Ist was passiert? Michael SailerRezension: Der zweite Band von Michael Sailers „Notate aus Zeiten von Lüge und Krieg“ ist erschienen. Trug der erste Band den Titel „Was ist passiert?“, fragt der zweite Band „Ist was passiert?“. Ja, es ist was passiert! Und das, was passiert ist, darf nicht in Vergessenheit geraten, auch wenn der Mensch gerne dazu neigt, Schreckenszeiten zu verdrängen. Das Lesen von Michael Sailers Buch beugt dem vor, ist ein Akt der Wiederbewusstmachung. Der Autor lehrt uns noch einmal das Gruseln über den Wahnsinn, der die Welt ab 2020 befallen hat.
Die Lektüre ist dank des superben und gewitzten Sprachstils des Autors und seiner gnadenlosen Demaskierung der Verantwortlichen gleichzeitig auch ein Akt der Befreiung.

Michael Sailer ist der Chronist der dunklen Zeiten, sein Buch ein Zeitdokument, zusammengesetzt aus seinen Blogbeiträgen der Jahre 2022 und 2023, gewürzt mit Anekdoten, wissenschaftlichen Erklärungen, Gedankenblitzen und Zitaten. Wenn einmal die Menschen fragen werden, wie dies alles geschehen konnte, wird sich die Bedeutung dieser tagebuchähnlichen Notate voll entfalten. Die Gegenüberstellung der offiziellen Verlautbarungen mit dem, was Michael Sailer schon zu jenen Zeiten an wissenschaftlichen Ergebnissen über das Virus, die mRNA-Impfung und den Irrsinn der Maßnahmen zusammentrug, wird für kommende Historiker eine Fundgrube sein. Michael Sailer demaskiert nicht nur Politiker wie Karl Lauterbach – der mit seinen „Lügen-Pornos […] als kuriosestes Irrlicht der Zwischenkriegspolitik in die Geschichte eingehen wird“ –, sondern auch die Empfehlungen von STIKO, PEI und RKI oder die Voraussagen der „pseudowissenschaftlichen Sekte“ der Modellierer, indem er deren falsche beziehungsweise wirre Behauptungen inhaltlich und sprachlich mit glasklarer Logik seziert oder einfach nur die sich widersprechenden Aussagen, auch in Form von Abbildungen damaliger Schlagzeilen, gegenüberüberstellt. Als Beispiel seien die Angaben der EMA (European Medicines Agency – zuständig für die Zulassung von Medikamenten) Anfang Dezember 2021 genannt, dass „Daten“ für eine dritte Spritzung drei Monate nach der zweiten sprächen, und keine fünf Wochen später dieselbe EMA warnte, dass wiederholte mRNA-Spritzungen das Immunsystem schädigen. Und trotz gegenteiliger offizieller Behauptungen wusste man auch zu dieser Zeit schon, dass die „Impfung“ selbst bei dreifacher Spritzung keine Ansteckung verhindert. Widersprüche, die einfach nur schmerzen.

Bereits Anfang 2022 konnte man erfahren, wenn man denn wollte und/oder SailersBlog las: „In Großbritannien sind laut Auskunft des Nationalen Statistikamtes in den Jahren 2020 und 2021 insgesamt 6.183 Menschen an Covid-19 gestorben. 833 waren jünger als sechzig Jahre, 3.388 älter als achtzig.“ Ebenso war im Februar 2022 bekannt, dass 2021 433 Kinder mit der Nebendiagnose Covid in Krankenhäusern behandelt wurden, wobei die Betonung auf „Neben“- liegt, da es sich dabei um Erkrankungen wie Gehirnerschütterung oder Blinddarmentzündung handelte. Im selben Jahr wurden 1.026 Kinder mit „Schädigungen durch die Impfungen“, darunter schwere Herzerkrankungen, in Kliniken behandelt; dazu im Vergleich: 2020 waren es 103 und 2019 waren es 106. Kann man da hinsichtlich der Corona-Politik noch von Irrtum oder muss man von absichtlicher Täuschung sprechen?

Bei allem verbrecherischen Wahnsinn fehlt eines nie, wenn Michael Sailer zur Feder greift, und das ist der bittere Humor. So schreibt er, dass sicherlich nur der behaupten darf, nichts von Langzeitschäden und Nebenwirkungen der ‚Impfung‘ gewusst zu haben, „wer ein Hirn von einer Größe unter 2,5 Buyx (internationales Normmaß) hat oder eine langjährige Informationsnulldiät durchführte“.

