
Vernagelter Fischbrunnen am Münchner Marienplatz
Das plakative Abdrehen von städtischen Brunnen mitten im Hochsommer und anderer Unsinn einer rot-grünen Stadtregierung kamen weniger dem Umweltschutz als der eigenen Profilierungssucht zugute.
Umweltskandale der rot-grünen Rathausfraktion, wie das Abholzen von tausend Bäumen, finden kaum öffentliches Echo.
Grundsätzlich ist Wassersparen ganz bestimmt sinnvoll und zu begrüßen. Doch der Versuch des neuen Münchner Oberbürgermeisters Dominik Krause, sich im Hochsommer mit Wassersparmaßnahmen zu profilieren, war nicht mehr als ein ärgerliches Spektakel.
Die Stadtwerke München gaben eine „Sparanordnung wegen Wasserknappheit“ heraus, die ab 14. Juli 2026 unter anderem Gieß- und Autowaschverbote erließ. Ob es ausgerechnet in München nötig war, Wassersparmaßnahmen zu verordnen, ist höchst umstritten. Bekanntermaßen bezieht die Landeshauptstadt ihr Trinkwasser zum Großteil aus dem Mangfalltal mit ihren eigentlich unerschöpflichen Wasserreserven. Zahlen gaben ein dermaßen striktes Verbot nicht her, ebenso wenig wie ein Blick in die Natur, wo sich Münchens Bäume und Sträucher in einem satten Grün darboten. Und auch das Umland schien die Lage nicht so dramatisch einzuschätzen, denn diese Wassersparverordnung war eine sehr einsame Münchner Entscheidung.
Lustig wurde es, als in den Radionachrichten immer wieder darauf hingewiesen wurde, dass Rasensprengen verboten ist, während draußen starke Gewitter tobten und es wie aus Kübeln schüttete.
Weniger lustig war es, dass die Stadt München in der Innenstadt an etlichen Brunnen das Wasser abdrehte, während in anderen deutschen Städten die Menschen mit Sprühnebeln abgekühlt wurden. Sogar mitten auf dem Marienplatz wurde der Fischbrunnen mit Brettern vernagelt – ein wunderbarer Anblick für die vielen Touristen, die sich dort täglich einfinden.
Doch die wirklich Leidtragenden waren wie immer die Schwächsten, nämlich die Münchner Tierwelt. In der Münchner Abendzeitung schrieb Sigi Müller, der das Münchner Stadtleben regelmäßig fotografisch dokumentiert: „Was aber dramatisch ist und auch sicher Folgen haben wird, ist, dass man mit einem abgeschalteten Brunnen, den man noch dazu völlig austrocknen lässt, den Wildtieren so gut wie jede Möglichkeit nimmt, ausreichend zu trinken.“ Die Tiere stünden nun vor völlig ausgetrockneten Brunnen.
Wie viele Tiere der grünen Profilierungssucht und den plakativen Umerziehungsmaßnahmen in Sachen Wassersparen zum Opfer fielen, wird nie jemand erfahren. Vögel sterben im Verborgenen.
Der Unsinn der Münchner Wassersparverordnung wurde zum 1. August wieder beendet, wohl nicht, weil plötzlich, wie behauptet, der Wasserverbrauch gesunken und wieder genug Wasser vorhanden war, sondern weil der Widersinn dieser Maßnahme unübersehbar war.
Doch wer weiß, was dem grünen OB nächsten Sommer einfällt, um sich wichtig zu machen und die Klima-Ideologie voranzutreiben. Vielleicht Schließung aller Schwimmbäder während der Sommerferien, weil es zu heiß sei, man die Menschen vor der Sonne schützen müsse und überhaupt Wassersparen angesagt sei?
Der Umgang mit dem lebensspendenden Wasser sollte achtsam sein. Wasser ist wertvoll. Vielleicht sogar so wertvoll, dass es sich gerne private Investoren unter den Nagel reißen möchten.
Kein Herz für Tiere
Ihre Missachtung unseren tierischen Mitgeschöpfen gegenüber zeigte die neue Münchner Rathauskoalition auch damit, dass sie zum 1. Januar 2027 eine massive Erhöhung der Hundesteuer vorsieht. Statt bisher 100 Euro werden künftig 144 Euro fällig. Es wird sich nun jeder nicht so Betuchte überlegen, ob er es sich wirklich leisten kann, ein armes Viecherl aus dem Tierheim zu erlösen und ihm ein neues Heim zu bieten. Und manch einer wird sich sein Zamperl einfach nicht mehr leisten können.
