„Krieg und Frieden“ so lautet der Titel des Heftes, in dem Wolfgang Scheler insbesondere aus marxistischer Sicht die Denkgrundlagen zu Militarismus, Gewalt, Krieg und Frieden im Wandel der Zeit beleuchtet. Schelers Schrift ist ein Aufruf zum Zusammenschluss aller friedensbewegten Kräfte, Kriege angesichts ihrer monströsen, weltumfassenden Zerstörungskraft zu verhindern.
Schlagwort: Krieg (Seite 1 von 7)
von Loïc RAMIREZ (Gastbeitrag)
Die französische Online-Zeitschrift Le Grand Soir (LGS) entsandte (mit Unterstützung ihrer Leser) im Winter 2025/26 die beiden Journalisten Loïc Ramirez und Erwan Briand nach Russland – nach Moskau – und in den vom Krieg gezeichneten Donbass, um einen Film zu drehen. Im Vorgriff auf dessen Veröffentlichung hat Ramirez eine dreiteilige Reisereportage für LGS verfasst, deren Übersetzung ins Deutsche Gela-News hier veröffentlicht.

Wandgemälde in Mariupol,
das die „Befreiung“ der Stadt feiert
Vom Busbahnhof in Donezk aus kann man den Bus oder Marschrutkas (Sammeltaxis) nach Mariupol nehmen. Die Busse fahren etwa stündlich, von morgens bis zum späten Nachmittag. Unsere Ansprechpartnerin Olga erwartet uns dort. Sie ist eine Mitarbeiterin des lokalen Roten Kreuzes und hat eine freie Wohnung gefunden, in der wir für die paar Tage unseres geplanten Aufenthalts wohnen können. Hotels sind rar gesät, und noch nicht alle sind darauf vorbereitet, Touristen aufzunehmen. Aber sie arbeiten daran.
von Loïc RAMIREZ (Gastbeitrag)
Die französische Online-Zeitschrift Le Grand Soir (LGS) entsandte (mit Unterstützung ihrer Leser) im Winter 2025/26 die beiden Journalisten Loïc Ramirez und Erwan Briand nach Russland – nach Moskau – und in den vom Krieg gezeichneten Donbass, um einen Film zu drehen. Im Vorgriff auf dessen Veröffentlichung hat Ramirez eine dreiteilige Reisereportage für LGS verfasst, deren Übersetzung ins Deutsche Gela-News hier veröffentlicht.

Propagandawandbild in Donezk:
„Die Grenzen Russlands sind unendlich“
Der Name Donbass ist die Kurzform von „Donezbecken“. Der Donez ist ein Nebenfluss des Don; das Gebiet liegt im äußersten Südosten der Ukraine und gehört de facto zur Russischen Föderation. Um dorthin zu gelangen, mussten wir zunächst von Moskau nach Rostow am Don reisen. Die Zugfahrt durch die unendlich weite, verschneite Landschaft dauerte über 24 Stunden. Dann folgten einige Stunden im Auto. „Sie wollen nach Donezk? In die Volksrepublik Donezk?“, fragt uns die Angestellte am Fahrkartenschalter für Busse eindringlich. „Ja, genau, Donezk.“ Ihre Reaktion lässt keinen Zweifel daran, dass Menschen aus dem Westen dort selten zu sehen sind. In Rostow hingegen herrscht reges Treiben. Der Autobahnbahnhof und seine Umgebung sind voll von Männern in olivgrünen Uniformen, die mit ihren Rucksäcken auf dem Weg zur Front sind oder von ihr zurückkehren. Viele haben die typisch zentralasiatischen Gesichtszüge: rund und hart, mit mandelförmigen Augen. Ihre Jacken sind mit einem Aufnäher oder einem Klettabzeichen versehen: die russische Flagge mit dem Buchstaben Z, die sowjetische Flagge oder andere, ausgefallenere Motive. Läden, die sie verkaufen, gibt es überall.
