskalation im US-israelischen Krieg gegen den Iran und warnte, dass eine weitere Runde des Kampfes zerstörerischer wäre und weitreichende Folgen hätte. „Wir müssen Lehren aus der Vergangenheit ziehen.“

+ Afrikanische Union/Afrika. RT: „Der Vorsitzende der Kommission der Afrikanischen Union, Mahamud Ali Jussuf, hat den Ausbau der afrikanischen Landwirtschaft als zentrale Priorität bezeichnet. In einem Interview am Rande eines Gipfeltreffens erklärte er, Afrika müsse seine Abhängigkeit von Lebensmittelimporten verringern und stärker in die eigene Produktion investieren.“