Etwa elf Personen an Mord von Saif al-Islam Gaddafi beteiligt / Anhaltende Proteste und Streiks im Bildungssektor / Bewegung 28. Oktober demonstriert am Märtyrerplatz in Tripolis für Sicherheit, Souveränität und soziale Gerechtigkeit / Dabaiba reist nicht in Türkei, um Abkommen mit Saddam Haftar zu unterzeichnen – Einigung gescheitert / Misrata: türkische Militärpräsenz stellt sich als Besatzungsmacht dar / Maritimes Seegrenzenabkommen zwischen Libyen und Türkei weiter umstritten – Türkei bietet Verhandlungen mit Ägypten an / Proteste gegen gewaltsame Installierung des vom Staatsrat eingesetzten stellvertretenden Leiters des Rechnungshof, Anwar al-Hosch, gegen den Willen von dessen Chef Schakschak / Eindringen von Sicherheitskräften in Zentralbank, um vom Parlament eingesetzten, neuen CBL-Chef Fauzi Abu Khazam anstelle von Nadschi Issa zu installieren – UN-Mission und USA protestieren / Streit um Führung des Geheimdienstes hält an / Blockade von Erdölpipelines wieder aufgehoben / Trump nennt Libyen „shithouse country“, erntet große Empörung und rudert – ohne Entschuldigung – zurück / Libyen weiterhin von ausländischen Mächten beherrscht / Libyens düstere Lage: Zusammenbruch der Institutionen – Korruption – widerrechtliche Aneignung von Staatseigentum / Dabaiba versucht, militärischen Einfluss von Haftar in Südlibyen zurückzudrängen / Algerien entsendet Truppen in den Niger – Einfluss auf den Süden Libyens / Algerien baut Konkurrenz zu Libyen bezüglich Gaslieferungen nach Europa aus / Führungskräfte im Ölsektor inkompetent / Mohammed bei Gipfeltreffen in Moskau: verstärkte Zusammenarbeit befürwortet Weiterlesen
Parlament/Türkei: Saddam Haftar und Recep Tayyip Erdogan verbünden sich und marschieren durch: Nach Absetzung von Agila Saleh als Parlamentspräsident auf Druck von Saddam Haftar ratifiziert Parlament türkisch-libysches Seegrenzenabkommen – Ägypten, Griechenland, Zypern, EU, Israel lehnen Abkommen ab – Staatsrat begrüßt es / Beispiellose Annäherung: Treffen Saddam Haftar und Abdul Hamid Dabaiba unter türkischer Schirmherrschaft in Ankara geplant
Turbulente Machkämpfe um Besetzung der Führungsposten bei staatstragenden Institutionen im westlichen Libyen:
National Oil Corporation (NOC) – Schließung des Ventils der Ölpipeline des al-Fayl-Felds – Ölförderdung bricht ein – Mohammed Dabaiba gegen Ibrahim Dabaiba
Rechnungshof – 444. Brigade von Machmud Hamza erzwingt Zugang des neu eingesetzten Stellvertreters – Chef des Rechnungshofs Schakschak schließt Hauptsitz
Zentralbank – Parlamentspräsident al-Nabi nimmt Rücktritt von Nadschi Issa als Zentralbankchef an und ernennt Fawzi Abu Khazam – Nadschi Issa verweigert Rücktritt
Tag der Trauer: Am 20. Oktober 2011 wurden Muammar Gaddafi und seine Gefährten ermordet
Große Differenz bei Angaben der Öleinnahmen zwischen NOC und Zentralbank / Streiks im Bildungs- und im Gesundheitssektor werden unvermindert fortgesetzt / Makarha Stamm kündigt Gründung eines übergreifenden Militärrats für den Süden an / Tote bei Explosion in Munitionslager / Wirtschaft im freien Fall / Korruptionsunternehmen Arkano weiterhin tätig / Korruption und Gesetzesverstöße beispiellos

Am 20. Oktober 2011 wurden Oberst Muammar Gaddafi und seine Gefährten ermordet.