Nachdem die vom deutschen Kriegsministerium gewünschte Aufstockung von Armeeangehörigen kaum durch Freiwillige erreicht werden dürfte, droht ein verpflichtender Wehrdienst.
Die Jugend wehrt sich mit Schulstreiks, Demonstrationen und Anti-Kriegs-Veranstaltungen. Auch die Zahl derjenigen, die aus Gewissensgründen den Kriegsdienst mit der Waffe verweigern, steigt. Doch verweigern kann man nicht nur aus pazifistischen, sondern auch aus politischen Gründen.
Rezension: Der zweite Band von Michael Sailers „Notate aus Zeiten von Lüge und Krieg“ ist erschienen. Trug der erste Band den Titel „Was ist passiert?“, fragt der zweite Band: „Ist was passiert?“ Ja, es ist was passiert! Und das, was passiert ist, darf nicht in Vergessenheit geraten, auch wenn der Mensch gerne dazu neigt, Schreckenszeiten zu verdrängen. Das Lesen von Michael Sailers Buch beugt dem vor, ist ein Akt der Wiederbewusstmachung. Der Autor lehrt uns noch einmal das Gruseln über den Wahnsinn, der die Welt ab 2020 befallen hat.
Die Lektüre ist dank des superben und gewitzten Sprachstils des Autors und seiner gnadenlosen Demaskierung der Verantwortlichen gleichzeitig auch ein Akt der Befreiung.
Rezension. In seiner Schrift „Der Notfallkapitalismus und die Kapitulation der Linken“ beschreibt Fabio Vighi den zerstörerischen Weg des senilen Krisenkapitalismus, den dieser rücksichtslos zu seiner eigenen Rettung eingeschlagen hat, und die Blindheit der Linken, deren überholte Denkschablonen verhindern, dies zu erkennen.
Fährt man in Ägypten entlang des Roten Meeres in südlicher Richtung zur sudanesischen Grenze begegnet man vielen LKWs, hoch beladen mit landwirtschaftlichen Produkten wie Kartoffeln, Getreide, Obst und Baumwolle, aber auch mit Lebendvieh wie Schafen und Kamelen. Der Sudan beliefert jedoch nicht nur Ägypten, sondern exportiert Nahrungsmittel und Schlachttiere insbesondere in die arabischen Golfstaaten. Nicht umsonst gilt der Sudan als Brotkorb der Region. Gleichzeitig sind bei einer Bevölkerungszahl des Sudans von 50 Millionen Menschen 40 Millionen auf Hilfe angewiesen – in diesem reichen, nicht nur Lebensmittel, sondern auch Bodenschätze, insbesondere Gold, exportierenden und vom Krieg zerrissenen Land.
Es ist, wie es immer war: Auf Leichenbergen lassen sich beste Geschäfte machen.
Der libysche Präsidentschaftskandidat Saif al-Islam Gaddafi nahm auf Facebook Stellung zur Situation im Nahen Osten. Er bekräftigte seine Position, dass sich der Nahe Osten verändert habe und sich weiter verändere. Insbesondere Israel sei heute nicht mehr das, was es einmal war.
Die Autoren Wolfram Elsner und Wolfgang Krieger zeigen in dem Heft „Vom Industrie- zum Finanzkapital“ in einem historischen Abriss den Aufstieg, Zenit und Abstieg des Finanzkapitals auf.
Den Autoren ist es auf anschauliche Weise gelungen, die „Dialektik des Kapitals bei Marx abzuholen“ und in die „Aufstiegs- und Niedergangs-Prozesse des Finanzkapitals und seines Herrschaftssystems“ fortzuführen. Und so erklären sich die heutigen imperialen Kriege nicht mehr nur „aus den Gewinninteressen des militärisch-industriellen Komplexes, sondern aus den globalen geostrategischen Interessen des Gesamtsystems eines umfassend herrschenden Finanzkapitals“ .
Israel wird die Propagandageister, die es rief, nicht mehr los. Die westliche Nahostpolitik scheitert – auch an der eigenen Skrupellosigkeit.