Sailers „Das 1×1 des „Boosterns“ (aktualisiert)“ endet denn auch spaßig mit: „Gestorben-genesen-geimpft-geimpft-geimpft-geimpft: Ernennung zu ‚Bundesgesundheitsminister‘, plus drei Jahre = Zuteilung einer neuen Identität und Ermöglichung von Transfer ins Ausland.“

Ganz ernst wird es wieder, wenn Michael Sailers eigene und ganz persönliche Betroffenheit – ausgelöst durch die Aufkündigung von Freundschaften, Verlust der Möglichkeit des Broterwerbs als freier Künstler, Betretungsverbote – aufscheint, besonders schmerzhaft auch die Herabsetzung von Kritikern der mRNA-Impfung und Corona-Maßnahmen als Rechte, AfDler, gar Nazis und Rassisten.

Doch niemals gleiten die Notate in Schwermut ab, bleiben kämpferisch-widerständisch und zeigen sogar Leichtigkeit, so wenn man nebenbei erfährt, dass der Autor kein Fan von Neil Young, dafür aber einer von Joe Rogan ist, den Streamingdienst Spotify für ultrakapitalistisch hält und der Musiker Nils Lofgren gleichzeitig Gitarrespielen und auf dem Trampolin hüpfen kann.

Beim Lesen der Titulierungen, die der Autor den Corona-Protagonisten verpasst, kann man sich das Lachen nicht verkneifen. So ist die Sprache vom „dreivierteltoten Schwerstverbrecher Biden“; vom „CIA-Grußaugust Steinmeier “, der „hetzende Nussknacker“ und präsidierende Ehrenmann“, dem das „Phrasengummibärchen ‚unser Miteinander‘ auf dem Speisezettel geschrieben gehört“; vom „kanadischen WEF-Hosenscheißer Trudeau“; von „überforderten Totalnullen wie Sebastian Kurz, Emanuel Macron“, von der „Außenamtlerin des vierten deutschen Reichs“ und „trottelige Plumpunke“ Annalena Baerbock; vom quaseligen Blödschwätzer Robert ‚Würgstammel‘ Habeck“; von „Amokfaschisten“ wie „Strackula und Panzer-Toni“; von der „selbsternannten Europa-Machthaberin Ursula Leyen“. Schöner geht’s nicht!

Den „sich ‚links‘ Wähnenden“ wirft Sailer Kriegsgeilheit und „schwarzschleimige Sehnsucht nach einer Gesellschaft als technokratischem Gesamtlabor zur Züchtigung steriler Menschmaschinen“ vor. Ricarda Lang von der „deutschgrünen Rechtspartei“ widmet Michael Sailer sogar einen ganzen Brief, in dem er auch ihr ein „Recht auf Dummheit und Ignoranz“ zugesteht.

Als Gegenbegriffe für das verpönte „Querdenken“ fallen ihm „Strammdenken“ und „Steifdenken“ ein, nach weiteren Begriffen wird noch gesucht. Und die Abkürzung dpa steht für „Deutsche Propaganda Agentur“.

Wortkünstler Sailer hat Lästern zur Kunstform erhoben. Und immer wieder ist zu spüren, dass ihm „das Formulieren und Verfassen dieser Zeit- und Gedankennotizen (und die Ahnung, daß sie wahrgenommen werden) große Erleichterung, Gelassenheit und manchmal fast glückliche Ruhe“ schenken.

Und dann kommt auch schon übergangslos der „sinnloseste Krieg aller Zeiten“, der Ukraine-Krieg ins Spiel, die Ergänzung und Weiterführung des ‚Kriegs gegen das Virus‘. „Die ‚Front‘ der unkritisch Nachplappernden in Sachen Ukraine ist dieselbe wie in Sachen ‚Corona‘.“ Was zuvor Impfung und Pharmaindustrie war, ist plötzlich Ukraine und Waffenindustrie. Was Sailer fragen lässt: Wird es „der russischen Armee also vielleicht auch diesmal nicht erspart bleiben, in Berlin einzumarschieren“?

Lug und Betrug bei Virus und Krieg. Sailer schreibt, „daß das ursprüngliche Virus eine kriegswaffenrelevante Laborzüchtung war, dürfte inzwischen kaum noch jemand ernsthaft bezweifeln“, und sieht es am 16. Oktober 2023 als gesichert an, „daß die israelischen Geheimdienste über die bevorstehenden Massaker der Hamas informiert waren.“ Wie immer hängt alles mit allem zusammen. Doch wer auch immer Krieg führt, es werden „fast hundert Prozent der Menschen, die diesen Planeten bewohnen, weder der einen noch der anderen Seite angehören, sondern immer nur alle das gleiche sein: Opfer.“

Es geht in den Notaten um vieles mehr als nur Corona, es geht um „The Great Reset“, um Klaus Schwab, um den „Weltgesamtheiligen“ Bill Gates – „eine Mischung aus Depp und Schwerverbrecher“ – , um Computer als „Einfallstor für den Wahnsinn“, um „aufstrebende Neowissenschaften und Murksideologien wie Genderökologie, postmarxistische IPCC-Exegese, Pickelbrummselschminklehre“, das „Zensurregime“ – und natürlich geht es ums Klima und deren Konferenz in Dubai.

