Das Kapitel „Die letzte Täuschung – Das Kapital wird zu sich selbst“ als Vorabdruck des im Juli 2026 erscheinenden Heftes „Der Notstandskapitalismus in der erfolgreichen Paranoia“ von Fabio Vighi.
Mit freundlicher Genehmigung des Pad Verlags.
„Als ‚erfolgreiche Paranoia‘ bezeichnete der französische Psychoanalytiker Jacques Lacans einen psychischen Mechanismus, dem es dank eines wahnähnlichen Zustands gelingt, bei Verstand zu bleiben. Vighi bringt Psychoanalyse und Politische Ökonomie zusammen und meint mit diesem Wahn den kollektiven Glauben, dass die zu Ende gehende kapitalistische Produktionsweise gesellschaftlichen Reichtum auch in Clouds, Plattformen, Finanzmärkten und Algorithmen erschaffen kann. Dieses luftige Reich führt aber nicht zu Wohlstand, sondern zu Krisen. Der Wahn indes muss aufrechterhalten bleiben, und damit auch die Krisendynamik.
In dem hier als Vorabdruck veröffentlichten Kapitel „Die letzte Täuschung – das Kapital wird zu sich selbst“ beschreibt Vighi auch am Beispiel des Irankriegs, wie sich der Markt damit begnügt, dass Katastrophen eingehegt werden, anstatt deren Verhinderung zu fordern.“ (Verlagsankündigung)
Vighi weist auch darauf hin, dass der Hype um Halbleiteraktien in Südkorea ein ernstes Warnzeichen sein könnte.
Fabio Vighi: „Hegel schrieb, der Geist erkenne sich selbst erst am Ende eines langen, schmerzhaften Weges der Entfremdung. Das Kapital nähert sich nun seiner eigenen Vorstellungskraft. Es wird zu reiner, unverfälschter Ekstase. Es braucht keinen Grund mehr für seine Expansion. Es expandiert, weil es nichts anderes tun kann, ungeachtet der dafür notwendigen Bedingungen. Es preist Krieg als Wachstum ein. Es preist Inflation als beherrschbar ein. Es preist die Zerstörung realer Leben als Kollateralschaden ein.
Dieses System sieht sich selbst als vollendet. Finanzialisiertes Kapital ist zu einer unerbittlichen Maschine geworden, die nur noch ihren eigenen Lärm hört. Wir anderen sind nur noch ein Spiegelbild seines spekulativen Wahns. Man fragt sich, ob nach dem Ende der Krise überhaupt noch etwas Reales zu retten sein wird.“
Pläne zur Ansiedlung von illegalen Migranten stößt auf Widerstand: UNHCR-Haupteingang in Tripolis von Demonstranten blockiert / Starke Regenfälle überfluten den Südwesten Libyens: Evakuierungen, Stromausfälle und fehlendes Rettungsgerät / Tote und Verletzte bei erneuten Gewaltausbrüchen in az-Zawiya – Dabaiba-‚Regierung‘ trägt Verantwortung / Nach Freispruch: Freilassung von Generalmajor Abdullah as-Senussi gefordert / Libysche Gefängnisse: Überfüllung, Schmutz, schlechter Ernährung, Folter, medizinischer Vernachlässigung, Entzug der Kommunikation und das vollständigem Fehlen von Kontrolle / In Bengasi erneut Sufi-Anhänger verhaftet / Ukraine baut militärische und technische Präsenz im Westen Libyens aus / Durchbruch von UN- und us-amerikanischen Initiativen zur Überwindung des politischen Stillstands fraglich / Ölschmuggel und Korruption gehen ungebremst weiter: Trotz Rekordeinfuhren an Treibstoff lange Warteschlangen an denTankstellen
2,5 Millionen illegale Migranten in Libyen werden zur politischen Zeitbombe. Die Ansiedlung von illegal eingereisten Migranten stößt landesweit auf enormen Widerstand und wird zum beherrschenden Thema. Bürgerproteste richten sich gegen die bestehenden libyschen Institutionen, insbesondere aber auch gegen das Hohe Flüchtlingskommissariat der Vereinten Nationen (UNHCR) in Tripolis. Demonstranten fordern dessen Schließung und versperrten den Zugang. Sie berufen sich auf libysche Gesetze und fordern deren Einhaltung.
Nach fast 15-järhiger Prozessdauer wurden alle Angeklagten der ehemaligen Dschamahiriya freigesprochen beziehungsweise alle Anklagen fallengelassen.