Das Vermächtnis des Märtyrerführers Muammar al-Gaddafi an seine Frau und seine Söhne vor seinem Märtyrertod: Ich verlasse euch nicht in Schande und hinterlasse euch den Stolz.“ Video
Moussa Ibrahim: „Muammar Gaddafi richtete eine letzte Audiobotschaft aus Sirte an seine Tochter Aischa, seine Frau Safia und das libysche Volk, während er sich auf seine letzte Schlacht vorbereitete.
Er sprach nicht von Kapitulation, sondern von Mut, Opferbereitschaft und den Prinzipien, die er sein ganzes Leben lang verteidigt hatte.
20. Oktober 2011: Der Tag, an dem Muammar Gaddafi zum Märtyrer wurde.“
Während Libyens Territorium von ausländischen Militärs und Milizen überzogen und seine Militärbasen besetzt sind, offenbart ein aufschlussreicher Bericht aus dem Umkreis des UN-Sicherheitsrats, dass auch die Aufrüstung bei den militärischen Kräften des östlichen und westlichen Libyens auf Hochtouren läuft.
In Libyen herrscht eine Kriegswirtschaft, von der viele profitieren, finanziert durch ein breites Schmuggelnetzwerk, das im großen Mafiastil illegale Öl- und Treibstoffgeschäfte betreibt. Weiterlesen
Starke Regenfälle führen zu schweren Überschwemmungen in Tripolis / Lehrkräfte und medizinisches Personal streiken weiter – Rentnerproteste schließen sich an / Musa al-Koni und Türkei gratulieren neu eingesetzten Parlamentspräsidenten Abdul Nabi / Staatsrat lehnt 4plus4-Abkommen und Ernennung von Abdul Nabi ab / Nabis parlamentarische Gegner wollen Sitzung in Tripolis abhalten / Mufti al-Gharyani fordert Krieg, sollte Saddam Haftar an die Macht kommen / Rechtmäßigkeit der Ernennung von Abdul Nabis zum Parlamentspräsidenten umstritten / Mitglieder der Sabotagezelle werden von Dabaiba-‚Regierung‘ statt an die Staatsanwaltschaft an Bengasi übergeben / Tagung des UN-Sicherheitsrats zu Libyen / Israel plant Zusammenarbeit mit Saddam Haftar / Verhaftungen wegen Fälschung von Identitätsnachweisen im großen Stil – ermittelnde Staatsanwälte werden von oberer Stelle versetzt / Libyen unter den weltweit fünf korruptesten Ländern / Differenzen bei Angabe der Höhe der Öleinnahmen zwischen Zentralbank und NOC / Kleinhändler befürchten, vom Markt verdrängt zu werden / Ibrahim Dabaiba und Saddam Haftar: laut UN-Bericht zentrale Figuren des Treibstoffschmuggels / Libyen will Israel vor IGH wegen Abschuss eines libyschen Passagierflugzeugs im Jahr 1973 mit 108 Toten verklagen Weiterlesen

4plus4-Komitee mit der Vorsitzenden der UN-Mission Hannah Tetteh
Der US-amerikanische Plan für Libyen nimmt mit Hilfe der UN-Mission Gestalt an, während ausländische Mächte um Einflussnahme ringen.
Als ersten Schritt zur Umsetzung des US-Plans gelang es Saddam Haftar, seinen Kandidaten als Parlamentspräsidenten durchzusetzen, mit der Folge, dass nun auch das Parlament gespalten ist. Die wichtigsten politischen und sicherheitspolitischen Entwicklungen werden aber im westlichen Libyen stattfinden, wo die schärfste Opposition gegen den Boulos-Plan besteht.
Beim Streben nach Einflussnahme in Libyen, den Zugriff auf dessen Öl und im Hinblick auf die eigene geopolitische Positionierung unter den veränderten machtpolitischen Bedingungen stehen die Interessen der USA, Russlands, Israels und der Türkei, aber auch der EU sowie des benachbarten Ägyptens, gegeneinander.
