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Kurznachrichten Libyen – 17.10.2021

Libyens Zukunft wird in den internationalen Hinterzimmern der Macht ausgemauschelt / Im Dezember: Präsidial- und Parlamentswahlen? Oder nur eines von beiden? Oder gar keine Wahlen? / Dabaiba unter Beschuss / Rückführung von Migranten nach Libyen ist ein Verbrechen

Dabaiba unter Beschuss

+ 14.10.: Haushalt/Korruption. Für Wirbel dürften die vom libyschen Fernsehsender 218TV veröffentlichten Finanzberichte der GNU-Übergangsregierung sorgen, die das 5. Haushaltskapitel „Notstand“ in Höhe von rekordverdächtigen fünf Milliarden LYD offenlegen, die in drei Monaten ausgegeben wurden –Gehaltszahlungen nicht einberechnet. Es wurden Kosten für Sicherheits- und Dienstleistungsbereiche verbucht, was einen Verstoß gegen das libysche Finanzgesetz darstellt, das besagt: „Aus dem Notfallkonto dürfen nur Beträge innerhalb des im Haushalt festgelegten Limits entnommen werden, um einer plötzlichen, dringenden und unaufschiebbaren Situation zu begegnen.“
https://almarsad.co/en/2021/10/14/218tv-says-gnus-emergency-spending-reveals-unsupervised-government-corruption/
(100 LYD entsprechen etwa 19 Euro)

+ 17.10.: Die Libysche Zentralbank (CBL) in Bengasi forderte Dabaiba auf, den Zahlungsverkehr zwischen den Banken ohne Einschränkungen wieder zu öffnen. Die CBL-Bengasi derklärte, es seien seit des Amtsantritts der GNU-Regierung unter Dabaiba keine Gelder ausgezahlt worden.
https://libyareview.com/17794/libyas-eastern-central-bank-conflict-has-increased-public-debt/?utm_source=rss&utm_medium=rss&utm_campaign=libyas-eastern-central-bank-conflict-has-increased-public-debt

+ 17.10.: Mangusch/Haftar/Moslembruderschaft/USA. Es wurde ein Schreiben von Premierminister Dabaiba an die libysche Außenministerin Mangusch durchgestochen, in dem Dabaiba Mangusch auffordert, sich mit der libyschen Botschaft in den USA in Verbindung zu setzen, um sich über den LNA-Oberbefehlshaber Feldmarschall Haftar zu beschweren, da dieser ein Dokument gefälscht habe. Bei der US-Justiz solle Klage gegen Haftar eingereicht werden.
Haftar habe ein angebliches Dokument des Verteidigungsministeriums von 1974 vorgelegt, das falsche Angaben enthielt. Das Dokument diente zur Verteidigung als die Moslembruderschaft gegen Haftar ein Verfahren vor einem US-Gericht anstrengte. Dabaiba bezeichnete das Dokument als „Verleumdung“, um die Justiz zu täuschen. Dies sei nach libyschen und US-amerikanischen Recht ein Verbrechen.
https://almarsad.co/en/2021/10/17/exclusive-leaked-memo-reveals-dbaiba-wants-mangoush-to-file-legal-complaint-in-us-against-haftar/
Dabaiba ergreift eindeutig Stellung auf Seiten der Moslembruderschaft. Eine weitere Vergiftung des politischen Klimas in Libyen.

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Vorsicht Facebook!

Libyen. Zur Diskriminierung unliebsamer Personen existiert auf Facebook ein kriminelles Netzwerk, das massenhaft gefälschte Seiten verbreitet.

 

Das libysche Online-Magazin AlMarsad hat eine Menge dieser Fälle aufgedeckt und dokumentiert.

Die gefälschten Facebook-Seiten, die insbesondere Frauen betreffen, tauchten mit Beginn des Libyschen Forums für politischen Dialog (LPDF) vermehrt auf, um das Ansehen und die Reputation libyscher Persönlichkeiten, die im Focus des öffentlichen Lebens stehen, massiv zu schädigen und zu verleumden. Daneben existieren Seiten von frei erfundenen Personen und Institutionen wie zum Beispiel einem Tarhouna Displaced Persons Committee oder The Emirates Center for Studies and Media. Etliche dieser Fake-Seiten werden auf AlMarsad dokumentiert.

AlMarsad vermutet, dass hinter diesen gefälschten Seiten, die vorgeben zu bekannten Persönlichkeiten aus der Politik, dem Medienbereich, dem Militär oder auch der Kunst zu gehören, ein im Dunkeln agierendes Netzwerk steht, das der Moslembruderschaft zugehörig ist.

Die gefakten Seiten werden auf vielen Seiten geteilt und so findet die unter falschen Namen veröffentlichte Propaganda weite Verbreitung. Beispielsweise zählte der Journalist Hamza at-Tohami auf seiner gefälschten Seite 92.000 Followers. Die fälschlich ihm zugeschriebenen provokanten Aussagen forderten den Widerspruch anderer Facebook-Benutzer heraus, die sich ihrerseits zum Teil als gefälschte Seiten entpuppten, die wieder mit gefälschten Posts antworteten. Merkwürdigerweise hatten diese Seiten denselben Administrator.

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