Investorenschutz gegen Baumschutz – ein Desaster
Das grün-rote Naturverständnis erweist sich auch an anderer Stelle als fragwürdig. So geht der Naturschutzreport 2/2026 des Landesbundes für Vogel und Naturschutz (LBV) Kreisgruppe München streng mit der Stadt München ins Gericht, denn obwohl Bäume ganz offensichtlich die Lebensqualität erhöhen, werden jedes Jahr Tausende Bäume in München gefällt. Ein ganz besonderes Desaster nimmt jetzt in der ehemaligen Kleingartensiedlung Eggarten, die Heimat von tausend Bäumen und eine wichtige Frischluftschneiße für den Münchner Norden, seinen Lauf.
Das Gelände gehörte der Bahn und sollte 2007 verkauft werden. Das Vorkaufsrecht hatte die Stadt München, die es aber vorzog zuzulassen, dass das 210.000 Quadratmeter große Gebiet an eine österreichische Immobilienfirma verhökert wurde. Im Naturschutzreport heißt es: „Unter dem Druck der Investoren und der Münchner Wohnungsmisere stimmte der Stadtrat schließlich nahezu einstimmig einem Bebauungsplan zu, der zur Abholzung fast des gesamten Baumbestands führen wird. Statt ausschließlich bezahlbare Wohnungen zu bauen, sind jetzt 1.000 Eigentumswohnungen vorgesehen, die für Normalverdiener unerschwinglich sind. Gewerbeflächen sollen ebenfalls entstehen, obwohl im Großraum München eine Million Quadratmeter Gewerbeflächen leer stehen.“
Laut dem Blog Biotop Eggarten, der sich für die Erhaltung des Eggartens stark macht, gehören im Münchner Rathaus die SPD, die Grünen und die CSU zu den großen Befürwortern des Bauprojekts, während der Bezirksausschuss und die Einwohnerversammlung sich gegen das Projekt aussprachen.
Die verquere Baumpolitik im Münchner Rathaus
Der Naturschutzreport: „Für einen neuen Baum in der Innenstadt sollen 95.000 € ausgegeben werden. Das passt mit dem geringen Stellenwert des Baumschutzes, den man beim Fall Eggarten exemplarisch vor Augen geführt bekommt, einfach nicht zusammen.“
Der Naturschutzreport sieht die wenig naturgerechte Möblierung des städtischen Innenraums mit Bäumen kritisch. Die teuren, normierten Bäume aus den Baumschulen brächten häufig schon Krankheiten mit. Auch seien rund um das Messegelände Kiefern aus Norddeutschland gepflanzt worden, die das Münchner Klima nicht vertragen und nun mit Seilen mühsam vor dem Umstürzen bewahrt werden. „Dafür wurden nebenan bei der Entstehung des Riemer Parks in großer Zahl alte, gebietsheimische Hainbuchen aus ästhetischen Gründen gefällt. Sie waren in einem Oval angeordnet und nicht in gerader Linie, was dem Parkkonzept widersprach.“
Ein typischer Stadtbaum werde im Schnitt nur noch zwanzig Jahre alt, wegen Krankheit, aber auch wegen der zu kleinen Flächen, die zum Absickern des Regenwassers rund um den Baum unversiegelt gelassen werden. Die ältesten Linden in München dagegen sind etwa 350 Jahre alt.
Das Prinzip ist immer dasselbe: Beton vor Baum. Kommerz vor Natur.
München heizt sich auf – die Versiegelung macht‘s
Laut dem Naturschutzreport ist der Temperaturanstieg innerhalb des Münchner Stadtgebiets nicht auf den Klimawandel zurückzuführen, sondern auf die dichte Bebauung und die starke Bodenversiegelung. Es müsse dringend eine Trendwende eingeläutet werden, denn die höheren Temperaturen machten den alten Baumarten zu schafften, weniger Bäume führten anschließend zu noch höheren Temperaturen. Es dürfe nicht mehr „Baurecht bricht Baumschutz“ gelten, sondern der Schutz des Altbaumbestands müsse an erster Stelle stehen.
Vielleicht sollte der neue „grüne OB Krause statt ständig in der Öffentlichkeit seinen Mann lieber mal einen Altmünchner Baum umarmen.
Naturschutz in München – ein grün-rotes Desaster. Großstadt mit Herz – das war ein einmal.





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