Der Autor erkennt die „despotische Macht der Plattformen wie Facebook, Twitter und Youtube und fragt: „War es nicht herrlich romantisch, wie sich der ‚arabische Frühling‘ damals genau auf diesem Weg durchsetzte? Man durfte das möglicherweise denken, solange man nicht wusste, wer hinter dem digitalen und analogen Gewusel die Fäden zog.“

Kommt Sailer auf die Vorbildfunktion Deutschlands, insbesondere für Chinesen und Amis, zu sprechen, schlägt der Witz in Bitterkeit um: „Schaut her! Wir verwandeln uns zwangsfreiwillig in ein hypermodernes Neandertal und legen euch nahe, uns das nachzumachen! Wobei wir selbstverständlich weiterhin auf eigene Kosten Unmassen von Waffen für euren Krieg beziehungsweise den Krieg gegen euch bereitstellen, um unsere Verwandlung in ein Neandertal in einem einzigen, kostensparenden Akt als ‚Option‘ bereitzuhalten!“

Bei Sailer sind Gaslieferungen aus der Ukraine ebenso Thema wie „regelbasierte Ordnung“ und „Völkerrecht“, NATO, das Erheben der Waffen – wieder einmal – gegen Russland. Sailer glänzt mit Geschichtswissen und -verständnis, und weist unter anderem darauf hin, dass nach dem Zweiten Weltkrieg die USA „am liebsten die fähigsten Schlächter der Nazis herüberrekrutiert und weitergemacht [hätten] – nach Osten, nächster Versuch.“ Und wenn der deutsche Kriegsminister Boris Pistorius – „Pistolerius Quatschpuppe“ – fordert, das deutsche Volk müsse wehrhaft sein, hält er dagegen, dass „dieser Kerl noch nicht mitbekommen [hat], daß in Europa Krieg herrscht und daß dieser Krieg – wie so gut wie immer in den letzten mehr als hundert Jahren – maßgeblich von Deutschland ausgeht. Das so ziemlich das einzige Land auf diesem Halbkontinent sein dürfte, das seit seiner Gründung als Nationalstaat (1871) noch nie angegriffen wurde, also auch nie ‚wehrhaft‘ sein musste.“ Sailer pocht auf die Einhaltung der verfassungsgarantierten Grundrechte und auf das Grundgesetz, das „die deutschen Untertanen und ihre Herrscher nach wie vor zum Frieden“ verpflichtet.

Doch das Hauptthema auch dieses zweiten Bandes ist und bleibt Corona, bildet das ständige Hintergrundrauschen. Und so wartet Michael Sailer am Ende des Buches immer noch und vermutlich vergeblich darauf, „daß eine einzige der in den letzten zehn Jahren populären ‚Verschwörungstheorien‘ sich als Irrtum erweist oder zumindest nicht ganz so brutal in die Realität getreten wird.“

Michael Sailer ruft dazu auf, „die Strukturen, die diese Katastrophe verursacht und möglich gemacht haben“ zu beseitigen. Die Demokratisierung unserer Gesellschaft müsse zumindest eingeleitet werden, „wenn wir nicht als Trottel des Jahrhunderts in den Geschichtsbüchern stehen“ wollen. Es sei eine historische Hauptaufgabe zu „verhindern, daß Figuren wie Baerbock, Habeck, Strack-Zimmermann, Lambrecht, Hofreiter, der Hamburger Mafioso u.v.a. nach dem nächsten Krieg genauso ungeschoren davonkommen“, denn sonst ginge die „Scheiße vierzig Jahre später schon wieder los“.

Sailer formuliert treffend, gekonnt, stilsicher, manchmal auch boshaft, zynisch. Eine wahre Lesefreude über 722 Seiten. Ein in jeder Hinsicht gewichtiges Buch, bei dem aber wirklich nur die Arme erschlaffen.

Das Standardwerk zum Verständnis des Wahnsinns der Corona-Zeit, als das Gedächtnis der Widerspenstigen und als Bollwerk gegen das kollektive Reinwaschen des „das konnte man doch damals nicht wissen“.

Der Antwort auf die Frage: „Wie konnte das passieren?“ ist man nach der Lektüre von Michael Sailers Notaten ein gutes Stück nähergekommen.

Der zweite Band endet mit dem 22. Dezember 2023. Nun gilt es, sich die Wartezeit auf den Anschlussband zu vertreiben, indem man immer wieder zu den beiden schon vorliegenden Bänden greift.

 

Michael Sailer „Ist was passiert? Notate aus Zeiten von Lüge und Krieg“
Band zwei: 2022/2023

serie schatten, 2026, 722 Seiten, 40 EUR

 

Michael Sailer im Manova-Gespräch mit Walter van Rossum:
https://www.youtube.com/watch?v=TvhV6rpsrms