Hoffnung auf Aischa al-Gaddafi in der Nachfolge ihres ermordeten Bruders Saif al-Islam / Nach wochenlangen Streiks im Bildungssektor bietet Dabaiba einheitliche Gehaltsskala und Lohnerhöhungen an / Einige Bildungseinrichtungen nahmen Dabaiba-Angebot an – ein Großteil der Lehrer streikt weiter / Streiks und Proteste im Gesundheitssektor weiten sich aus – Inhaftierung von Streikenden / Rücktritt des Gesundheitsministers gefordert / Mustafa al-Madschdub, Vorsitzender der 3. Libyschen Regierung, ist in Tripolis angekommen und erhält Unterstützung von Teilen Misratas / EU fordert den sofortigen Stopp der Hinrichtungen in Bengasis und Derna / Ukraine im westlichen Libyen: Stellvertreterkrieg auf libyschem Territorium befürchtet / Weiterhin lange Warteschlangen vor Tankstellen / Dabaiba-Regierung beispielloser Verschwendung bezichtigt / Ausmaß der Korruption eskaliert / Vorwurf: Verwaltung des Ölsektors mangelhaft – Führung inkompetent
4plus4-Abkommen der UN-Mission unter Einbezug des us-amerikanischen Plans von Massad Boulos spaltet Parlament / Saddam Haftar setzt sich durch: Generalität lässt umstrittene Parlamentssitzung zur Absetzung des Parlamentspräsidenten Agila Saleh einberufen und lässt Abdul Nabi als dessen Nachfolger wählen / Agila Saleh erkennt Sitzungsergebnis nicht an – Einberufung einer Parlamentssitzung in Tripolis / Präsidialratsvorsitzender al-Menfi stimmt 4plus-Abkommen ebenfalls nicht zu – Präsidialrat gespalten / Türkei erhofft sich mit Abdul Nabi Ratifizierung des maritimen Grenzabkommens / Ägypten unterstützt Agila Saleh / UN-Mission und USA erkennen Abdul Nabis Parlamentspräsidentschaft an /Israelische Kreise: USA sollen allein die Bengasi-Parallelregierung auffordern, dem Abraham-Abkommen beizutreten: ein maritimes Seegrenzenabkommen zwischen Israel und Ostlibyen sei anzustreben; Israel könnte Mittelmeer für Verbündete sichern / Tauziehen der Regionalmächte um Einfluss in Libyen und maritime Grenzziehung
Staatsrat stimmt 4plus4-Abkommen in jetziger Form nicht zu / 4plus4-Ausschuss beschäftigt sich mit Spaltung der Justiz: neue Ämtervergabe angestrebt (Generalstaatsanwalt / Gerichtspräsident)
Sabotageakte und Intrigen: Realität jenseits der Verhandlungstische / Schwere Regenfälle verursachen Sturzfluten und Überschwemmungen mit Toten, Verletzten und schweren Schäden in Mittel-, Süd- und Westlibyen – Warnungen kamen zu spät: libysche Behörden offensichtlich überfordert /Aischa Gaddafi baut bei Meinungserhebung ihren Vorsprung vor anderen Kandidaten aus und soll Führung der Dschamahiriya übernehmen / Tag der Treue: Bani Walid fordert Aufklärung des Mordes an Saif al-Islam Gaddafi / Generalstreik im Schul- und Bildungsbereich / Proteste und Streiks im Gesundheitssektor – Angriffe auf Demonstranten / Proteste von Flughafenbediensteten in Misrata und von Mitarbeitern im Telekommunikationssektor / Frist für Billigung 4plus4-Abkommen durch Parlament und Staatsrat abgelaufen: Staatsrat lehnt Zustimmung weiter ab / Saddam Haftar sucht Unterstützung auch bei Israel und nahm an Treffen mit Netanjahu in den VAE teil /Dabaibas stellvertretender Verteidigungsminister Abdel Salam Zubi und Saddam Haftar führen im Süden Libyens einen Stellvertreterkrieg / Angespannte militärische Sicherheitslage im westlichen Libyen / Arbeitslosigkeit in Libyen über 50 Prozent




